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Umland Seelze Nachrichten Unfall-Auto soll Fahrer sensibilisieren
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00:16 09.04.2017
Ralf Hantke (links) und Horst Kirchhoff wollen den Unfallwagen auch in anderen Stadtteilen ausstellen.
Ralf Hantke (links) und Horst Kirchhoff wollen den Unfallwagen auch in anderen Stadtteilen ausstellen. Quelle: Thomas Tschörner
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Seelze

Ralf Hantke, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes des Polizeikommissariats Seelze, und Horst Kirchhoff von der städtischen Straßenverkehrsbehörde haben die Präventionsaktion organisiert. Die nächsten 14 Tage wird das Unfallfahrzeug samt Baumstamm in Höhe des Fahrersitzes auf dem Rathausplatz stehen und demonstrieren, wie gefährlich zu schnelles Fahren werden kann. "Das war ein ähnlicher Unfall, wie der vor ein paar Tagen in Lohnde", sagt Hantke. In Lohnde hatte ein 16-jähriger Fahrer auf der Flucht vor der Polizei mit dem Chrysler Voyager seiner Schwester in der Krummen Masch eine Leitplanke durchbrochen und war mit dem Dach auf mehreren, unterhalb parkenden Fahrzeugen und Anhängern gelandet. Die Tachonadel sei bei 140 hängengeblieben, und auch der Chrysler habe wie der Polo auf dem Anhänger schlimm ausgesehen, sagt Hantke. Es sei pures Glück gewesen, dass der 16-Jährige mit lediglich leichten Verletzungen aus eigener Kraft aus dem Unfallwagen klettern konnte.

Dieses Glück hatte der 24-jährige Fahrer am Steuer des ausgestellten VW Polo nicht, er starb bei dem Unfall. Die Stiftung zur Vermeidung von Verkehrsopfern verleiht eine Reihe von "Unfall-Denkmalen" in der Hoffnung, dass die übel beschädigten Fahrzeugen eine abschreckende Wirkung haben, Fahrer zum Nachdenken und einer Änderung ihres Verhaltens anregen. Dazu gibt es Tipps für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Dazu schlägt die Stiftung unter anderem vor, jeden Tag drei Minuten von den zur Verfügung stehenden 1440 Minuten an andere Verkehrsteilnehmer zu "verschenken", indem auch mal auf die eigene Vorfahrt verzichtet wird oder andere Fahrer sich in den Verkehr einfädeln dürfen.

"Seelze ist kein Unfallschwerpunkt", betont Hantke. Es ginge um Prävention. Nächste Station des Polo-Wracks solle Letter sein, sagt Kirchhoff. "Wir prüfen derzeit, ob auf dem Kastanienplatz eine Abstellmöglichkeit besteht." Denn das "Unfall-Denkmal" solle dort platziert werden, wo es von vielen Menschen gesehen werden kann. "Wir wollen es auch den Ortsteilen anbieten", sagt Hantke. Ortsbürgermeister können sich bei Interesse an Hantke oder Kirchhoff wenden.

Fotostrecke Seelze: Unfall-Auto soll Fahrer sensibilisieren

Von Thomas Tschörner