Ronnenberg: Übergang in Vörie Deutsche Bahn hält Frist für unrealistisch
Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Ronnenberg Bahn: Frist für Sanierung des Übergangs in Vörie ist nicht haltbar
Umland Ronnenberg

Ronnenberg: Übergang in Vörie Deutsche Bahn hält Frist für unrealistisch

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:48 10.09.2021
Auch für Fußgänger ist der Überweg in Vörie derzeit gesperrt. Wegen der Gefahr für Leib und Leben wird von einem rechtswidrigen Umgehen der Absperrungen abgeraten.
Auch für Fußgänger ist der Überweg in Vörie derzeit gesperrt. Wegen der Gefahr für Leib und Leben wird von einem rechtswidrigen Umgehen der Absperrungen abgeraten. Quelle: Uwe Kranz
Anzeige
Vörie

Mit einem Brief hat Ronnenbergs Bürgermeisterin Stephanie Harms (CDU) die Deutsche Bahn aufgefordert, den derzeit gesperrten Bahnübergang in Vörie bis zum Frühjahr 2022 fertigzustellen. Bis dahin soll das Unternehmen ermöglichen, dass der Übergang genutzt werden kann. Das Unternehmen hat jetzt reagiert und erklärt, dass diese Frist nicht realistisch sei.

Bahn zeigt sich kooperativ

Verschiedene Voraussetzungen für die Anwendung des Eisenbahnkreuzungsgesetzes seien überdies nicht gegeben – dadurch werde etwa der Beginn eines Neubaus der Anlage verzögert. Man wolle aber „konstruktiv mit der Gemeinde an einer Lösung arbeiten“, erklärt eine Bahnsprecherin. Anstelle einer kurzfristigen Sanierung, für die die Bahn den Übergang im Frühjahr gesperrt hatte, soll die Kreuzung laut Aussage des Unternehmens inzwischen für drei bis fünf Jahre geschlossen bleiben.

Dagegen engagieren sich zahlreichen Bürger aus Ronnenberg und Wennigsen. Vor allem für Radfahrer ist der Übergang eine wichtige Verbindung. Zuletzt hatte Harms eine Liste von mehr als 1600 Unterschriften an die Bahn weitergeleitet.

Formal ein privater Übergang

Die Bahn stellt jetzt durch ihre Sprecherin fest, dass es sich in Vörie formal um einen privaten Übergang handelt, da die Widmung für den öffentlichen Verkehr auf der Evestorfer Straße auf Vörier Seite direkt vor dem Übergang endet. Erst wenn die Straße öffentlich gewidmet wäre, „wäre eine Rechtssicherheit aller Kreuzungsbeteiligten im Sinne des Eisenbahnkreuzungsgesetzes gewährleistet, und ein Neubau der Anlage könnte umgehend angegangen werden“, führt die Sprecherin aus.

Ein Neubau der Anlage sei zudem erforderlich, weil die Straßenbreite von aktuell vier Metern den Vorschriften nicht mehr genügt. Die Bahn erwarte zudem, „dass wir wegen des bahnparallelen Weges die Einmündungen wegen der Schleppkurvenproblematik bei abbiegenden Verkehren verändern müssen“, erklärt die Sprecherin. Dafür sei der Erwerb von Fremdgrundstücken seitens der Bahn erforderlich.

„Die Deutsche Bahn AG steht dem Neubau der Anlage positiv gegenüber und respektiert den Wunsch, den Bahnübergang zu erhalten“ stellt die Sprecherin fest. Die Frist, die seitens der Bürgermeisterin gestellt worden ist, sei allerdings unter den aufgeführten Erschwernissen nicht realistisch.

Harms will Meinungsverschiedenheiten „aufräumen und klären“

Harms beurteilt die Gesprächsbereitschaft der Bahn als positiv. Die Bürgermeisterin betont noch einmal, dass die Erkenntnisse der Verwaltung bezüglich der Widmung und der Beschaffenheit der Straße keinen Einfluss auf die Fristen zur Umsetzung der Sanierung hätten. Diese unterschiedlichen Auffassungen müssten nun „aufgeräumt und geklärt“ werden. Dazu gebe es bereits einen neuen Gesprächstermin mit der Bahn.

Diese Gesprächsbereitschaft führt die Bürgermeisterin in einer Erklärung auf die rund 1600 Unterschriften zurück, die in der Bevölkerung für eine baldige Wiedereröffnung des Übergangs gesammelt worden waren. Doch erst wenn alle Belange „aufgeräumt und geklärt“, sind, wird auch deutlich sein, ob die Verwaltung vielleicht auch zur Verzögerung der Sanierung etwas beigetragen hat.

Lesen Sie auch: Fast 1600 Unterzeichner fordern das Ende der Sperrung

Denn die Verwaltungschefin räumt auch ein, dass die Bahn bereits Anfang des Jahres auf das Problem der fehlenden Widmung hingewiesen habe. Obwohl dies aus Sicht der Stadt weiterhin strittig ist, prüfe man im Rathaus aber inzwischen parallel, unter welchen Bedingungen und mit welchen Maßnahmen diese Umwidmung vorgenommen werden kann, um schnell handlungsfähig zu sein.

Dazu gibt es auch Gespräche mit der Gemeinde Wennigsen, auf deren Gebiet die Straße ihre Fortführung findet und der Region Hannover, deren Veloroute über den Übergang führt. „Ich denke, wir werden zu einer Lösung kommen“, sagt die Bürgermeisterin resümierend.

Von Uwe Kranz