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Nachrichten Geocacher beziehen NABU ein
Umland Seelze Nachrichten Geocacher beziehen NABU ein
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17:08 15.03.2012
In einer einzementierten Plastikdose ist der "Schatz" verborgen – ein Zettel, auf dem sich die Finder eintragen können. Quelle: Tschörner
Seelze

Jörg Schüler vom Team Waldlehrpfad hat gestern vermittelnd auf die Kritik des Seelzer NABU-Vorsitzenden Friedhelm Ilse reagiert: "Wir werden den NABU wie gehabt einbeziehen."

Ilse hatte zusammen mit dem Naturschutzbeauftragten Willi Raabe kritisiert, dass zu viele Geocacher im Lohnder Holz die Wege verließen und damit die Tiere im Unterholz störten. Beim Geocaching handelt es sich um eine moderne Form der Schatzsuche. Der Cacher sucht dabei mittels eines Navigationsgerätes nach dem Cache, bei dem es sich üblicherweise um kleine Filmdosen handelt. Sie werden von anderen Schatzsuchern an unterschiedlichen Orten versteckt und ihre Koordinaten im Internet veröffentlicht.

"Gerade der Anfänger geht los und nimmt den kürzesten Weg zum Cache", sagte Schüler. Genau an diesem Punkt wolle sein Team jedoch mit dem Waldlehrpfad im Lohnder Holz ansetzen. "Die Cacher sollen nachher wissen, wie man sich verhalten soll." Dazu gehöre auch das Verständnis für die Natur und die Nutzung der Waldwege. "Die Masse der Leute geht auch jetzt schon auf den Wegen", betonte der leidenschaftliche Schatzsucher. Bei schönem Wetter könnten das durchaus an einem Wochenende schon einmal 50 bis 100 Menschen sein.

"Der Lehrpfad ist genauso angelegt, wie es sich gehört", pflichtete Ralf Marter bei. Der Grünen-Ratsherr hat selbst vor einiger Zeit das Hobby im Lohnder Holz kennengelernt und denkt bereits mit seinem Ratskollegen Frank Joosten über einen Pfad durch Seelze-Süd nach. "Beim Geocaching gibt es ganz klare Spielregeln." So sei zum Beispiel fremdes Eigentum zu schützen. Nur ein kleiner Teil der Aktiven würde sich nicht daran halten. "Es gibt jedoch in jedem Sport Leute, die sich rüpelhaft verhalten", fügte Marter hinzu.

Ilse lobte gestern die Gesprächsbereitschaft des Teams Waldlehrpfad. "Es ging uns nur um diejenigen, die kreuz und quer durch den Wald laufen." Das Schatzsuchen solle lediglich in die richtigen Bahnen gelenkt werden.

Die Geocacher haben bereits mit Revierförster Heiner Wrede für Montag, 2. April, ein Treffen angesetzt. "Wir wollen uns dabei auf einen neuen Rundweg einigen." Der NABU solle tags darauf einbezogen werden, wenn es um die Standorte der Caches geht.

Gerrit Pfennig