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Ronnenberg Unternehmer engagieren sich für Equal-Pay-Day
Umland Ronnenberg Unternehmer engagieren sich für Equal-Pay-Day
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00:17 18.03.2019
Lara Sindt (vorn, links), Stephanie Harms und die beteiligten Unternehmer engagieren sich für den Equal-Pay-Day. Quelle: Uwe Kranz
Ronnenberg

Es ist windig am Rathaus in Empelde, als sich Bürgermeisterin Stephanie Harms, die Gleichstellungsbeauftragte Lara Sindt und einige Ronnenberger Gewerbetreibende zu einem Foto aufstellen. Die Wetterlage passt perfekt zu ihrem Vorhaben. Gemeinsam mit vielen anderen Aktionen deutschlandweit würden sie gern einen Sturm entfachen, der die Ungleichheit in der Bezahlung von Männern und Frauen hinwegweht.

21 Prozent beträgt die durchschnittliche Lohnlücke aktuell hierzulande, rechnet Sindt vor. Das bedeutet, dass Frauen theoretisch 77 Tage im Jahr ohne Bezahlung arbeiten müssen – also genau bis zum 18. März. Am kommenden Montag, dem so genannten Equal-Pay-Day (EPD) will deshalb eine Reihe Ronnenberger Unternehmen mit einer symbolischen aber öffentlichkeitswirksamen Aktion, die die Stadtverwaltung auf Initiative von Sindt mit Unterstützung des städtischen Wirtschaftsförderers Torsten Jung auf die Beine gestellt hat, auf diesen Misstand hinweisen.

Die Ursachen der ungleichen Bezahlung listet die neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt auf: Frauen unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt häufiger und länger als Männer zum Beispiel während der Elternzeit oder Pflege von Angehörigen. Frauentypische Berufe sind weiterhin unterbewertet und schlechter bezahlt. Durch fehlende Gehaltstransparenz ist eine Ungleichbehandlung der Bezahlung aufgrund des Geschlechts nicht sichtbar. Gängige Rollenstereotype beeinflussen nach wie vor die Berufswahl von Frauen. Zudem sind Frauen in bestimmten Berufen und Branchen auf den höheren Stufen der Karriereleiter fast nicht zu finden.

Die Unterschiede haben sich in den vergangenen Jahren bereits verringert, erklärt Sindt. Für die Gleichstellungsbeauftragte ist das aber kein Grund, dieser Tendenz abwartend zuzusehen. Vielmehr müssen auch in Zukunft mit Demonstrationen wie dieser auf den bestehenden Missstand hingewiesen werden, um ihn weiter zu bekämpfen. Für Ronnenberg ist es das erste Mal, dass die Stadt eine zentrale Aktion zum EPD organisiert.

Angelehnt an den Wert der aktuellen geschlechterspezifischen Lohnlücke in Deutschland wollen die Gewerbetreibenden in Ronnenberg deshalb am EPD auf ausgewählte Produkte oder Dienstleistungen 21 Prozent Rabatt gewähren. Beteiligt sind die Firmen Art Flora, Edeka Engelbrecht, Fleischerei und Partyservice Knigge und Bäckerei Camprad aus Ronnenberg, Lesen-Schreiben-Schenken Plumhof, Diakonielädchen Kids und VITecco aus Empelde sowie Möhrle’s Bioladen aus Benthe. Konkrete Angebote sind in den Einzelnen Unternehmen und Geschäften zu erfahren.

Von Uwe Kranz

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