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Ronnenberg Neuer Wald in Empelde sorgt für Betriebsamkeit
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Ronnenberg: Neuer Wald in Empelde sorgt für Betriebsamkeit

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16:53 29.11.2019
Der Bagger hat den Bewuchs auf Teilen des Grundstücks am Bahnübergang entfernt. Quelle: Uwe Kranz
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Empelde

Geht es nun endlich los auf der Brachfläche am Bahnübergang Ronnenberger Straße in Empelde? Seit Jahren wird darüber spekuliert, was auf dem nahezu dreieckigen Areal entstehen soll. Zuletzt war die Errichtung einer Tankstelle im Gespräch. Nun rückte in dieser Woche ein Bagger an und ebnete einen Teil der Fläche ein. Doch ein konkreter Bauplan steckt nicht dahinter. Vielmehr reagiert der Eigentümer des Grundstücke offenbar auf eine Aktion der Region Hannover. Die hatte nämlich Teile der Fläche zum Wald erklärt.

Schon im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) der Stadt spielt der Bereich am Bahnübergang eine Rolle als potenzielle Gewerbefläche. 2017 hatte ein vermeintlicher Bombenfund zwischen Schienenstrang und Ärztehaus für Aufregung gesorgt. Die Stadtverwaltung plante bereits die Evakuierung von weiten Teilen Empeldes, bis sich der Blindgänger während einer Sondierung als einfacher Schrott herausstellte. Seither hat es keinen konkreten Bauantrag gegeben – weder für Wohnbebauung, wie in den vergangenen Tagen in den sozialen Netzwerken spekuliert worden war, noch für eine Tankstelle oder andere Bauwerke. Auch aktuell liegt der Stadtverwaltung kein solcher Antrag vor.

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Größe und Anzahl der Bäume ist entscheidend

Zudem haben sich die Voraussetzungen für eine Bebauung überraschend verändert. Grund dafür ist nicht zuletzt, dass sich dort lange Zeit nichts getan und die Natur sich die Fläche zurückerobert hat. Weite Teile gelten nun als Wald. „Die Waldeigenschaft ergibt sich aus Paragraf 2 Absatz 3 des Niedersächsischen Gesetzes über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG) und wird durch das Beratungsforstamt der Unteren Waldbehörde festgestellt“, erklärt Regionssprecher Klaus Abelmann. „Es wurde vom Beratungsforstamt festgestellt, dass es sich bei Teilbereichen zwischen Bahnübergang und Ärztehaus an der Ronnenberger Straße um Wald handelt.“

Im Hintergrund hinter dem Bauzaun ist zu erahnen, was die Region Hannover in Empelde als Wald erkannt hat. Quelle: Matthias Kellersmann

Die Region beschreibt einen Wald als „eine mit Waldbäumen bestockte Grundfläche, die aufgrund ihrer Größe und Baumdichte einen Naturhaushalt mit eigenem Binnenklima aufweist“. Dabei ist es egal, ob der Wald angepflanzt wurde oder aus natürlichem Antrieb entstanden ist. Nach einer Erstaufforstung oder wenn sich aus natürlicher Ansamung mindestens kniehohe Waldbäume entwickelt haben, liegt Wald vor, wenn die Fläche den beschriebenen Zustand wahrscheinlich erreichen werde, heißt ein der Erklärung weiter.

Für die Untere Naturschutzbehörde und den Beratungsförster gilt allerdings nicht das gesamte Dreieck als Wald. Der vormals als wilder Garten bewirtschaftete Teil, in dem auch der Blindgänger vermutet worden war, wurde davon ausgeklammert. Damit die Waldfläche in Zukunft nicht ausgeweitet wird, rückten jetzt die Bagger an, um kahle Verhältnisse zu schaffen. Schließlich ist eine Bebauung noch nicht vom Tisch. Diese wird aber durch die Definition als Waldgebiet erschwert.

Definition als Wald macht die Bebauung schwieriger

„Für eine mögliche Bebauung ist im Rahmen des Bauantrages das Einvernehmen der Unteren Waldbehörde für eine Waldumwandlung notwendig. Hierfür müssen Belange der Allgemeinheit oder ein erhebliches wirtschaftliches Interesse des Waldbesitzers vorliegen und diese gegenüber dem öffentlichen Interesse an der Walderhaltung weit überwiegen“, erklärt Abelmann. Wenn eine Waldumwandlung rechtlich möglich wäre, sei eine Ersatzaufforstung zu leisten.

Das heißt: Wie beim Bau neuer Straßen oder Bahnlinien müssen für die bebaute Waldfläche alternative Bereiche zum Ausgleich aufgeforstet werden. Sollte der Eigentümer die Aufstellung eines Bebauungsplans bei der Stadt beantragen, müsste die Verwaltung die entsprechenden Regelungen anwenden. Je kleiner der Wald ist, umso besser ist die Ausgangslage dann für den Eigentümer.

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Von Uwe Kranz

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