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Nachrichten Bürger beschweren sich über Geruchsbelästigung
Umland Seelze Nachrichten Bürger beschweren sich über Geruchsbelästigung
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08:30 09.04.2011
Horst Henze führt exakt Buch über die Geruchsbelästigung. Auf seinem Balkon gegenüber der St.-Martin-Kirche nimmt er die Dunstschwaden häufig wahr. Quelle: Pfennig
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Horst Henze etwa ist erst vor rund einem Jahr nach Seelze gezogen. Seitdem aber müssen er und seine Frau sich immer wieder mit unangenehmen Gerüchen in der Luft rumschlagen. „Das ist eine Beeinträchtigung unserer Lebensqualität“, sagt Henze. Das Ehepaar führt Buch über die Geruchsschwaden: Allein seit Mitte März haben sie an 13 Tagen die Belästigung wahrgenommen. Auch an den Bürgermeister haben sie sich gewandt. „Wir wissen aus vielen Gesprächen, dass auch andere Seelzer Bürgerinnen und Bürger sich wie wir belästigt fühlen“, schreiben sie.

Seelzes Ortsbürgermeister Walter Mill berichtet ebenfalls von penetranten Geruchsschwaden – vor allem auf dem Weg in Richtung Garbsen. „Das ist schon langsam unerträglich“, sagt er.

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Ähnliche Erfahrungen hat eine Frau aus Altgarbsen gemacht. Sie fühlt sich erinnert an die Ausdünstungen, die vor Jahren die Nachbarn von Honeywell ertrugen. Damals hatte das Unternehmen baulich nachgebessert, und der Geruch verschwand. „Jetzt ist es wieder das Gleiche“, sagt die Altgarbsenerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Wir werden wach von diesen Gerüchen.“ Selbst von Anliegern der Leine aus Neustadt kommen Meldungen über Geruchsbelästigung.

Honeywell hatte am Mittwoch mitgeteilt, bei einer Messung im März eigene Abluft, Kanalisation und Rindenmulch festgestellt zu haben. Die Stadtverwaltung ist laut Sprecherin Martina Krapp am Donnerstag von Honeywell über die Ergebnisse unterrichtet worden. Man halte aber daran fest, eigene Werte zu ermitteln. Wann das passieren soll, wollte Krapp nicht sagen. Eine entsprechende Planung liege jedoch vor. Die Verwaltung habe zudem die Hinweise der Bürger an die Firma weitergegeben, die im Auftrag der Stadt den Gerüchen nachgehen soll.

Honeywell hat unterdessen ausgeschlossen, dass eine 2010 genehmigte Vergrößerung des Abfalllagers als Ursache in Frage kommt. Die Genehmigung sei zwar da, gebaut wurde aber noch nichts, teilte die Firma mit.

Ralf Heußinger