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Umland Seelze Nachrichten Immer weniger Kinder greifen zum Buch
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20:39 21.12.2012
In Gesellschaft liest es sich netter: Die Realschüler Tuba (12, von links), Hilal (10), Elisabed (11), Kaan (11) und Tajana (13) schmöckern in der Lese-AG der Humboldtschule. Quelle: Sarah Sauerbier
Seelze

„Ich möchte den Schülern auch die Angst vor den Texten nehmen“, sagt Cordes, die die AG vor rund eineinhalb Jahren ins Leben gerufen hat.

Einmal in der Woche treffen sich zwölf Realschüler am Nachmittag in der Lesestube der Schule: Kerzenschein, Kekse und der Duft von Tee strömt durch den kleinen Raum. Schnell ziehen sich die Zehn- bis 13-Jährigen ihre dicken Winterbotten aus, kuscheln sich aufs Sofa oder einen der Sessel und schmöckern jeder in einem Buch. „Zu Hause fehlt mir oft die Zeit. Ich muss Hausaufgaben machen und mich um meine Schwester kümmern“, sagt Hilal (10). „Hier habe ich mehr Ruhe.“

Elisabed stieß zur Gruppe dazu, weil sie hoffte, so ihre Probleme in Rechtschreibung lösen zu können: „Ich habe mich wirklich verbessert. Es macht einfach mehr Spaß, wenn man sieht, dass andere auch lesen“, beschreibt die Elfjährige ihre Motivation. Samed (11) ist einer von zwei Jungen in der Gruppe: „Ich möchte einfach häufiger deutsch sprechen. Mittlerweile macht mir das Lesen richtig Spaß.“

Zum ersten mal organisierte die Humboldtschule auch einen Vorlesewettbewerb für den sechsten Jahrgang. Die Schüler der Lese-AG haben sich um das Rahmenprogramm gekümmert. „Es ist wichtig, Schüler auch in die Organisation einzubinden“, sagt Cordes.

Damit den Bücherwürmern der Lesestoff nicht ausgeht, hatte der Förderverein der Schule zum Start der AG 200 Bücher geschenkt. Doch die Kinder und Jugendlichen könnten wieder Nachschub gebrauchen. Wer aktuelle Jugendbücher spenden will, kann diese in der Humboldtschule abgeben.

Interview mit Lehrerin Lisa Cordes

Lehrerin Lisa Cordes (30) ist Fachbereichsleiterin für Deutsch an der Humboldtschule. Sie möchte mit ihrer Lese-AG Schüler wieder für Bücher begeistern. Mit ihr sprach unsere Mitarbeiterin Sarah Sauerbier.

In Ihrer AG sind überwiegend Mädchen. Lesen Jungen weniger?
Soweit ich das beobachten kann: ja. Mädchen greifen häufiger zum Buch, tauschen sich aus. Bei Jungen gilt das Lesen zeitweise als uncool, sie schneiden auch bei der Lesekompetenz deutlich schlechter ab als Mädchen.

Woran machen Sie das fest?
Die Ergebnisse der Pisa-Studie haben das gezeigt. Aber dort schneiden alle Jugendlichen in Deutschland, Mädchen wie Jungen, nur durchschnittlich im Bereich Lesekompetenz ab. An der Spitze sind hingegen Korea, Finnland, Japan und Kanada.

Inwieweit hat sich das Leseverhalten von Kindern geändert?
Andere Medien, wie Fernsehen und Internet, rücken immer stärker in den Vordergrund. Bücher wirken auf den ersten Blick nicht so attraktiv, weil sie einen nicht ohne eigene Leistung berieseln.

Welchen Einfluss können Eltern nehmen?
Sie haben eine Vorbildfunktion. Wenn es für Kinder selbstverständlich ist, im Haushalt Bücher um sich zu haben und Eltern zu sehen, die lesen, dann werden sie als Erwachsene vermutlich auch zu Lesern.

Was kann die Schule tun?
Wir können Schülern Bücher zur Verfügung stellen, die sie zu Hause vielleicht nicht immer haben. In der Gemeinschaft macht Lesen zudem oft noch mehr Spaß, die Schüler können sich hier untereinander austauschen. Außerdem können wir in der AG einen Rahmen schaffen, in dem die Freude am Lesen ohne Notendruck geweckt werden kann.

Sarah Sauerbier

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