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Umland Seelze Nachrichten Nach Fahrraddiebstahl findet sich oft kein Eigentümer
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21:04 15.05.2013
Von Thomas Tschörner
Experte in Sachen Fahrräder - und Fahrradschlösser: Chris Lange. Quelle: Sarah Sauerbier
Seelze

Die Zahl der Fahrraddiebstähle hat sich 2012 wieder auf das Niveau von 2010 eingependelt, als 141 Fälle registriert worden waren (2011: 102). Im vergangenen Jahr hat sich die Polizei aber auch über die höchste Aufklärungsquote freuen können, die in Seelze für diesen schwierig aufzuklärenden Deliktsbereich je erreicht wurde. In 30 Prozent der Fälle konnten die Beamten den Dieb ermitteln (2011: 15 Prozent, 2010: 24 Prozent). Gleichzeitig liegen Seelzes Ermittler mit dieser Quote deutlich über dem Landesdurchschnitt von 16 Prozent und dem Wert der Polizeidirektion Hannover von 11 Prozent.

„Intensive Kontrollen“ nennt Uwe Strozyk, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, als Schlüssel für den Erfolg. „Die Kollegen kennen ihre Pappenheimer.“ Denn häufig würden Fahrräder von Leuten gestohlen, die per Bahn aus Hannover zurück nach Seelze kämen und dann nicht zu Fuß nach Hause gehen wollten. Dazu kämen Hinweise aus der Bevölkerung.

Größtenteils seien einfache Fahrräder entwendet worden, hochwertige seien nur selten darunter gewesen. Diese würden eher von professionellen Dieben gestohlen. Wichtig sei, dass Fahrräder mit einem guten Schloss gesichert werden (siehe Interview). Sinnvoll sei auch eine Codierung, wie sie die Seelzer Polizei regelmäßig anbietet. Dabei wird eine individuelle Buchstaben- und Zahlenkombination in den Rahmen gefräst. Damit könne das Rad im Falle eines Diebstahls nicht nur leichter dem Eigentümer zugeordnet werden, die Codierung schrecke auch Diebe ab.

Von den seit 2006 bislang in Seelze derart gekennzeichneten 363 Rädern sei nur ein einziges entwendet worden. Strozyk appelliert an die Seelzer, jeden Fahrraddiebstahl anzuzeigen. „Die Diebe geben die Tat oft zu, aber wir haben manchmal keinen Eigentümer für das Fahrrad.“ Denn einige meldeten sich nicht bei der Polizei, weil sie dächten, dass eine Anzeige keine Sinn mache.

Interview: Schloss ist nicht gleich Schloss

Auf das richtige Fahrradschloss kommt es an: Mit Chris Lange (29), Zweiradmechaniker und Verkäufer beim Fahrradfachhandel Kruse in Letter, sprach unsere Mitarbeiterin Sarah Sauerbier über sichere Fahrradschlösser, die korrekte Handhabung und Preise.

Billig oder teuer: Was müssen Radfahrer in ein Schloss investieren?

Zehn Prozent des Fahrradkaufpreises sollten Kunden für ein Schloss dazurechnen. Sichere Fahrradschlösser bekommt man ab 30 Euro. Viele wollen es aber lieber billiger. Doch die lassen sich auch schnell knacken.

Auf was sollte man beim Kauf eines Fahrradschlosses achten?

Es sollte stabil, flexibel und einfach in der Anwendung sein. Billige Schlösser sind mit Plastik, gute mit Stahl ummantelt. Je hochwertiger das Schloss ist, desto mehr feine Stahldrähte sind im Inneren verarbeitet.

Wie sollte ein Rad fixiert sein?

Am besten Hinterrad und Rahmen mit dem Schloss an einem festen Gegenstand anschließen, über den das Rad nicht hinweggehoben werden kann. Das Schloss sollte eng anliegen, damit ein Dieb wenig Spielraum hat. Sehr teure Räder sollten mit zwei Schlössern gesichert sein. Verschiedene Schließsysteme erschweren es Dieben zusätzlich. Bei Zahlenschlössern nicht nur eine Zahl verändern. Das ist zwar leichter zu merken, aber auch leichter zu knacken.

Wie kann man es Langfingern noch schwer machen?

Diebe klauen auch Einzelteile. Viele Fahrräder haben Schnellspannhebel, um das Vorder- und Hinterrad einfach zu wechseln. Diese können gegen einen Diebstahlschutz getauscht werden. Dann verzichtet man zwar auf Komfort, hat aber mehr Sicherheit. Diebe schreckt es ab, wenn sie viel Zeit aufwenden müssen.

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