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Umland Seelze Nachrichten Wandernde Kröten sterben trotz Krötenzaun
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00:24 16.04.2018
Friedhelm Ilse, Vorsitzender des Nabu-Seelze, betrachtet eines der an der Straße Am Zweigkanal überfahrenne Tiere. Quelle: Benjamin Behrens
Seelze

 Seit drei Jahren soll ein Krötenzaun an der Straße Am Zweigkanal die Amphibien auf dem Weg zu ihren Laichplätzen schützen. Doch wie sich jetzt zeigt, ist der Zaun ein Fehlkonzept. „Da haben wir ein ganz großes Problem“, bestätigt Friedhelm Ilse, Vorsitzender der Ortsgruppe Seelze des Naturschutzbunds (Nabu) Deutschland. Denn die Absperrung ist schlicht zu kurz. „Die meisten Kröten wandern durch den Tunnel, aber ein großer Teil geht an der Seite vorbei“, sagt Ilse. Vor etwa drei Wochen begann die Krötenwanderung, die Tiere kamen aus der Kleingartenkolonie in Richtung des Rückhaltebeckens. Mittlerweile reift dort der Laich, die Tiere sind auf dem Rückweg. 

Bis zu 200 tote Kröten

Vor allem in der Nacht versuchen sie, die Straße zu überwinden. Doch viele Tiere werden dabei überfahren. „Ich habe mal durchgezählt, es sind ungefähr 150 bis 200 tote Kröten“, sagt der Umweltschützer. Jeder dunkle Fleck auf der Straße stamme von einem zerqeutschten Tier, sagt Ilse. Als Zaun und Tunnel vor drei Jahren von der Straßenmeisterei Wennigsen gemeinsam mit dem Nabu angelegt wurde, war nicht abzusehen, dass die Amphibien solche Umwege nehmen würden, betont Ilse. „Wir haben uns verschätzt.“

Es ist ein trauriges Bild: an der Straße Am Zweigkanal liegen etliche tote Kröte am Rand der Fahrbahn. Der vor drei Jahren gebaute Krötenzaun ist zur kurz, wie der Nabu-Vorsitzende Friedhelm Ilse berichtet. 

Ein verlängert Schutzaun und ein Fallgitter sollen helfen 

Seit Montag verhindern ein Behelfszaun und eingegrabene Eimer als Falle, dass mehr Kröten getötet werden. Jeden Morgen leert Ilse die Eimer, mitunter findet er mehr als 15 Tiere in den Behältern. Langfristig müsste der Krötenzaun verlängert und ein Fallgitter eingebaut werden. Ein ähnliches Beispiel gibt es schon am Mittellandkanal im Bereich der Calenberger Straße. Die Öffnungen des Gitters sind zu groß für die Amphibien, sie rutschen hindurch und landen im sicheren Tunnel darunter. 

Ilse hofft, dass auch am Zweigkanal entsprechend nachgebessert wird. „Die Straßenmeisterei Wennigsen ist dafür zuständig“, betont Ilse. Ein Ortstermin gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung sei in Planung.

Von Benjamin Behrens

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