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Ronnenberg Weetzen feiert offiziellen Beginn des 750-jährigen Jubiläums
Umland Ronnenberg Weetzen feiert offiziellen Beginn des 750-jährigen Jubiläums
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00:17 10.04.2019
Eindrücke vom offiziellen Auftakt zum Jubiläumsjahr 750 Jahre Weetzen. Eindrücke von der offiziellen Auftaktfeier zum Jubiläumsjahr 750 Jahre Weetzen. Quelle: Mario Moers
Weetzen

Wenn am ersten strahlend sonnigen Tag des Frühlings, beinahe ein Viertel der Weetzener Bevölkerung den Nachmittag im schattigen Saal des ehemaligen Gasthauses Luerßen verbringt, dann muss das ein ganz besonderer Tag sein. Rund 450 Besucher feierten dort am Sonnabend den offiziellen Auftakt zum Jubiläumsjahr 750 Jahre Weetzen. Ronnenbergs Bürgermeisterin Stephanie Harms hatte den Bewohnern der drittgrößten Ronnenberger Stadtteils gleich mehr als ein Geschenk mitgebracht. Der ehemalige Landtagspräsident Jürgen Gansäuer schlug in seiner Festrede staatsmännische Töne an.

750 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung 1269 feierte Weetzen am Sonnabend den Auftakt zu einem mit Programm gefüllten Jubiläumsjahr. Eindrücke aus dem ehemaligen Gasthof Lüerßen.

Helfer arbeiten zwei Jahre am Programm

„Mir ist es eine Freude zu sehen, wie dieser Ort in der Lage ist, so ein Festprogramm auf die Beine zu stellen und das alles aus eigener Kasse.“ Bürgermeisterin Harms zollte in ihrem Grußwort allen Helfern Respekt, die seit zwei Jahren auf diesen Tag hingearbeitet haben. Tatsächlich wurde für diesen Zweck nie ein Posten in den Ronnenberger Haushalt eingestellt, auf eigenen Wunsch der Weetzener. Aber weil man als Gast natürlich nicht ohne Geschenk zu einer Geburtstagsfeier kommt, hatte Harms ein Geschenk des Stadtrats dabei. „Ein Betrag passend zur Höhe des Jubiäums ist bereits auf dem Weg auf ihr Konto“, sagte sie.

Ortsbürgermeister Rüdiger Wilke (von rechts) verleiht die silberne Ehrennadel Ronnenbergs an Gerd-Volker Weiden. Quelle: Mario Moers

Zwei Ehrenamtliche Helfer durften sich über eine ganz persönliche Ehrung freuen. Dem Mitgründer des Willkommenskreises für Flüchtlinge Gerd-Volker Weiden und der langjährigen Vorsitzenden der DRK-Ortsgruppe Dorothea Burchhardt verlieh Harms Ehrennadeln für ihr Engagement im Ort. „Beide sind Vorbilder von nebenan“, sagte sie. Ortsbürgermeister Rüdiger Wilke heftete die Nadeln an das Revers. So stand der Festakt ganz im Zeichen der vielen Freiwilligen und Sponsoren – auf diese Gemeinschaftsleistung ist man sichtlich stolz. „Wir brauchten keinen Cent“, sagte Wilke. Der gut besuchte Festakt markiert den erfolgreichen Auftakt zu einer Reihe von Feiern im Jubiläumsjahr. Weiter geht es mit dem
Mehrgenerationenfest (29. Juni) auf dem Schulhof der Regenbogenschule. Im Sommer steigt dann ein dreitägiges Dorffest (6. bis 8. August) auf dem Festplatz.

Es ist wichtig, dass wir Begriffe wie Heimat und Vaterland nicht den Populisten überlassen.“ Der ehemalige Präsident des Niedersächsischen Landtags Jürgen Gansäuer hielt eine staatsmännische Rede. Quelle: Mario Moers

Zur Lage der Nation

Staatsmännische Töne schlug der ehemalige niedersächsische Landtagspräsident Jürgen Gansäuer in seiner 45-minütigen Festrede an. Mit erhobenem Zeigefinger mahnt der studierte Historiker und CDU-Politiker vor anti-demokratischen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft. „Wir dürfen Begriffe wie Heimat und Vaterland nicht den Populisten überlassen“, sagte Gansäuer. Auch in einem kleinen Ort wie Weetzen würden sich die Herausforderungen der Zeit spiegeln, verwies er auf den Wandel des Dorfes, dass bis Mitte des 20. Jahrhunderts landwirtschaftlich geprägt war. Gansäuer warnte davor, das historische Gedenken der eigenen Geschichte zu einer nie dagewesenen Idylle zu verklären. Die „gute alte Zeit“ habe es in Mitteleuropa nie gegeben. „Mehr Freiheit und Wohlstand gab es nie auf deutschem Boden“, sagte der CDU-Politiker, dessen Rede ein wenig mehr Predigt zur allgemeinen Lage der Nation wurde, als er es eingangs versprochen hatte. Von Kaiser Tacitus über Barbarossa zum Niedersachsenroß schlug Gansäuer einen weiten Bogen. Wie das eben so ist, bei einer so historischen Feier.

Von Mario Moers

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