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Ronnenberg Südlink soll durch Ronnenberg verlaufen
Umland Ronnenberg Südlink soll durch Ronnenberg verlaufen
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00:19 24.02.2019
Durch solche Rohre werden die Kabel für den Südlink verlegt. Quelle: Roland Weihrauch
Ronnenberg

Die Stromautobahn Südlink soll den aus Windernergie an der Nordsee gewonnen Strom nach Grafenrheinfeld in Bayern transportieren. Die Trasse für die Starkstromleitung ist umstritten, obwohl die Betreiber nach umfangreichen Protesten aus der Bevölkerung zugestimmt haben, die Leitung als Erdkabel zu verlegen und weitestgehend auf Überlandkabel zu verzichten. Am Donnerstag ist nun in Berlin die Entscheidung über den Verlauf der Südlink-Trasse in der Region Hannover gefallen. Überraschung herrschte vielerorts, dass nicht die lange favorisierte Osttrasse, die die Region nur wenig berühren sollte, sondern die Westtrasse quer durchs Calenberger Land den Zuschlag erhalten hat.

Megastromkabel verläuft an Weetzen entlang

Das Megastromkabel würde demnach im Bereich der Biogasanlagen die Gehrdener Straße kreuzen und dann westlich von Weetzen etwa entlang der Stadtgrenze zu Gehrden in südlicher Richtung bis nach Holtensen auf Ronnenberger Gebiet verlaufen. Auch bei der Stadtverwaltung in Ronnenberg war die Überraschung groß. „Wir haben jetzt die Situation, von der wir gehofft haben, dass sie nicht eintritt“, sagte der zuständige Fachbereichsleiter Wolfgang Zehler. Für ihn sei die Luft aus dem gesamten Vorgang allerdings etwas raus, seitdem bekannt sei, das der Südlink als Erdverkabelung geführt werde. Nach Zusendung der Unterlagen, die die Entscheidung mit sich bringe, müsse man genau mögliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft betrachten. Dies sei in Ronnenberg „noch nicht spitz diskutiert worden“, da man eigentlich von einem anderen Verlauf ausgegangen war.

Bereits im bisherigen Prozess habe die Stadt Ronnenberg zahlreiche Argumente gegen den nun beschlossenen Verlauf der Trasse vorgebracht. Diese gilt es nun zu überprüfen und zu bekräftigen.

Archäologische Untersuchungen erforderlich?

Karl Seemann, Vorsitzender des Heimatbundes, begrüßt indes den beschlossenen Verlauf der Trasse. Er erwartet, dass der genaue Verlauf der Stromleitung über ein von ihm vermutetes Gräberfeld führt. „Dann müssen zuerst die Archäologen ran“, sagt er. Sollten sich seine Vermutungen bestätigen, erhofft sich Seemann aus den Untersuchungen Rückschlüsse auf den genauen Verlauf der historischen Hellweges auf Gehrdener Gebiet und den Beweis, dass die Schlacht von Runibergun im Jahr 530 auf Ronnenberger Gebiet stattgefunden hat. Damit könnte das Alter Ronnenbergs genauer datiert werden, hofft er.

Wie die Gehrdener auf den Trassenverlauf reagieren, lesen Sie hier.

Auch Wennigsens Bürgermeister Christoph Meineke wurde von der Entscheidung überrascht.

Interaktive Karte: Das ist der geplante Verlauf der Trasse

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Von Uwe Kranz

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