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Umland Seelze Nachrichten Heimatmuseum kommt ins Fernsehen
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00:32 26.05.2018
Rakip Rakip schleift das Nussbaumparkett im Eingangsbereich des Heimatmuseums ab. Quelle: Patricia Chadde
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Seelze

Der Museumsverein hat sich erfolgreich beworben: Das NDR-Fernsehen besucht am Montag, 28. Mai, das Heimatmuseum Seelze und sendet dabei auch live. Der Museumsverein plant deshalb neben einer Stadtführung mit dem Reitergeneral Michael von Obentraut auch eine Kaffeetafel vor dem Alten Krug, zu der Interessierte eingeladen sind.

„Es gab eine Bewerbungsmöglichkeit im Internet“, sagt Knut Werner, Vorsitzender des Museumsvereins, der das Heimatmuseum betreibt. Mit zwei Punkten habe der Verein auf sich aufmerksam gemacht: Das Museum zieht von Letter nach Seelze um, und ist für seine Arbeit bereits mehrfach zertifiziert worden. „Wir haben Glück gehabt, dass wir berücksichtigt wurden“, sagt Werner. Aber immerhin wandere das Heimatmuseum auch von einem Stadtteil in den anderen. Dies käme schließlich nicht alle Tage vor.

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Das dreischichtige Nussbaumparkett hat einige beschädigte Elemente, die ausgetauscht werden müssen. Quelle: Patricia Chadde

Die beiden Standorte werden auch bei den geplanten Dreharbeiten berücksichtigt. Erste Station des Fernsehteams wird voraussichtlich um 10 Uhr das Gebäude des Museums an der Straße Im Sande in Letter sein. Danach folgten Aufnahmen in den neuen Räumen im Alten Krug in Seelzes Stadtzentrum, in denen derzeit die Handwerker aktiv sind. Um das Thema abzurunden, startet um 11 Uhr eine Stadtführung mit Michael von Obentraut, dargestellt von Schauspieler Rainer Künnecke. Die Strecke führt zur Kirche St. Martin, wo ebenfalls gedreht wird. „Es geht darum, einen kleinen Eindruck von Seelze zusätzlich zu den Szenen im neuen Museum zu erhalten.“

Die Länge der benötigten Fußleisten wird mit diesem Gerät ermittelt. Quelle: Patricia Chadde

Publikum ist zumindest vor dem Alten Krug ausdrücklich erwünscht. Der Museumsverein stellt für den frühen Nachmittag einige Tische und Stühle auf und sorgt auch für Kaffee und Kuchen. Der Eintritt ist frei. Noch am Montag werde das NDR in der Reihe „Mein Nachmittag“ zwischen 16.20 und 17.10 Uhr den Beitrag über Seelze und das Heimatmusem bringen. Zwei mal vier Minuten würde auch live gesendet. Er und Museumsleiter Heinz Gehrke würden dabei Rede und Antwort stehen, sagt Werner.

Der Umzug in den Alten Krug beschert dem Heimatmuseum eine deutlich größere Ausstellungsfläche, auf der die Geschichte Seelzes und seiner Stadtteile umfassender und moderner präsentiert werden soll. Auch für Sonderausstellungen ist künftig mehr Raum vorhanden. Insgesamt sind Knut Werner, Heinz Gehrke mit den Bedingungen sehr zufrieden. „Es wird so gemacht, wie wir es uns wünschen“, sagt Gehrke. Für den Umbau des Alten Kruges als neues Heimatmuseum und Stadtarchiv nehme der Eigentümer rund 100 000 Euro in die Hand. Damit sind dann jedoch nur die Räume fertig. Für die Ausstattung des Museums wird weiteres Geld benötigt (siehe Kasten). Investitionen sind nicht nur für neue Möbel und Vitrinen, sondern auch die museumspädagogische Ausgestaltung etwa mit per Touchscreen abrufbaren Videos in der Dauerausstellung.

Der Umzug ist für den Sommer geplant. Dabei wird der Museumsverein auch externe Helfer in Anspruch nehmen müssen. Die Eröffnung ist für den Regionsentdeckertag am Sonntag, 9. September, geplant.

Unterdessen läuft in Letter die letzte Sonderausstellung über Kinder in Seelze in unterschiedlichen Jahrzehnten, die noch bis zu den Sommerferien jeweils sonntags von 14.30 bis 17.30 Uhr zu sehen ist.

Museumsverein hofft auf Spenden

Der Umzug des Heimatmuseums in die Räume im Alten Krug bedeutet nicht nur einen großen Arbeitsaufwand für die ehrenamtlichen Betreiber des Museumsvereins. Es entstehen auch Kosten von rund 100.000 Euro für die Ausstattung der Räume, von denen der größte Teil durch Förderprogramme gedeckt ist. Zuletzt hatte die Region eine Unterstützung von 52.500 Euro zugesagt, die in den nächsten drei Jahren in drei Raten ausgezahlt werden. Damit ist der Verein ein großes Stück weiter und kann neue Möbel sowie die Ausstattung für das geplante Bistro anschaffen. Es fehlt aber noch Geld für eine Beleuchtungsanlage, für die der Verein auf Spenden von Firmen und Privatleuten hofft. Alle Firmenspenden ab 500 Euro würden namentlich auf einer Tafel aufgeführt, Geldgaben von Bürgern ab 100 Euro. Spenden sind steuerlich absetzbar und können auf das Konto des Museumsvereins bei der Hannoverschen Volksbank, IBAN: DE61 2519 0001 0726 0660 00, BIC: VOHADE2HXXX, eingezahlt werden.

Von Thomas Tschörner