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Ronnenberg So setzte sich Heinz Jürgen Körber für die Bergbau-Skulptur in Ronnenberg ein
Umland Ronnenberg

Skulptur zum Bergbau in Ronnenberg wird 20 Jahre alt

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18:01 22.11.2020
Heinz Jürgen Körber hat sich für die farbenfrohe Skulptur eingesetzt.
Heinz Jürgen Körber hat sich für die farbenfrohe Skulptur eingesetzt. Quelle: Stephan Hartung
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Ronnenberg

Es ist kein Jubiläum im klassischen Sinne, aber doch eine runde Sache: Die Skulptur an der Normannischen Straße mit ihren roten, gelben und blauen Stahlbögen dürfte vielen Ronnenbergern ein Begriff sein. Sie erinnert an den Bergbau in der Region – und sie wird in diesen Tagen 20 Jahre alt.

Heinz Jürgen Körber ist mehr als ein Zeitzeuge. „Mir ist wichtig, dass der Kalibergbau in und um Ronnenberg im Bewusstsein bleibt“, stellt der Ronnenberger klar, der selbst 37 Jahre Bergmann war und diesen Beruf im Ruhrgebiet erlernt hat. Er zeigt auf das Kunstwerk gegenüber des Netto-Supermarkts, das sich an dem Ort befindet, wo einst das Bergwerksgelände lag. Körber ist wichtig: „Das hier ist kein Denkmal, sondern eine Skulptur und ein Zeichen der Ronnenberger Bergbaugeschichte.“ Die Geschichte des Bergbaus fand am 30. Juni 1975 einen jähen Abschluss. Ein Wassereinbruch im Schacht Albert sorgte seinerzeit für das Ende der Förderung.

Im Sommer 2000 ist schon zu sehen, wie das Kunstwerk später aussehen wird. Quelle: Stephan Hartung

Ab 1975 war Körber Vorsitzender des 1908 gegründeten Bergmannsvereins Glück Auf Ronnenberg. In dieser Funktion setzte er sich für eine sichtbare Erinnerung an den Bergbau ein – für die farbenfrohe Skulptur. „Wir haben im April 2000 angefangen und waren ein halbes Jahr später fertig“, erinnert sich Körber. Wir, das sind mehrere Mitstreiter. „Denn allein hätte ich das nie geschafft. Insgesamt haben wir 856 Arbeitsstunden geleistet.“ Daher ist es ihm ein wichtiges Anliegen, dass die Helfer von damals genannt werden: Hermann Wilhelms, Karlheinz Franz, Heinz Raufeisen, Erwin Küchau, Adolf Irmer, Günter Probst, Christoph Mumber und Dieter Linke. „Einige sind 90 Jahre alt geworden, einige sind jedoch auch leider schon tot“, sagt der gebürtige Dedenser.

Noch eine Erinnerung an den Bergbau

Nicht nur die Skulptur an der Normannischen Straße erinnert an den Bergbau in Ronnenberg, sondern auch ein Objekt, das noch älter ist. Am Heimatmuseum gibt es ein Ehrenmal für die verstorbenen Bergleute, das sich auf das Stadtgebiet Ronnenberg und auch auf Empelde bezieht. Zu sehen ist ein Förderwagen mit dem bergmännischen Symbol, der auf einem Sandsteinsockel steht. Dieser wurde 1983 aufgestellt – passend zum damals 75-jährigen Jubiläum des Bergmannsverein Glück Auf Ronnenberg.

Bereits Ende der Neunzigerjahre erhielt der hannoversche Künstler Klaus Meier-Warneboldt den Auftrag für die Skulptur, die den Kalibergbau im Stadtgebiet Ronnenberg symbolisch darstellen sollte. Die drei Stahlbögen symbolisieren die Gefahr bei der Suche nach Lagerstätten (rot), den erfolgreichen Abbau des Kalisalzes (gelb) und den Wassereinbruch (blau). „Am 28. Oktober 2000 haben wir die Skulptur dann der Ronnenberger Öffentlichkeit übergeben“, berichtet der Diplom-Bergingenieur Körber, der mit Meier-Warneboldt und dem seinerzeit amtierenden Ronnenberger Bürgermeister Paul Wenig dabei war.

Paul Wenig (von links), Klaus Meier-Warneboldt und Heinz Jürgen Körber übergeben die Skulptur im Jahr 2000 der Öffentlichkeit. Quelle: Stephan Hartung (Reporduktion)

Der Bergmannsverein, dem Körber 26 Jahre vorstand, löste sich am 31. Dezember 2013 auf. Damit verschwand ein weiteres Stück Zeitgeschichte zum Thema Bergbau. Wenn man Körber zuhört, bemerkt man, dass die Erinnerung an den Bergbau in Ronnenberg seine Herzensangelegenheit ist. „Die Tradition darf nicht in Vergessenheit geraten – das hat mit der Ehre der Bergleuten zu tun.“ Umso wichtiger sei daher die Skulptur an der Normannischen Straße. „Die ist sehr stabil und hält noch lange. Gut, dass wir uns damals gegen Holz entschieden haben“, sagt Körber und lacht.

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Von Stephan Hartung