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Ronnenberg Rund 50 Teilnehmer demonstrieren in Empelde für das Klima
Umland Ronnenberg

Ronnenberg: Rund 50 Teilnehmer an Klimademostration in Empelde

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12:10 22.10.2019
Der Demonstrationszug formiert sich zögerlich am JUZ und zieht dann zur Marie Curie Schule. Quelle: Uwe Kranz
Empelde

Die kniffeligste Aufgabe für die Polizei war die Diskussion, ob sich der Protestzug auf oder neben der Straße bewegen durfte. Vorübergehend sah es am Montagnachmittag so aus, als ob die erste Demonstration der Fridays-for-Future-Bewegung in Ronnenberg mangels Beteiligung den Gehweg benutzen müsste. Einige Nachzügler der Veranstalter aus Hannover überzeugten die Beamten dann aber doch, die Klimademo zwischen Jugendzentrum (JUZ) am Stadtbahnendpunkt und der Marie Curie Schule auf der Fahrbahn zu führen.

Knapp 50 Personen machten sich am Ende auf den Protestweg, darunter auch einige lokale Politiker. Vor allem die Ronnenberger Grünen waren stark vertreten. Aber auch Dieter Schur, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtrat, machte sich mit auf den Weg über die Nenndorfer und die Berliner Straße, durch die Bahnunterführung bis hin zur KGS. Ziel war die dortige Sitzung des Fachausschusses für Stadtplanung, Ökologie, Wirtschaft und Feuerschutz, der in Ronnenberg auch für den Klimaschutz verantwortlich ist.

Ehemalige Jugendparlamentarierin führt das Wort

Die Sitzung war nach Anmeldung der Demonstration eigens aus dem beengten Rathaus in die große Aula verlegt worden, um den Protestierenden die Möglichkeit zu geben, daran teilzunehmen. Mit diesem Ziel starteten die Klimaaktivisten auch, wie Ksenia Anishchenko betonte. Das frühere Mitglied des Ronnenberger Jugendparlamentes (Jupa) ist jetzt für die Fridays-for-Future-Bewegung aktiv und trat in Empelde als Wortführerin auf.

Klimaschutz fange im Kleinen an, begründete sie die Demo in Empelde. Auch in Ronnenberg könne man viel bewegen. Anishchenko formulierte auch Forderungen der Demonstranten: beispielsweise Fotovoltaikanlagen auf allen öffentlichen Gebäuden, Energie-plus-Standard in Privathäusern, einen besseren Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und autofreie Straßen.Dabei nannte sie exemplarisch die Barbarastraße vor der Theodor-Heuss-Schule. Vom Rat forderte sie konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz. „Darum sind wir hergekommen, um euch noch mal in den Arsch zu treten“, erklärte sie per Megafon vor der Schule.

Dass sich der Fachausschuss des Rates anschließend tatsächlich mit der Fortschreibung des Klimaschutzaktionsprogramms der Stadt beschäftigte, sei Zufall, betonte der Fachbereichsleiter Wolfgang Zehler während der Sitzung. Allerdings lag das fertige Maßnahmenprogramm für die Jahre 2019 bis 2022 noch nicht vor. Auf der Tagesordnung standen deshalb nur der Klimaschutzbericht 2018 und eine Übersicht über die Handlungsfelder und Schwerpunkte des neuen Programms.

Fragen stellen Verwaltung auf die Probe

Gerade noch zweistellig nahmen die Demonstranten an der Sitzung teil, in dessen Verlauf ihr Interesse und Anzahl immer weiter abnahm. Allerdings bemühten sich die jungen Leute, Andrea Unterricker und Wolfgang Zehler als Referenten der Verwaltung mit Nachfragen auf die Probe zu stellen. Unterricker musste erklären, warum ihr Bericht nur Erfolge enthalte. „Wo läuft es denn nicht so gut?“, wollte eine Demonstrantin wissen. Die Verwaltungsmitarbeiterin räumte ein, dass dies auf die Zusammenarbeit mit der örtlichen Wirtschaft zutreffe und verwies darauf, dass in vielen Bereichen auch noch mehr für den Klimaschutz gemacht werden könnte, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Dennoch sehe sich die Stadt bei diesem Thema als Vorreiter in der Region.

Zehler verwies bei Nachfragen zu konkreten Maßnahmen wiederholt darauf, dass er lediglich Handlungsfelder vorstelle, hinter denen sich im fertigen Programm eben jene konkreten Maßnahmen wiederfänden. Politiker und Verwaltung verwahrten sich jedoch gegen den Vorwurf der Demonstranten, in der Vergangenheit untätig gewesen zu sein. Die Stadt Ronnenberg habe sich bereits um das Thema bemüht, „als das Wort Klimaschutz in anderen Kommunen noch gar nicht bekannt war“, betonte Bürgermeisterin Stephanie Harms.

Nur wenige Teilnehmer finden sich zum Protestzug zusammen.

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Von Uwe Kranz

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