Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Stadt Seelze plant eigenen Ordnungsdienst
Umland Seelze Nachrichten Stadt Seelze plant eigenen Ordnungsdienst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
00:39 16.06.2018
Die Stadt Seelze plant einen Ordnungsdienst, der im Rathaus ansässig sein wird. Quelle: Thomas Tschörner
Anzeige
Seelze

Ordnung und Sicherheit sollen im Gebiet der Stadt Seelze verbessert werden. Dazu sollen zunächst zwei Ordnungskräfte befristet auf zwei Jahre eingestellt werden. Über das Vorhaben entscheidet der Rat der Stadt Seelze voraussichtlich in seiner Sitzung am Donnerstag, 14. Juni, die um 19 Uhr im Forum der Geschwister-Scholl-Schule beginnt.

Das Aufgabenfeld des neuen Ordnungsdienstes ist vielfältig. Die Mitarbeiter sollen den ruhenden Straßenverkehr überwachen, wozu neben geparkten auch haltende sowie nicht fahrbereite oder zugelassene Fahrzeuge zählen. Ein erster Schwerpunkt soll dabei in den großen Stadtteilen Seelze und Letter gesetzt werden. Außerdem soll sich der Ordnungsdienst in Zusammenarbeit mit dem städtischen Umweltschutz und der Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) illegalen Müll finden und melden. Ziel ist nicht nur das schnelle Entfernen des Mülls, sondern auch die Feststellung der Verursacher. Mögliche Einsatzorte sind dabei öffentliche Grünanlagen, Straßen, Gehwege, Plätze und Spielplätze mit Blick auf Abfall, Zigaretten, Kaugummi und Hundekot. Ziel sei die Aufklärung der Bürger über die Vorschriften und Verhaltensweisen und gegebenenfalls die Anzeige von Ordnungswidrigkeiten und Ahndung durch die Region Hannover, erklärt die Verwaltung in ihrer Vorlage.

Anzeige

Zu den Aufgaben gehört ferner die Kontrolle von Spielplätzen und Friedhöfen, wo auf die Einhaltung der jeweiligen Regeln geachtet werden soll. Der Ordnungsdienst soll zudem prüfen, ob für Hunde die Steuern entrichtet wurden, die Anleinpflicht eingehalten wird, sie haftpflichtversichert sind und sie einen Chip implantiert haben. Öffentliche Parks, Grünanlagen sowie soziale Brennpunkte sollen im Hinblick auf Alkoholgenuss, Lärm, Hunde, Grillen, Campen, Betteln und Urinieren kontrolliert werden. Die Mitarbeiter sollen unter anderem auch für Bürgerbüro und Gewerbestelle ermitteln und Anschriften und Briefkästen überprüfen. „Die Präsenz der Ordnungskräfte in der Öffentlichkeit wird weitere Einsatzbereiche mit sich bringen“, ist die Verwaltung überzeugt.

Für die Auswahl der Mitarbeiter hat die Stadt genaue Vorstellungen: Die Angehörigen des Ordnungsdienstes sollen höflich und freundlich, aber auch sicher, bestimmt und durchsetzungsstark auftreten. Zwar sollen die Mitarbeiter in erster Linie aufklären, beraten und auf Verstöße hinweisen, aber auch Maßnahmen durchsetzen, die Befugnisse der Verwaltungsvollzugsbeamten-Verordnung wahrnehmen und Verwarnungen aussprechen. Die Stadt hält deshalb eine Ausbildung zum Vollzugsbeamten am Niedersächsischen Studieninstitut für zwingend erforderlich. Mit geplanten Hospitationen in diversen Bereichen der Verwaltung und der Polizei soll die entsprechende Sachkenntnis erworben werden.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Rat während der Beratungen eines Antrages der Fraktion Die Linke beschlossen, die Einstellung von Ordnungskräften zunächst auf zwei Jahre zu befristen und auf zwei Mitarbeiter zu begrenzen. Da die Mitarbeiter jetzt für die zweite Jahreshälfte eingestellt werden können, rechnet die Verwaltung mit 40.000 Euro Personalkosten. Ende Juni nächsten Jahres soll die Verwaltung einen ersten Zwischenbericht vorlegen.

Von Thomas Tschörner

Anzeige