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00:42 08.06.2018
Polizeihauptkommissar und Projektkoordinator Detlef Krenz animiert die Kinder zum Mitmachen. Quelle: Sandra Remmer
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Lohnde

Es ist kein alltägliches Bild, das sich den Grundschülern der Astrid-Lindgren-Schule am Dienstagmorgen bietet: Singenden und tanzende Polizisten verbreiten mit ihren Musikinstrumenten Stimmung und gute Laune. Doch das Polizeiorchester Niedersachsen ist nicht nur aus Spaß nach Lohnde gekommen, sondern verfolgt auch einen ernsthaften Auftrag. Mit dem Schulworkshop „Namene“ besuchen die Berufsmusiker rund 25 Grundschulen jedes Jahr. „Wir hatten richtig Glück, dass wir so kurzfristig einen Termin bekommen haben“, sagt Schulleiterin Manuela Decker.

Gewaltprävention ist Thema

„Namene“ ist ein Projekt der Schulpräventionsarbeit des Polizeiorchesters Niedersachsen. Zivilcourage, Cybermobbing und Gewalt sind im Kern die Themen, um die es in dem Workshop geht. Im Mittelpunkt steht die musikalische Geschichte über das Mädchen Namene. Namene geht in die vierte Klasse einer Grundschule, ihre Eltern stammen aus Afrika. Aufgrund ihrer Hautfarbe und ihrer Herkunft wird das Mädchen gemobbt. Nach einem handfesten Streit auf dem Pausenhof, bei dem Namene verletzt wird, landen schließlich gegen ihren Willen Handyfotos von ihr im Internet.

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Das Polizeiorchester macht Musik in der Turnhalle. Quelle: Sandra Remmer

Der interaktive Workshop soll den Grundschülern zeigen, wie sie sich und andere persönlich und medial schützen können, ohne sich selbst zu gefährden und andere auszugrenzen. Außerdem lernen die Kinder, wann ihre Grenzen erreicht sind und es an der Zeit ist, Hilfe von außen zu holen. „Gerade das Medium Musik ist geeignet, eine Vertrauensbasis zu den Schülern aufzubauen und Hemmschwellen gegenüber uniformierten Polizisten abzulegen“, erklärt Koordinator Detlef Krenz.

Themen der polizeilichen Prävention könnten dadurch schülergerecht vermittelt werden. Im Anschluss an die musikalische Präsentation von Namene teilten sich die Dritt- und Viertklässler in zwei Gruppen, in denen sie von einem Präventionsteam rund 20 Minuten zu den aus der Geschichte hervorgehenden Themen interaktiv beschult wurden. Jeweils eine dritte Gruppe blieb mit den Polizeimusikern in der Turnhalle und lernte dort, wie sie ihre Körper als Trommeln nutzen können. Das ist Teil des afrikanischen Tanzes. Am Ende erlebten alle zusammen ein Finale, bei dem die Kinder klatschen, stampfen und dem mitreißenden Rhythmus des Polizeiorchesters folgen.

Von Sandra Remmer

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