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Umland Seelze Nachrichten Leinebogen soll kleiner werden
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00:15 30.11.2012
Von Thomas Tschörner
Hans-Jürgen Vogel (v.l.), Peter Grobe und Walter Richter planen eine Seenlandschaft in der Leineaue. Quelle: Thomas Tschörner
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Seelze

Zwischen Hannover, Garbsen und Seelze sollen im Gebiet der Leineaue unter dem Namen Leinebogen eine Seenlandschaft und Wohnungen entstehen - eine Idee, die bereits viele Gegner auf den Plan gerufen hat. „Ich wünsche mir eine faire Auseinandersetzung und wehre mich gegen Behauptungen, die aus der Luft gegriffen sind“, sagt Walter Richter, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Leinebogen. Es gebe sicher einige Nachteile wie etwa die Aufgabe von Wegeverbindungen, räumt Richter ein. Die Vorteile würden aber überwiegen.

Ziel des Leinebogens sei, die Attraktivität der Region Hannover angesichts des demografischen Wandels zu steigern, sagte Richter. So seien die Sponsoren des Vereins nicht umsonst große Unternehmen, die sich Sorgen um ihren Nachwuchs machten. Im Wettbewerb zwischen Städten und Regionen werde es einen Kampf um gut ausgebildete Kräfte gehen. „Die Ressource Mensch wird wichtiger denn je.“

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Nach den überarbeiteten Plänen sei jetzt eine Wasserfläche von rund 600 Hektar vorgesehen. Die Uferbereiche seien mit 300 Hektar deutlich größer geworden und würden naturnah gestaltet. Die Leine als Fließgewässer sei ganz aus dem Projekt herausgenommen, müsse aber zwischen Marienwerder und Letter sowie bei Lohnde in ihrem Lauf verändert werden. Richter spricht von einer ökologischen Aufwertung der Leineaue. Ideengeber Peter Grobe betont, dass das Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet für den Leinebogen umgewandelt werden müsse, vom Auegebiet zum Seengebiet. „Das fällt dann aber auch unter strengen Naturschutz.“

Mit der Seenlandschaft werde auch der Hochwasserschutz deutlich verbessert, erklärte Hans-Jürgen Vogel, der im Vorstand für die technische Seite zuständig ist. Die Seen würden das Leinehochwasser aufnehmen können, auch wenn dann der normalerweise begehbare Uferweg unter Wasser stünde. „Das wird auf jeden Fall eine Verbesserung.“

Der Verein rechnet mit Kosten von zwei Milliarden Euro, die durch Wohnungen zu 90 Prozent refinanziert werden sollen. Dabei ginge es um Geschosswohnungen für „normale Menschen“, weist Richter den Vorwurf zurück, dass nur für betuchte Kunden gebaut werde. Die Ufer blieben für alle zugänglich.

Thomas Tschörner 27.11.2012
Thomas Tschörner 25.11.2012
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