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Ronnenberg Weetzen feiert 750 Jahre Dorfgeschichte
Umland Ronnenberg Weetzen feiert 750 Jahre Dorfgeschichte
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15:34 02.04.2019
Thomas Bensch zeigt erstmals das Buch der Projektgruppe über die Weetzer Dorfgeschichte. Quelle: Uwe Kranz
Weetzen

 Der Anlass ist herausragend, und wenn es nach den Organisatoren und den Einwohnern des Dorfes geht, sollen es auch die Feierlichkeiten im Ronnenberger Stadtteil Weetzen werden. Am 6. April 1269 wurde Weetzen nach heutigem Wissen erstmals urkundlich erwähnt. Das ist am kommenden Sonnabend genau 750 Jahre her. Und nach rund zweieinhalbjähriger Vorbereitung wollen es die Weetzener richtig krachen lassen – zunächst mit einem Festakt für geladene Gäste und Gewinner einer Verlosung im ehemaligen Gasthaus Lüerßen. Startschuss ist um 16 Uhr.

Projektgruppe aus Freiwilligen organisiert das Fest

Das Bewusstsein über das wichtige Datum für den Ort kam dem Ortsratsmitglied Thomas Bensch und dem Ortbürgermeister Rüdiger Wilke während eines Winterurlaubs 2015. Nach kurzer Beratung im Ortsrat wurde das „Projekt 750 Jahre Weetzen“ eingeleitet. 35 freiwillige Helfer aus Vereinen und Gruppen füllten dieses Vorhaben mit ihrem Einsatz. Es folgte die Einteilung der Freiwilligen in Teams. Die Vorhaben Sponsoring, Festakt, Mehrgenerationenfest, Dorffest, Buchprojekt und Festbroschüre erhielten feste Zuordnungen. Zur Finanzierung des Festes wurden außerdem Stammtische und die große Wirtschaftsschau im Sommer 2018 veranstaltet sowie diverse Werbeartikel vom Sekt bis zum Fotokalender verkauft.

Kurz vor dem ersten Höhepunkt am Sonnabend ist dann auch das Buch zur Dorfgeschichte fertig geworden. Gerda Lutz und Thomas Bensch hatten die Inhalte zusammengestellt. Katja Hillermann zeichnet für das Lektorat verantwortlich. Zu kämpfen hatten die drei dabei vor allem mit den Grenzen der modernen Speichertechnik. „Das war nicht immer ganz einfach“, sagte Bensch, zufrieden, dass auch dieser Teil des Projektes rechtzeitig abgeschlossen werden konnte.

Buch über die Dorfgeschichte ist kein wissenschaftliches Werk

„Das Buch erhebt nicht den Anspruch, ein wissenschaftliches Werk zu sein“, stellt Bensch fest. Dem Leser soll lediglich die Vergangenheit des Dorfes näher gebracht werden. Außerdem enthält es eine reiche Ansammlung historischer und aktueller Abbildungen. „Jüngere Leute werden sich wundern, was es früher in Weetzen alles gegeben hat“, kündigt Bensch an. Vorgestellt und erstmals verkauft wird der über 200 Seiten starke Band während des Festaktes im Gasthaus Lüerßen. Der weitere Verkauf in der Weetzener Bücherei beginnt dann zum Selbstkostenpreis von 20 Euro nach den Osterferien.

In dieser Urkunde aus dem Jahr 1269 wird Weetzen erstmals erwähnt. Quelle: privat

Erzählt wird in dem Buch die Geschichte des Dorfes nach der Ersterwähnung in der Urkunde, mit der Bischof Otto von Minden die Schenkung der „Villa Wetzendhe“ an das Kloster Wennigsen vornimmt. 1537 befanden sich demnach in dem Ort 26 Bauernstellen. 1649 gab es bereits eine große Schäferei. Der Bau der Hauptstraße nach Hameln (die heutige Bundesstraße 217) lockte im 18. Jahrhundert auch Handwerker nach Weetzen. Einen weiteren Entwicklungsschub gab die Industrialisierung bis ins frühe 19. Jahrhundert mit dem Bau der Eisenbahn (1872), der Zuckerfabrik (1882) und des Kalischachtes Deutschland (1905 bis 1907). Ausgerechnet vom Abriss der Zuckerfabrik erwarten sich Weetzener jetzt wieder eine Entwicklungshilfe.

Dem Festakt mit Musik und Grußworten von Politikern und Gästen am Sonnabend folgen im Sommer noch ein Mehrgenerationenfest auf dem Schulhof am 29. Juni und ein dreitägiges Dorffest auf dem Festplatz vom 6. bis 8. September.

Alle Themen aus Ronnenberg auf einen blick unter haz.de/umland/ronnenberg.

Von Uwe Kranz

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