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Nachrichten Brotkorb erhält 40.000 Kekse
Umland Seelze Nachrichten Brotkorb erhält 40.000 Kekse
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00:15 26.03.2013
Foto: Da packt man gern an: Mitarbeiterin Silvia Krupski (links) lässt sich von der Vorsitzenden Marion Straschewski und deren Enkel Nico (3) beim Einlagern der 1000 Kekspackungen helfen.
Da packt man gern an: Mitarbeiterin Silvia Krupski (links) lässt sich von der Vorsitzenden Marion Straschewski und deren Enkel Nico (3) beim Einlagern der 1000 Kekspackungen helfen. Quelle: Oliver Kühn
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Seelze

Die Vorsitzende der Lebensmittelausgabe, Marion Straschewski, kann ihr Glück - stellvertretend für alle Mitarbeiter und Bedürftigen - noch immer kaum fassen. Gestern morgen hielt ein Lastwagen vor dem Lager des Seelzer Brotkorbes und lieferte eine 235 Kilogramm schwere Palette ab - original Butterkekse von Bahlsen. 42 Kartons mit je 24 Packungen, macht genau 1008 Packungen. Da jede Packung 40 Kekse enthält, können sich die Kunden des Brotkorbs auf sage und schreibe 40.320 Stück der Backware freuen.

Mit der Lieferung hat Bahlsen sein Versprechen wahr gemacht, 52 wohltätige Einrichtungen - für jeden der 52 Zacken eines Butterkekses - mit seinen krümeligen Produkten zu beliefern. Das hatten die Diebe gefordert, die im Januar den 100 Jahre alten Bahlsenkeks aus vergoldetem Messing, das Wahrzeichen des Familienunternehmens am Firmensitz an der Podbielskistraße in Hannover, gestohlen hatten. Darüber hatten nicht nur HAZ und Neue Presse berichtet, sondern Zeitungen und Fernsehanstalten auf der ganzen Welt.

Das "Krümelmonster" stahl im Januar 2013 den Keks vom Bahlsen-Stammhaus. Die ganze Affäre zum Nachlesen.

„Ob man sich nun bei dem ominösen Krümelmonster für seine halbseidene Tat bedanken will, bleibt jedem selbst überlassen“, meint Pressesprecher Carsten Hort. Die Straftatbestände Diebstahl und versuchte Erpressung kämen aber nicht mehr in Betracht, hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, weil der Keks zurückgegeben wurde, bevor eine Gegenleistung erbracht worden sei. Weil die Aktion also nicht als klassisch kriminell eingestuft ist, freut sich Straschewski über die unverhoffte Spende: „Ich habe mit den Umständen keine Probleme und habe mit dieser Spende wirklich nicht gerechnet.“

Ähnlich sieht es auch Mitarbeiterin Silvia Krupski. „Wir freuen uns, dass wir die Kekse weitergeben können.“ Rund 150 Leute kommen jede Woche zum Brotkorb, um sich mit Lebensmitteln einzudecken. Die Süßwaren sollen bei der Vergabe aber mit Augenmaß verteilt werden. Krupski rechnet damit, dass die 1008 Packungen so fast ein halbes Jahr reichen können.

Auch wenn noch gar kein Keks verteilt ist, denkt Krupski schon pragmatisch und vorausschauend: „Es wäre schön, wenn Bahlsen uns auch einfach mal so bedenken würde.“

Mehr zum Thema

Das Krümelgate steuert auf ein gutes Ende zu. Die Staatsanwaltschaft Hannover hat die ursprünglich gegen die Täter erhobenen Vorwürfe Diebstahl und versuchte Erpressung fallen lassen. Und einen Tag später verrät Bahlsen, welche Unternehmen von der versprochenen Keksspende profitieren.

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