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Umland Seelze Nachrichten Grages ist mit Jungviehaufzucht erfolgreich
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16:10 20.06.2018
Alfred (von links), Elfriede, Manfred und Iris Grages auf dem Lohnder Hof, den Alfred Grages senior ab 1941 bewirtschaftete. Quelle: Patricia Chadde
Lohnde

Schwarz und weiß sieht Manfred Grages ziemlich oft. Genau genommen 140 Stück pro Tag. So viele Tiere umfasst seine Rinderherde aus drei- bis vier Wochen alten Tieren bis zu den gut Zweijährigen. 24 Mastbullen der Rasse „Schwarzbunt“ leben ebenfalls auf seinem Lohnder Hof. Von seinen 125 Hektar Acker sind 40 Hektar Grünland. Zum Vergleich: der Opa von Manfred Grages, der 1941 einen Lohnder Betrieb übernahm, wirtschaftete auf insgesamt acht Hektar Fläche. Als Manfred Grages (52) Kind war, gab es übrigens noch acht Höfe im Ort. Heute sind mit Mensching, Kiene, Schaper, Maaß und ihm noch fünf landwirtschaftliche Betriebe aktiv. „Zuchtbetrieb Manfred und Iris Grages, Lohnde“, steht an der Einfahrt. Nach der Milchkrise 2009 hatte die Familie von Milcherzeugung auf Jungviehaufzucht umgestellt.

Bei Manfred Grages stehen die Rinder im Stall auf Stroh oder draußen auf der Weide. Nach der Milchkrise hat sich der Lohnder Landwirt ab 2013 auf Jungviehaufzucht und Ackerbau spezialisiert.

Drei bis vier Wochen sind die weiblichen Kälber, wenn sie bei Grages einziehen. Erst als trächtige Tiere mit 13 bis 16 Monaten verlassen sie den Hof wieder, um in Luthe als Milchkuh weiterzuleben. Es sei denn, es handelt sich um einen der 24 Mastbullen. Auch sie leben auf Grages Hof und sind derzeit zwischen drei und 16 Monate alt. „Wir arbeiten eng mit Pinkvoß aus Luthe zusammen“, erläutert Manfred Grages die Spezialisierung. Er bezieht die Kälber von dort und verkauft sie als trächtige Kühe wieder zurück. Gehen durchschnittlich acht Prozent der Kälber während der Aufzucht ein, sind es bei Grages allerhöchstens zwei Prozent. Das liegt an der Erfahrung und dem Gespür des Experten. Aber auch an der gelebten Nähe zu den Tieren. Neben der überschaubaren Anzahl wird nach dem Aufstehen ebenso wie kurz vor dem Zubettgehen nach der Herde geschaut und natürlich immer wieder zwischendurch. Denn „Kälber bekommen Durchfall, wie kleine Kinder auch. Dann muss man natürlich sofort reagieren“, erläutert Manfred Grages. Seine jüngsten Tiere tragen einen Transponder und bekommen am Milchautomaten ihre individuelle, 39 Grad warme Mahlzeit zugeteilt. Sie umfasst nie mehr als 1,5 Liter, damit sie gut verdaulich ist. Schließlich haben Kühe bekanntermaßen ein sehr komplexes Verdauungssystem. Außerdem sollen die Kälber kein Fett ansetzen, weil das ihre Fruchtbarkeit mindert. Auf den Marschwiesen hinter dem Haus und auf anderen Weiden grasen die älteren Tiere, die meisten schon trächtig. Auch sie werden regelmäßig kontrolliert und kommen sofort angetrabt, wenn sie Manfred Grages sehen., der mit einer Extraportion Schrot lockt.

Der Landwirt möchte so autonom wie möglich arbeiten. Die Photovoltaik auf dem Stalldach liefert ein Drittel des Strombedarfs. Heu wird selbst gemacht, auch Gerste, Triticale, Weizen, Raps, Silomais und Zuckerrüben baut er selber an. Eine mobile Schrotmühle quetscht dann das Getreide, weil es für die Tiere dann bekömmlicher wird.

„Wir haben ein Wettergeschäft“, erklärt der Lohnder Landwirt anhand der aktuellen Heuproduktion. Der erste Schnitt Anfang Mai ergab durchschnittlich zehn Ballen pro Hektar. Doch die extreme Trockenheit der vergangenen Wochen ließ das Gras vertrocknen. Der zweite Schnitt vor wenigen Tagen ergab nur noch einen Ballen pro Hektar. Dank seiner hilfsbereiten Eltern Elfriede (72) und Alfred (75), die auf der Hofstelle nebenan leben, und einer Honorarkraft ist für Iris und Manfred Grages inzwischen auch mal eine Woche Urlaub drin. Die gelernte Tierpflegerin und ihr „Prinz in Gummistiefeln“ wollen anlässlich ihrer Silberhochzeit mal das Metier wechseln und stechen in See.

Von Patricia Chadde

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