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Ronnenberg Zweimal Gedenken der Holocaust-Opfer
Umland Ronnenberg Zweimal Gedenken der Holocaust-Opfer
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13:16 28.01.2019
Christa Buddenberg-Hertel, Rabbiner Gabor Lengyel und Peter Hertel nach der Enthüllung der Grabsteine. Quelle: Heidi Rabenhorst
Ronnenberg

Zum Holocaustgedenktag ist der Förderverein Erinnerungsarbeit Ronnenberg am Sonntag mit Bürgern der Stadt am Mahnmal der Stadt zum Gedenken der Opfer des Naziterrors zusammengekommen. 2005 war der Holocaustgedenktag von den Vereinten Nationen eingerichtet worden. Als Tag des Gedenkens dient das Datum der Befreiung der Überlebenden des Konzentrationslagers in Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945.

„In Zeiten, in denen die Rechten unser Land in Schulen, Vereinen und Politik verändern, sind klare Zeichen notwendig. Gegen rassistisches, fremdenfeindliches, nationalistisches, offen nationalsozialistisches, antisemitisches Denken, Reden und Handeln hilft kein Schweigen und Wegducken“, sagte Wolfgang Walther vom Vereinsvorstand. Hier sei klare Kante gefordert und das auf jeder Ebene, erklärte der frühere Ronnenberger Bürgermeister.

Der Förderverein Erinnerungsarbeit Ronnenberg hat es sich zum Ziel gesetzt, die Erinnerung an das jüdische Leben und an die jüdischen Menschen in Ronnenberg, wach zu halten. „Seit 2014 treffen sich Vereinsmitglieder und interessierte Ronnenberger Bürger am 27. Januar und am 9. November an den 2013 von der Stadt Ronnenberg am Weingarten errichteten Stelen, um ihrer zu gedenken“, sagte Walther in seiner Rede an der zentralen Gedenkstätte für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus.

Schüler gestalten die Veranstaltung der Stadtverwaltung am Montag in Empelde.

„Schweigen ist unmöglich“

Erst einen Tag nach dem offiziellen Termin gedachte die Stadtverwaltung am Montagvormittag dem Holocaust am Mahnmal auf dem Friedhof in Empelde. Im Beisein verschiedener Ratspolitiker sowie Vertretern des Fördervereins Erinnerungsarbeit und der Kirche beteiligten sich auch Schüler der Marie Curie Schule an der Gestaltung der Veranstaltung. Um diese Beteiligung zu ermöglichen, so Bürgermeisterin Stephanie Harms, sei die Verschiebung des Gedenkens um einen Tag notwendig gewesen. Dafür bat sie um Verständnis. Das Mitwirken der Elftklässler sei Teil eines neuen Ansatzes der Geschichtsbewältigung, erklärte Harms. Mit dem Erinnern wolle man den Opfern ein Gesicht geben. In einem kurzen aber ergreifenden Schauspiel verwiesen die Mädchen und Jungen im weiterne Verlauf auf individuelle Schicksale und das unsägliche Leid, dass die Opfer des Nazionalsozialismus erdulden mussten. Die 25-köpfige Gruppe gipfelte in ihrem Vortrag mit dem Ausruf: „Schweigen ist unmöglich“. Harms lobte die Aufführung der Schüler. Sie hätten darin dargestellt, dass es in den Lagern Menschen gewesen sind und nicht nur Nummern, sagte die Bürgermeisterin, ehe sie gemeinsam mit zwei Schülerinnen ein Blumengesteck am Holocaust-Mahnmal niederlegte.

Nach der Gedenkfeier in Ronnenberg lud das Ehepaar Peter Hertel und Christa Buddenberg-Hertel die Anwesenden auf den gegenüber liegenden jüdischen Friedhof zur Enthüllung zweier Grabsteine ein. „Meine Frau und ich stehen hier in Vertretung des Ronnenberger Holocaust-Überlebenden Heinz Seligmann, der 1914 in Ronnenberg geboren und 1937 im Naziterror aus Ronnenberg vertrieben worden ist. Seine Großeltern Philipp und Marianne Seligmann sind auf dem jüdischen Friedhof in Ronnenberg begraben. „Heinz Seligmann meint, dass seines Vaters Siegmund Seligmann und seines Bruders Kurt Julius Seligmann, die in Bad Pyrmont und in Celle gestorben sind, auf einem Friedhof in ihrer Heimat gedachten werden soll“, erklärte Hertel. „Deshalb hat er uns bei unserem Besuch im vergangenen März gebeten, zwei Grabsteine anfertigen zu lassen und sie als Zeichen, als eine symbolische Grabstätte auf diesem Friedhof zu errichten. Seiner Bitte sind wir sehr gerne nachgekommen.“ Die Kosten für die Grabsteine hat Heinz Seligmann der in Brasilien lebende übernommen. Seinem Wunsch, das jüdische Totengebet Kaddisch zu sprechen, kam Rabbiner Gabor Lengyel aus Hannover nach.

Von Heidi Rabenhorst

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