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50 Seelzer diskutieren: So soll das Stadtzentrum schöner werden

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00:21 25.05.2019
Katja Volkhardt (links) von der Wirtschaftsförderung der Stadt Seelze führt die Teilnehmer der Bürgerbeteiligung durch die Seelzer Innenstadt. Dabei werden einige Stärken und noch mehr Schwächen des Stadtkerns sichtbar. Quelle: Ann-Christin Weber
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Seelze

Viele Schwächen, wenige Stärken, aber unheimlich viele Ideen: Rund 50 Bürger aus den Seelzer Stadtteilen haben sich im Rathaus zusammengesetzt, um gemeinsam Wünsche und Anregungen für die Aufwertung des Stadtzentrums zu diskutieren. Bei der Bürgerbeteiligung wurde schnell klar, dass sich die Seelzer für ihren Stadtkern dringend eine Typveränderung wünschen.

Bei der ersten Runde der Bürgerbeteiligung gab es viel Kritik. Die Teilnehmer äußerten aber auch Wünsche für die Zukunft.

„Wir müssen uns den Herausforderungen der Zukunft stellen“, sagt Seelzes Bürgermeister Detlef Schallhorn. „20 Jahre ist die letzte Stadtkernsanierung her, und das ist für eine Stadtentwicklung eine lange Zeit.“ In der Diskussion um die Neugestaltung stehen sich jedoch die unterschiedlichen Interessen der Politik und des Gewerbes gegenüber. Die Bürgerbeteiligung soll hier Klarheit schaffen. Immerhin seien es die Bürger, die ihren Alltag in Seelze verbringen, sagt Katja Volkhardt, Wirtschaftsförderin der Stadt Seelze. In insgesamt vier Arbeitsgruppen erarbeiteten die Teilnehmer der Bürgerbeteiligung Ideen zur Verbesserung.

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Das sagen die Seelzer Bürger zum Verkehr

Der anfängliche Stadtspaziergang mit den Teilnehmern der Bürgerbeteiligung zeigt schnell, wo sich etwas ändern sollte. Schon am Alten Krug wird Kritik laut. „Ich würde hier gerne mal sitzen und ein Eis essen, aber mich stört einfach dieser enorme Verkehr“, erläutert Mike Hoppe der Runde fast brüllend, um gegen den Verkehrslärm auf der Hannoverschen Straße anreden zu können, die ab Juni saniert wird. Viele Autofahrer beachteten zudem die Tempolimits nicht – so auch einige Hundert Meter weiter Am Kreuzweg. Die Spielstraße werde auch mal schnell zur „Rennstrecke“.

Zur Lösung des Verkehrsproblems bevorzugen die Teilnehmer die von den Seelzer Geschäftsleuten umstrittene Fußgängerzone. Jene hätten sich lieber mehr Parkplätze gewünscht. Die Seelzer ziehen stattdessen den Bau eines Parkhauses oder die Erweiterung von Parkmöglichkeiten am Rand des Zentrums vor. Alternativ wäre die Hannoversche Straße für die Teilnehmer auch als Einbahnstraße denkbar.

So soll sich das Leben auf den Plätzen ändern

Das Ziel müsse aber auch sein, die Plätze im Inneren Seelzes zu verschönern. Angela Reinecke würde sich am Rathausplatz einen Brunnen wünschen, doch nur, wenn sie das Plätschern des Wassers auch hören kann. „Verschönerung macht nur dann Sinn, wenn die Verkehrssituation so weit heruntergefahren wird, dass ich die Verschönerung auch wahrnehme“, sagt die 54-Jährige.

Für mehr Leben auf den Plätzen könnte der Wochenmarkt sorgen, allerdings nur wenn dieser zukünftig an einem Freitagnachmittag oder Sonnabendvormittag stattfinden würde. Denn am bisherigen Termin – dem Dienstagvormittag – wären die meisten Seelzer bei der Arbeit. Doch nicht nur daran läge es. „Drei Stände und davon eine Bratwurstbude? Dafür gehe ich von der Arbeit nicht extra zum Wochenmarkt“, sagt Kristin Rohde. Für Rolf Zikowsky liegt das daran, dass die Marktstände in der Stadt verstreut sind. Stattdessen rät er dazu, alle Marktstände auf einen Platz zu holen.

Seelzer Bürger wollen Veränderungen in der Gastronomie

Der zu kleine Markt, aber auch das eintönige Ladenangebot im Zentrum verschenke gerade bei jüngeren Generationen viel Potenzial. „Ich wohne seit 2015 in Seelze und sehe hier nur Dönerläden, Kneipen und Nagelstudios“, sagt Stjepan Pasalic. Moderne Gastronomie wie ein Burger-Laden oder ein veganes Restaurant würden bei Jüngeren besser ankommen. Auch ein alljährliches Food-Truck-Festival auf dem Platz am Alten Krug wie im März in Wunstorf kann sich der 33-Jährige vorstellen. In den Arbeitsgruppen erhält der Vorschlag für einen Bioladen viel Zuspruch.

Am 22. August geht die Bürgerbeteiligung in die zweite Runde: Dann wird geschaut, welche Vorschläge aus den vier Arbeitsgruppen umsetzbar sind, Projekte und Vorhaben werden aufgestellt. „Am Ende bündeln wir die Interessen der Bürger sowie der Geschäftsleute, und dann wird das Beste draus gemacht“, sagt Seelzes Bürgermeister. Schallhorn hofft, dass das Konzept bis Ende des Jahres, pünktlich zur Haushaltsplanung für 2020, fertiggestellt ist.

Von Ann-Christin Weber

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