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Seelze Alte und neue Technik: Das war der Entdeckertag 2019 in Seelze
Umland Seelze

Alte und neue Technik: Das war der Entdeckertag 2019 in Seelze

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18:47 08.09.2019
Zeigen, wie sie Roboter programmieren: Carlo Brokering (von links), Björn Ellwert, Marius Keister, Lehrer LeonhardMöhring, Süheyla Yilmaz, Xenia Dell und Tim Hartmann. Quelle: Linda Tonn
Seelze

Bärbel Paetsch kurbelt – und irgendwann ist aus der Sahne in dem gläsernen Krug Butter geworden. Carlo Brokering tippt – und irgendwann weiß der Roboter, was er tun muss, wenn er vor dem Hindernis steht. Heinz Gehrke dreht die Winde – und irgendwann rollt sich der Faden zu einem Knäuel zusammen. Beim 32. Entdeckertag am Sonntag drehte sich in Seelze alles rund um Technik – alte und neue.

Weniger Besucher als 2018

Waren im vergangenen Jahr noch 600 Menschen in das neu eröffnete Heimatmuseum geströmt, ist die Zahl der Besucher am Sonntag deutlich überschaubarer: In Kleingruppen ziehen sie ab 11 Uhr durch das Museum und den Alten Krug. „Ein bisschen mehr könnten es noch werden“, sagt Heinz Gehrke vom Museumsverein am Mittag. Er führt die Besucher durch die verschiedenen Ausstellungsräume und präsentiert den technischen Standard der Haushalte um 1900 – vom Sonntagsgeschirr bis zum Staubsauger.

„Ein Herd gehörte zu jedem Haushalt einfach dazu“, sagt Gehrke, während er in der liebevoll eingerichteten Arbeiterküche zeigt, wie sich die Spüle ausziehen lässt und Röster und Waffeleisen ihren Platz auf den ausgestanzten Platten direkt über dem Feuer finden. Die metallene Brotdose für den Fünf-Kilogramm-Laib kennt eine der Besucherinnen noch aus der eigenen Kindheit, ebenso wie die Kaffeekanne mit dem extra langen Ausguss. „Technik war in vielen Haushalten zu dieser Zeit schon zu finden, allerdings in wesentlich einfacherer Art, als wir sie heute kennen“, sagt Gehrke. Und vor allem sei Handarbeit gefragt gewesen.

Butter und Seife in Handarbeit

Das können die beiden Damen am Stand vor dem Alten Krug bestätigen: Eine Fuhre Butter haben Bärbel Paetsch und Christina Loer schon produziert – mit Muskelkraft. 20 bis 30 Minuten drehen sie an der Kurbel und schlagen damit die flüssige Sahne in ihrem Krug zu geschmeidiger Butter. „Wir buttern“, erklärt Paetsch und zeigt, wie Molke und feste Butter getrennt werden und die Butter dann aufwendig noch zweimal mit Wasser übergossen und ausgepresst werden muss, bevor sie den Weg aufs Brot findet. Mit Bärlauch und Schnittlauch ergänzt schmeckt sie dann sogar den Kindern.

"Ein Waffeleisen gab es in jedem Haushalt": Heinz Gehrke vom Museumsverein präsentiert die verschiedenen technischen Einrichtungen in der Küche. Quelle: Linda Tonn

„Viele wissen gar nicht mehr, wie viel Arbeit dahintersteckt“, sagt Paetsch. Auch am gegenüberliegenden Stand geht es um echte Handarbeit. Susanne Richter zeigt, wie sie ihre Naturseifen herstellt. „Allerdings beherrschen die Kinder und Jugendlichen heute auch Techniken, die wir Erwachsenen nur schwer nachvollziehen können“, sagt Besucherin Evelyn Werner, die sich im Saal im Alten Krug gerade die Roboter der Roboter-AG des Georg-Büchner-Gymnasiums angeschaut hat.

Auf Bodenplatten schlängelt sich auf weißem Untergrund ein schwarzer Weg. Carlo Brokerings Roboter bewegt sich zwar sicher über den Weg, kann aber an einer Kreuzung nicht erkennen, dass er eigentlich abbiegen soll. „Wir schreiben am Computer 1000-Zeilen-Codes, damit die Roboter verstehen, was sie zu tun haben“, sagt er. 50 Mitglieder zählt die Schüler-AG, die mit ihren selbst gebauten Gefährten auch schon international erfolgreich war.

„Eigentlich ist die Technik gar nicht so schwer“, erklärt der betreuende Lehrer Leonhard Möhring. „Das Gerät ist dumm, und wir erklären ihm, was es tun soll.“ Irgendwann soll der Roboter auch Kugeln aufsammeln und nach Farben trennen können – dafür muss aber noch ein wenig geschraubt werden.

Deutlich weniger Besucher als im vergangenen Jahr sind am Sonntag zum Entdeckertag nach Seelze gekommen. Im Heimatmuseum und im Alten Krug konnten sie alte und neue Technik erleben.

Von Linda Tonn

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