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Umland Seelze Nachrichten Letters Hallenbad wird in einem Abschnitt saniert
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13:06 04.12.2017
Der Rat hat sich für eine Sanierung des Hallenbades in Letter ausgesprochen.
Der Rat hat sich für eine Sanierung des Hallenbades in Letter ausgesprochen. Quelle: Benjamin Behrens
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Seelze/Letter

 Für die Sanierung des Hallenbades in Letter hat der Rat der Stadt Seelze bei zwei Enthaltungen Ausgaben von gut 3,6 Millionen Euro beschlossen. Die Arbeiten sollen in einem Bauabschnitt erledigt werden.

Kerstin Röver-Volker und Vorsitzender Mike Starke vom Trägerverein Die Qualle im Keller des Hallenbades. Quelle: Benjamin Behrens

„In der Sache ist das eine richtige Entscheidung“, sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Seifert. Der Erhalt des Hallenbades in Letter sei ein wichtiges Signal für die Seelzer Bevölkerung sowie die weiterführenden Schulen und Vereine. Auch für den Verein Die Qualle, der das sogenannte Qualle-Bad betreibt, hatte Seifert eine Botschaft: „Sie stehen nicht allein, mit Ihnen steht der Großteil des Rates.“ Die Idee zu der großen Lösung, nach der alles in einem Bauabschnitt erledigt werden soll, sei überraschend entwickelt worden, verwies CDU-Fraktionschef Jens Willms auf wochenlange Diskussionen. Die Sanierung in einem Bauabschnitt sei aber richtig. „Eine scheibchenweise Sanierung wäre teurer.“  Dennoch solle am sogenannten Zukunftsdialog für das Bad festgehalten werden. „Eventuell lässt sich das Bad günstiger betreiben“, hofft Willms. 

Kritik äußerte dagegen der Grünen-Fraktionsvorsitzende Knut Werner. „Ich halte den Weg nicht für richtig.“ Dies sei nicht gegen das Bad an sich gerichtet, betonte Werner. Das 1972 gebaute Bad sei aber nach 45 Jahren abgängig und nicht sanierbar. Aus gutem Grund habe sich die Stadt lange gegen eine Totalsanierung gewehrt. Eine Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt konterkariere den Zukunftsdialog. Werner warb dafür, noch einmal ergbnisoffen gründlich über Sanierung oder Neubau nachzudenken. Möglicherweise könne auch eine Genossenschaft gegründet werden. Ein Neubau würde nach Einschätzung der Verwaltung zwischen 7 und 10 Millionen Euro kosten. Die FDP-Fraktion hatte in den vergangenen Wochen einen Neubau favorisiert. In der Ratssitzung sprach sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Harald Temmler aber für die „große Lösung“ bei der Sanierung des vorhandenen Bades aus. Damit könne auch am ehesten das sehr gute ehrenamtliche Betreiberteam gehalten werden.

Aus Sicht des Kämmerers sei es falsch, in Seelze ein zweites Bad zu halten, sagte der Erste Stadtrat Karsten Balzer. Wenn aber das Hallenbad erhalten bleiben solle, dann sollte es auch auf einen Schlag saniert werden. Von einem Bau eines neuen Bades riet Balzer dagegen ab. „Wir dürfen die Aufsichtsbehörden nicht überfordern.“ Ein neues Bad sei neben den vielen von der Stadt geplanten und bereits angefangenen Schulbauvorhaben nicht vermittelbar.

Die Lüftungsanlage und der Beckenkopf sind die wichtigsten Sanierungsprojekte in Letters Hallenbad. Quelle: Benjamin Behrens

Lüftungsanlage und Beckenkopf haben Priorität

Das Hallenbad in Letter ist sanierungsbedürftig. Die Kosten werden auf insgesamt gut 3,6 Millionen Euro geschätzt. Bereits im Dezember 2015 hatte der Rat 250.000 Euro für das Hallenbad zur Verfügung gestellt, mit denen ursprünglich die Lüftungsanlage und der Beckenkopf erneuert werden sollten. Davon war zuletzt keine Rede mehr, weil der Brandschutz bemängelt wurde. Für einen vorschriftsmäßigen Brandschutz müssen nach Einschätzung der Verwaltung fast 210.000 Euro in die Hand genommen werden. Der Trägerverein hatte zuletzt immer wieder auf die Dringlichkeit der Erneuerung von Lüftungsanlage und Beckenkopf hingewiesen. Die 25 Jahre alte Lüftungsanlage gilt als technisch und energetisch abgängig. So ist das Kältemittel nicht mehr zulässig und darf bei Wartungen und Reparaturen nicht mehr eingesetzt werden. Die Betonsanierung des Schwimmbeckens soll weitere korrosionsbedingte Schäden an der Tragkonstruktion des Beckens verhindern und entstandene Schäden beheben. Dies schlägt mit rund 330.000 Euro zu Buche, von denen etwa 205.800 Euro für die Lüftungsanlage und rund 133.200 Euro für den Beckenkopf entfallen. 

Von Thomas Tschörner