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Ronnenberg Muss Ronnenbergerin für nicht ausgeführte Badsanierung zahlen?
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Ronnenberg: Muss Ronnenbergerin für nicht ausgeführte Badsanierung zahlen?

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11:56 27.05.2020
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Symbolbild Quelle: dpa
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Ronnenberg

Eine Badezimmersanierung bezahlen, obwohl diese nie ausgeführt wurde? Das hört sich doch sehr unwahrscheinlich an. Die Rechtslage ist aber offensichtlich doch nicht ganz einfach. Deshalb muss sich die 18. Zivilkammer des Landgerichtes Hannover am Montag, 8. Juni, mit einem solchen Fall aus Ronnenberg beschäftigen. Eine Frau klagt auf Rückzahlung der teilweise im Voraus bezahlten Vergütung für den Umbau eines Badezimmers. Dass er diesen nicht einmal begonnen hat, das bestreitet selbst der Beklagte nicht.

Der Ehemann der Klägerin hatte den Beklagten im Jahr 2015 mit der umfangreichen Sanierung eines Badezimmers in seinem Wohnhaus in Ronnenberg beauftragt. Als Vergütung wurde ein Gesamtbetrag von rund 46.000 Euro vereinbart. Auf eine erste Abschlagsrechnung hin zahlte der Ehemann der Klägerin dem Beklagten einen Vorschuss von rund 14.000 Euro. Wenige Monate danach starb der Ehemann infolge einer schweren Krankheit. Die beauftragten Sanierungsarbeiten wurden nicht durchgeführt. Mit ihrer Klage verlangt die Ehefrau als Erbin des Auftraggebers nun die Rückzahlung des Vorschusses.

Kündigung des Auftrags ist strittig

Der Unternehmer wendet ein, der Ehemann habe den Auftrag noch zu Lebzeiten unter Hinweis auf seine schwere Erkrankung gekündigt. In der Folge habe der Handwerker den Auftraggeber darauf hingewiesen, dass er ihm auch in diesem Falle für Materialkosten und seinen Aufwand einen Betrag von 32.000 Euro schulde. Damit habe sich der Ehemann der Klägerin einverstanden erklärt. Darüber hinaus beruft sich der Beklagte darauf, die Rückzahlungsforderung sei verjährt. Die Klägerin bestreitet einerseits eine Kündigung und beruft sich außerdem darauf, dass der Beklagte gar keine Materialien für die Umsetzung des Auftrages erworben habe.

Beide Parteien wurden persönlich zur mündlichen Verhandlung eingeladen, um den Sachverhalt aufzuklären und eine vergleichsweise Einigung zu erörtern. Weiterhin hat die Kammer darauf hingewiesen, dass einem Unternehmer nach Gesetzesvorschrift nach einer Kündigung seitens des Bestellers grundsätzlich nur fünf Prozent der vereinbarten Vergütung zustehe.

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Von Uwe Kranz