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Nachrichten Ratsmehrheit will Hallenbad in Letter erhalten
Umland Seelze Nachrichten Ratsmehrheit will Hallenbad in Letter erhalten
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17:53 27.10.2017
Das Hallenbad in Letter soll nach dem Willen des Rates erhalten bleiben. Quelle: Benjamin Behrens
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Seelze

 Mit großer Mehrheit hat sich der Rat der Stadt Seelze am Donnerstagabend für einen gemeinsamen Antrag von SPD und CDU ausgesprochen, in dem es um die Sanierung des Hallenbades Letter geht. Die beiden großen Fraktionen des Rates fordern die Auftragsvergabe für die Beseitigung der Mängel im Brandschutz. Außerdem soll die Verwaltung mögliche Förderprogramme auf EU-, Bundes- und Landesebene ermitteln. Kern ist die Einberufung eines „Zukunftsdialogs Hallenbad Letter“ mit Vertretern des Fördervereins Die Qualle, der das Bad betreibt, der Verwaltung und der Ratsfraktionen. 

Johannes Seifert, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, lobte die vielversprechenden und guten Ansätzen, die fraktionsübergreifend erarbeitet worden seien. „Die Mehrheit will Die Qualle unterstützen.“ Erste Sanierungen hätten eigentlich schon vor Jahren in Angriff genommen werden müssen. CDU-Fraktionschef Jens Willms verwies darauf, dass der Förderverein das inzwischen 46 Jahre alte Bad seit 1996 betreue und seit 2001 den kompletten Betrieb übernommen habe. „Das ist Kompetenz, Einsatz und Engagement im Ehrenamt“, würdigte er die Leistungen des Fördervereins. Im Jahr 2011 habe die Qualle das Dach des Hallenbades in Eigenregie erneuert. Zwar werde oft darauf verwiesen, dass Seelze ja zwei Bäder habe, das Qualle-Bad werde aber zu 70 Prozent von Schulen, Reha-Sport und Schwimmvereinen genutzt. 

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Kritisch sah dagegen der Grünen-Fraktionsvorsitzende Knut Werner den Vorstoß von SPD und CDU. Wenn es um den Zukunftsdialog ginge, sei der Antrag gut. Es dürfe jedoch nicht schon das Ergebnis vorweggenommen werden, wie dies CDU und SPD mit ihrer Forderung nach dem langfristigen Erhalt des Bades getan hätten. „Wenn man einen Zukunftsdialog macht, muss er ergebnisoffen sein.“ Zudem müssten alle Zahlen auf den Tisch. Dem Rat müsse klar sein, dass in das Bad etwa 3,5 Millionen Euro investiert werden müssten. Ähnlich sah es der FDP-Fraktionsvorsitzende Harald Temmler. „Das Bad ist 46 Jahre alt und technisch verbraucht.“ Der Rat sollte überlegen, ob es überhaupt sinnvoll sei, in das Hallenbad zu investieren. Die Stadt werde jedes Jahr Ausgaben von rund 300.000 Euro haben, sollte das Bad erhalten bleiben. Eventuell sei es sinnvoller ein neues Bad zu bauen.

Ralf Marter (Die Grünen) rügte, dass die beiden großen Fraktionen ihren Antrag erst zehn Minuten vor der Ratssitzung vorgelegt hätten. Dagegen betonte Willms, dass der neue Antrag aus bereits vorliegenden Papieren erarbeitet worden sei. „Deshalb konnte darüber schon lange nachgedacht werden.“ Es habe ausreichend Zeit gegeben, sagte auch Seifert. Der Erste Stadtrat Karsten Balzer mahnte, dass es nicht um ein paar hunderttausend Euro ginge. „Wir reden über mindestens 3 Millionen Euro, das muss jedem klar sein.“

Mit einem Änderungsantrag konnte sich Knut Werner nicht durchsetzen, mit großer Mehrheit beschloss der Rat den Antrag von SPD und CDU.

Von Thomas Tschörner