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Ronnenberg 30 Jahre Michaelisgemeinde – Pastor hält letzte Predigt
Umland Ronnenberg

Ronnenberg: Michaelisgemeinde verabschiedet Klaus-Thilo von Blumröder

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13:44 30.09.2019
Pastor Von Blumröder (Mitte) zieht gemeinsam mit Superintendentin Marklein in die Kirche ein. Quelle: Finn Bachmann
Ronnenberg

Es sollte persönlich werden, kein „kompliziertes Theologisieren oder Theoretisieren“, das hatte sich Klaus-Thilo von Blumröder für seine letzte Predigt als Pastor der Michaelisgemeinde vorgenommen. Wie gut ihm das gelungen ist, ließ sich am donnernden Applaus erkennen, der bei seinem Verabschiedungsgottesdienst am Sonntag durch die Ronnenberger Michaeliskirche hallte. Nachdem die Gemeindemitglieder sich persönlich von dem Geistlichen verabschiedet hatten, überbrachten Weggefährten und Arbeitskollegen aus den vergangenen 30 Jahren in Ronnenberg bei einer Abschiedsfeier Glückwünsche und Geschenke.

Ungewöhnliche Lieder im Programm

Zu Ehren von Blumröders besuchten so viele Gläubige die Michaeliskirche wie selten. Zum Abschied aus seinem Amt war von Blümröder aufgrund eines schweren Schlaganfalls gezwungen worden. Dass er seinen Beruf nicht weiterführen konnte, traf den Kirchenvorstand hart. „Damals war es erstmal lange sehr still“, sagte Kirchenvorstandsvorsitzende Ingrid Krause. Doch die Ratlosigkeit sei überwunden und solle während der feierlichen Verabschiedung keine Rolle mehr spielen.

In seiner letzten Predigt setzte sich von Blumröder, wie versprochen, sehr persönlich mit dem Verlauf seines Lebens auseinander. Eindrucksvoll schilderte er, was ihn in seinem Amt über die Jahre bewegt hatte. „Die Menschlichkeit blieb immer im Vordergrund“, fasste er zusammen. Besonders gezeichnet habe ihn der erste Fall von Suizid, dem er begegnet ist. „Das war stürmisch und aufreibend“, erklärte er. Beeindruckt sei er von den Flüchtlingen gewesen, die in Ronnenberg Hilfe suchten. „Es gab gläubige Muslime, die abends mit mir Kerzen anzündeten“, berichtete er.

Ein wichtiger Teil des Gottesdienstes sei für ihn die Musik. „Das Singen hat mich immer begleitet“, sagte er. So kam es auch, dass eher ungewöhnliche Lieder im Programm des Gottesdienstes Platz fanden. Nicht nur die Flötengruppe aus Ihme-Roloven gab ein Stück zum Besten, das Junge Vokalensemble Hannover spielte Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy, der als einer der bedeutendsten Musiker der Romantik gilt. Außerdem trat auch der Kirchenchor Cantus Ronnenberg und der gemeindeeigene Posaunenchor auf.

„Auf jedem Sofa und an jedem Küchentisch“

Grußworte kamen derweil nicht nur aus der eigenen Gemeinde. Im Namen der katholischen St. Thomas Morus-Gemeinde richtete Doris Peppermüller das Wort an Pastor von Blumröder. „Du bist bei uns für die Ökumene bekannt“, sagte sie. Besonders wichtig war ihr dabei ein Projekt, das erst am Tag zuvor eingeweiht worden war: Die Kita an der Deisterstraße, die in ökumenischer Zusammenarbeit errichtet wurde.

Neben seiner Tätigkeit in Ronnenberg, war von Blumröder auch in der Kapellengemeinde in Ihme-Roloven anzutreffen. „Sie sind ein Pastor, der in Ihme-Roloven auf jedem Sofa und an jedem Küchentisch gesessen hat“, lobte Carsten Ellies vom Kappellenvorstand das Engagement des Pastors. Dieser Sichtweise schloss sich Superintendentin Antje Marklein an. „Pastor von Blumröder ist durch und durch Seelsorger“, sagte sie. Aber auch in Ronnenberg seien seine Verdienste enorm, fand die ehemalige Kirchenvorstandsvorsitzende Ulrike Mischerikow. So sei sowohl der Neubau des Kirchenkreisamtes nach einem Brand im Jahr 2001, als auch die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereiches auf dem Kirchenvorplatz eindeutig ihm anzurechnen.

Zum Schluss übergab von Blumröder symbolisch den Schlüssel für die Kirchentür. Die Kollekte des Gottesdienstes kommt derweil seinem Herzensprojekt zu Gute: Dem Musizieren in der Kirchengemeinde.

Die Gemeinde verabschiedet sich in der Michaeliskirche von ihrem scheidenden Pastor Von Blumröder.

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Von Finn Bachmann

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