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Umland Seelze Nachrichten Für mehr Lärmschutz ist es nicht laut genug
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00:15 31.01.2014
Von Thomas Tschörner
Mehr Schutz gegen den Lärm der nahen Autobahn wird es für die Einwohner von Dedensen und Gümmer vorerst nicht geben.
Mehr Schutz gegen den Lärm der nahen Autobahn wird es für die Einwohner von Dedensen und Gümmer vorerst nicht geben. Quelle: Symbolbild
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Seelze

Seit Jahren klagt der Ortsrat Dedensen über die Lärmbelastung des Stadtteils wegen des Verkehrs auf der nahe gelegenen Autobahn. Mehrfach hatten die Dedenser die Stadt aufgefordert, etwas zu unternehmen und sich für Lärmschutz einzusetzen. Unterstützt wurden die Dedenser von der SPD-Fraktion im Rat der Stadt. Die Sozialdemokraten waren überzeugt, dass Dedensen und Gümmer wie die Nachbarn Anspruch auf Lärmschutz hätten. Zur Begründung nannte Fraktionschef Alexander Masthoff die „fehlgeschlagene Verkehrsprognose“ aus den achtziger Jahren, die den Bund zu nachträglichen Schutzmaßnahmen verpflichte. Jetzt liegt eine Vorlage der Verwaltung vor, mit der die politischen Gremien informiert werden.

Das Bundesverkehrsministerium verteidigt in einer Stellungnahme an die Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth die Prognose aus dem Jahr 1986, weil damals noch nicht der Verkehrszuwachs in Folge der deutschen Wiedervereinigung berücksichtigt werden konnte. Für das Jahr 2000 wurden im Bereich Wunstorf-Luthe in östlicher Richtung pro Tag durchschnittlich 55.000 Fahrzeuge kalkuliert, darunter hat der Schwerverkehr tagsüber einen Anteil von 25 Prozent und nachts von 45 Prozent. Der im Jahr 2010 ermittelte Istzustand gibt rund 91.000 Fahrzeuge binnen 24 Stunden für diesen Bereich an. Allerdings liegt der Schwerverkehr mit tagsüber 16 Prozent und nachts 36 Prozent unter der Prognose für das Jahr 2000.

In westlicher Richtung wurden in 24 Stunden 47.000 Fahrzeuge prognostiziert (2010: knapp 90.000). Für den Schwerverkehr wurden tagsüber 25 Prozent und nachts 45 Prozent errechnet (2010: 18 und 40 Prozent). Trotz des gestiegenen Gesamtverkehrs lägen die Lärmgrenzwerte aber unterhalb der 1986 ermittelten Werte.

Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr weist darauf hin, dass nur an sechs Wohngebäuden die Grenzwerte überschritten würden. Dies rechtfertige keine Aufstockung der Lärmschutzwand. Bei den Häusern könnten aber passive Lärmschutzmaßnahmen wie etwa Lärmschutzfenster eine Verbesserung bringen. Deren Kosten trage der Bund allerdings nur zu 75 Prozent, die übrigen 25 Prozent müssten von den Hauseigentümern aufgebracht werden.