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Umland Seelze Nachrichten Bauern ziehen erstes Erntefazit
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16:00 17.10.2013
Allerorten werden derzeit die Zuckerrüben geerntet, so wie hier mit einem Rübenroder in der Feldmark zwischen Almhorst und Döteberg.
Allerorten werden derzeit die Zuckerrüben geerntet, so wie hier mit einem Rübenroder in der Feldmark zwischen Almhorst und Döteberg. Quelle: Wolfgang Rogl
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Seelze

Als letzte Feldfrüchte ernten Seelzes Landwirte erst seit Kurzem ihre Zuckerrüben. „Die Saison hat zwei Wochen später als üblich begonnen“, sagt Bezirkslandwirt Christian Schomburg. Der Gümmeraner rechnet mit zehn bis 20 Prozent weniger Erträgen: Im Vorjahr seien es rund 70 Tonnen pro Hektar gewesen, in diesem wohl nur etwas mehr als 60 Tonnen. Entlang der Leine von Letter bis Gümmer habe es wegen des wochenlangen Hochwassers sogar Totalausfälle gegeben. Das bestätigt auch Franz Hesse von der Zuckerfabrik Nordstemmen: „Die Landwirte an der Leinemasch waren gebeutelt.“ Denn nach acht Tagen im Wasser nähmen die Pflanzen Schaden. Die Bauern in Harenberg, Kirchwehren und Lathwehren dagegen seien meist Spitzenlieferanten.

Die Getreideernte mit dem Weizen als wichtigster Pflanze der Seelzer Landwirtschaft sei dagegen relativ gut gewesen und liege mit rund neun Tonnen pro Hektar sogar leicht über dem Landesdurchschnitt, erläutert Schomburg. Aber die Erlöse gingen dennoch in den Keller: Im Vorjahr habe ein Bauer für 100 Kilogramm Weizen noch 22 Euro bekommen, in diesem Jahr nur 17 Euro. „Dafür sind internationale Gründe ausschlaggebend, von denen auch Seelze abhängig ist.“ So habe etwa Russland im vergangenen Jahr deutlich weniger Weizen exportiert, sodass die Preise höher waren.

So gut wie beendet sind die Kartoffelernte und der Maisschnitt - doch beide spielten vor Ort nur eine untergeordnete Rolle, sagt Schomburg. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen rechnet mit elf Prozent weniger Erntemenge. Kaum nennenswert in der Seelzer Landwirtschaft ist die Viehwirtschaft. Nachdem im Vorjahr der letzte Milchbauer in Döteberg seine Stallungen geschlossen hat, sind jetzt laut Schomburg nur noch in Lohnde und Kirchwehren zwei Bauern in der Viehwirtschaft tätig. In absehbarer Zeit, so vermutet der Bezirkslandwirt, wird die Milchviehhaltung in Seelze wohl der Geschichte angehören.

Wolfgang Rogl und Oliver Kühn