Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Arbeit ohne Ende für die Dachdecker
Umland Seelze Nachrichten Arbeit ohne Ende für die Dachdecker
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:10 01.04.2015
Gefragte Handwerker: Jörg Baumann (links) und Patrick Weber von Dachdeckerei Krause ersetzen ein zerborstenes Dachfenster. Quelle: Markus Holz
Anzeige
Seelze

23 Einsätze in Seelze mit Teams von jeweils bis zu zwölf Helfern; 40 Einsätze mit rund 100 Ehrenamtlichen in Garbsen - das sind die Notfallkräfte, die am Dienstag zehn Stunden lang von Einsatz zu Einsatz geeilt sind. Gestern haben die Aufräumarbeiten begonnen. In Seelze musste eine 20 Meter hohe Tanne an der Hannoverschen Straße zersägt werden. In Schloß Ricklingen kappte die Feuerwehr eine Eiche. Der Sturmriss im Stamm war erst morgens sichtbar.

„Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte Seelzes Feuerwehrsprecher Jens Köhler. „Auch wenn es nicht dramatisch war, hat das die Feuerwehren gefordert“, sagte Garbsens Stadtbrandmeister Ulf Kreinacker.

Anzeige

Die meisten Feuerwehrleute sind berufstätig. Ohne verständige Arbeitgeber stünden den Einheiten nicht so viele Hände zur Verfügung. Köhler dankte darum der Firma Honeywell. „Unsere Mitglieder konnten ohne Weiteres ihren Arbeitsplatz verlassen. Und Honeywells Werksfeuerwehr unterstützt uns.“ In Schloß Ricklingen half Sven Hoffmann bei der Eiche. Hoffmann arbeitet wie viele andere bei VW Nutzfahrzeuge. „Wir füllen die Lücken mit Mitgliedern der Produktionsteams auf und stellen die Ehrenamtlichen selbstverständlich für Einsätze frei“, sagte ein VWN-Sprecher.

Nach den Feuerwehren rücken die kommunalen Servicebetriebe aus: Der Seelzer Betriebshof hatte reichlich zu tun, Spielplätze zu kontrollieren und Äste von Straßen zu kehren. Knapp 60 Einsätze zählten die Servicebetriebe Garbsen. Ihnen obliegt auf öffentlichen Flächen alles, was nicht unter den Nothilfeauftrag der Feuerwehren fällt.

Überaus gefragt waren gestern zwei Gewerke: Baumpfleger und Dachdecker. „Wir haben heute ohne Ende Einsätze“, sagt Dachdecker Christian Blume. Sein Seelzer Kollege Jens Krause: „Uns steht das Wasser bis zum Hals, 55 bis 60 Sturmschäden, alle vier Minuten klingelte das Telefon - das ist grenzwertig.“ Um 14 Uhr wechseln Krauses Mitarbeiter ein Dachfenster in Altgarbsen am Hegerwisch, Auftrag Nummer sechs an diesem Tag. „Und ein Ende ist noch nicht absehbar“, sagt Dachdecker Jörg Baumann.

Treeske Hönemann, Bernd Riedel und Markus Holz

Treeske Hönemann 31.03.2015
Thomas Tschörner 31.03.2015
Treeske Hönemann 31.03.2015