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Ronnenberg Bergbaumuseum in Empelde wird drei Jahre lang umgebaut
Umland Ronnenberg

Ronnenberg: Umbau des Bergbaumuseums in Empelde dauert drei Jahre

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11:48 03.12.2019
Otmar Haas (links) und Olaf Grohmann bereiten die Sonderausstellung über den Schacht Hermann in Benthe vor. Quelle: Uwe Kranz
Empelde

Wenn die Vereinsmitglieder gemeinsam mit Gästen aus der Partnerstadt Ronneburg am Freitagabend das Barbarafest feiern, wird sich im Niedersächsischen Museum für Kali- und Salzbergbau schon einiges geändert haben. Das Haus bekommt eine Frischzellenkur. Beginnend mit einer neuen Sonderausstellung über den Schacht Hermann in Benthe, die am Sonntag um 11 Uhr eröffnet wird, werden die Räume in den kommenden drei Jahren nach und nach modernisiert.

Ermöglicht hat die Modernisierung eine finanzielle Förderung von der Region, die über den gesamten Zeitraum insgesamt 60.000 Euro zur Verfügung stellt. „Das ist eine tolle Sache, dass die Region sich um so kleine Einrichtungen kümmert, die sonst allein dastehen“, betont Otmar Haas, Vorsitzender des Museumsvereins. Denn der Verein finanziert sich ausschließlich über die Beiträge seiner 90 Mitglieder sowie Spenden, die Besucher des Museums anstelle von Eintrittsgeld hinterlassen. „Alles, was wir vorhaben, wird mit der Förderung erst möglich“, erklärt Kassenwart Peter Schaprian.

Ausstellung mit 1000 Exponaten ist zu unübersichtlich

Die Erkenntnis war für die Verantwortlichen auch ein Stück weit ernüchternd: Das Museum und seine Dauerausstellung sind in die Jahre gekommen. „Wir haben über 1000 Exponate. Besucher ohne Führung fühlen sich aufgrund der mangelnden Erklärung erschlagen“, beschreibt Haas die aktuelle Situation. Mithilfe von sieben Sonderausstellungen soll die Ausstellungsfläche deshalb in den kommenden drei Jahren umgekrempelt werden.

Nach außen hin gut sichtbar soll zunächst ein großes, auffälligeres Schild mit einer Unter-Tage-Darstellung an der Treppe zum Eingang auf das Museum hinweisen. Dort soll durch Öffnung mehrerer Räume ein repräsentativer Eingangsbereich mit einer Sitzecke geschaffen werden. Schon mit der Ausstellung über die Saline in Benthe, für die 1894 erste Bohrungen vorgenommen wurden, beginnen die Veränderungen der Dauerausstellung.

Wassereinbrüche gefährden die Förderung

Die industrielle Salzproduktion im Raum Hannover begründete 1832 der Unternehmer Georg Egestorff mit einer Saline in Badenstedt. Ebenfalls auf dem Benther Salzstock lagen die späteren Schachtanlagen Hermann in Benthe, Hansa in Empelde und Konrad in Ronnenberg. Nach den ersten Probebohrungen 1894 in Benthe kämpfte man dort 1900 – wie 75 Jahre später auch in Ronnenberg – mit Wassereinbrüchen, die die Förderung gefährdeten. 1901 entschloss sich die Kaliwerke-Benthe-Aktiengesellschaft zum Betrieb einer Saline, die bis 1911 Salz produzierte. Die Sonderausstellung zum Schacht Hermann wird im Niedersächsischen Museum für Kali- und Salzbergbau vom 8. Dezember bis zum 15. März 2020 zu sehen sein.

Ziel ist es, die akkurat aufgereihten und überwiegend bemerkenswerten Ausstellungsstücke zeitgerechter zu präsentieren. Dafür soll deren Zahl deutlich verringert werden. Erweitert werden soll das Konzept dagegen mit Angeboten in Ton und Bild. „Audiovisuelle Bestandteile gehören heute dazu“, betont Olaf Grohmann, der das Konzept für neue Gesicht des Museums entwickelt hat. Seine Kompetenz in der Ausstellungsgestaltung und Museumsberatung hat Haas dem Verein im Netzwerk Industriekultur gesichert.

Immenser Aufwand bei der Umgestaltung

„Natürlich wäre es gewesen, alles auszuräumen“, erklärt Grohmann. „Aber das funktioniert nicht.“ Der Betrieb des Museums soll während der Umgestaltung weitergehen, auch wenn das Haus zwischenzeitlich für einen gewissen Zeitraum geschlossen werden muss. Nachdem die erste Sonderausstellung in einem Vorraum gezeigt wird, müsse schließlich für die folgenden Sonderausstellungen immer ein Teil der Dauerausstellung weggeräumt werden – ein immenser Aufwand.

Mit sieben Sonderausstellungen wird das Museum nach und nach umgekrempelt

Am Ende sollen die Themen besser zusammenfasst sein und die Ausstellung in selbsterklärend. Als außerschulischer Lernort will das Museum auch die Zusammenarbeit mit den Schulen intensivieren. Derzeit verlaufe dieser Teil der Museumsarbeit noch sehr schleppend, räumt Haas ein. „Da gibt es noch ein dickes Brett zu bohren.“

Geöffnet wird das Niedersächsische Museum für Kali- und Salzbergbau auch in Zukunft immer sonntags von 10 bis 14 Uhr. Mehr sei mit der aktuellen ehrenamtlichen Personaldecke nicht zu leisten, sagt der Vorsitzende.

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Von Uwe Kranz

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