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00:18 26.01.2018
Gökhan Gümüssuyu, Siham Heidmann und Cigdem Köse-Gümüssuyu gehören zum Vorstand des Vereins „Yafes Kinderkrebshilfe“.    Quelle: M.Bartels
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Lohnde

Es gibt Tage, nach denen nichts mehr so ist, wie es einmal war. Der Boden wird einem unter den Füßen weg gerissen und was bleibt, ist ein tiefes, schwarzes Loch. Krebs – nur fünf Buchstaben ergeben dieses hässliche Wort, dessen Diagnose für jeden einen schweren Weg bedeutet, der viel zu oft mit dem Tod endet. So wie für Yafes, der mit nur sechs Jahren infolge eines Non Hodgkin Lymphoms (Lymphdrüsenkrebs) am 21. Februar 2016 verstarb. Die Todesursache ihres Sohnes erfuhren Gökhan Gümüsuyu und seine Frau Cigdem Köse-Gümüsuyu erst, nachdem Yafes gestorben war. Und auch wenn sie den langen Leidensweg mit der Krankheit, der oft gezeichnet ist von Hoffnung und Enttäuschung und zahlreichen Nächten auf Kinderkrebsstationen nicht so erlebt haben wie viele andere Eltern krebskranker Kinder, fassten sie den Entschluss, einen Verein zu gründen. Mit dem Ziel, krebskranke Kinder und ihre Familien zu unterstützen, ging am 26. März 2017 der Verein „Yafes Kinderkrebshilfe“ an den Start. 

Am Anfang stand die Bürokratie

„Wir hatten nicht gedacht, dass es so lange dauern würde, einen Verein zu gründen“, erzählt Siham Heidmann, die sich im Verein um die Finanzen kümmert. Geschuldet sei das vor allem der Bürokratie. Doch nun ist alles in trockenen Tüchern, die Satzung steht, die Flyer sind gedruckt, der Eintrag im Vereinsregister ist vorgenommen. In Kürze soll auch die Homepage fertig sein, die sich derzeit noch im Aufbau befindet. Etwa 40 Mitglieder zählt der junge Verein bereits, die im Moment noch vorwiegend aus dem Freundes-, Bekannten –und Familienkreis stammen. Beim Yafes-Cup Anfang Januar, einem Fußballturnier für Kinder, das die Familie Gümüssuyu in Kooperation mit der SG Letter 05 ins Leben gerufen hat, hat sich der Verein erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Das möchte der Vorstand in diesem Jahr noch weiter ausbauen. So will der Verein zum Beispiel beim Fest der Interessengemeinschaft der Lohnder Vereine genauso mit dabei sein wie beim Obentrautmarkt in Seelze und dem Sommerfest der Medizinischen Hochschule in Hannover

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Gerade fertig geworden ist der Flyer mit vielen Informationen. Quelle: Sandra Remmer

Alltagshilfen und Anlaufstellen

Es sind ganz unterschiedliche Dinge, die sich die Vereinsmitglieder auf die Fahne geschrieben haben. „Es gibt zum Beispiel Therapien, die von den Krankenkassen nicht bezahlt werden“ erzählt Gökhan Gümüssuyu. Eltern krebskranker Kinder hätten oftmals nicht die Kraft, nach Stellen zu suchen, wo sie Hilfe bekommen und Anträge stellen können. In so einem Fall könne der Verein zum Beispiel helfen. Zudem hätten sie selber erfahren, wie wichtig auch eine psychologische Betreuung für betroffene Familien ist. Auch dabei wollen sie Betroffenen helfen. „Oft sind es Alltagsprobleme, wie ein kaputter Kühlschrank, um die sich Eltern krebskranker Kinder einfach  nicht mehr kümmern können. Das übernehmen wir dann“, sagt Siham Heidmann. Hinzu kämen eventuelle finanzielle Schwierigkeiten, wenn ein Elternteil aus Betreuungsgründen Arbeitszeit reduzieren muss. „Wir bieten Alltagshilfestellungen und stellen Verbindungen her“, fasst Schriftwart Cetin Gümüsgöz zusammen. Neben dem Verein für krebskranke Kinder der Medizinischen Hochschule ist der Verein „Yafes Kinderkrebshilfe“ der einzige Verein dieser Art in der Region Hannover

Leukämie ist die häufigste Diagnose

Auch wenn Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter sehr selten auftreten und nur ein Prozent aller Erkrankungen dieser Altersgruppe ausmachen, zählen sie dennoch zu den Krankheiten, die am häufigsten einen tödlichen Ausgang nehmen. Etwa 1800 junge Patienten unter 15 Jahren erkranken in Deutschland jährlich an Krebs. Dabei zählen Leukämien mit 31 Prozent zu den häufigsten Krebsfällen, gefolgt von Hirntumoren mit etwa 24 Prozent. Lymphome machen etwa elf Prozent der jährlichen Krebserkrankungen aus. Verhältnismäßig oft werden auch Neuroblastome (sieben Prozent) und Nephroblastome (fünf Prozent) diagnostiziert. rem 

Hilfe mit nur einem Euro

Wer Mitglied im Verein Yafes Kinderkrebshilfe werden möchte, kann dies ab einem monatlichen Mindestbeitrag von einem Euro tun. „Wir wollen den Mitgliedsbeitrag so gering wie möglich halten, um es möglichst vielen Menschen zu ermöglichen, bei uns Mitglied zu werden“, sagt Gökhan Gümüssuyu. Spenden und freiwillige höhere Beiträge seien natürlich willkommen. „Davon können wir zum Beispiel Ausflüge in den Zoo oder ins Schwimmbad finanzieren, auch für Geschwisterkinder, die einfach mal Zeit zum Durchatmen brauchen“, erklärt Cigdem Köse-Gümüssuyu

Wer mehr über den Verein „Yafes Kinderkrebshilfe“ erfahren möchte oder den Verein unterstützen möchte, kann sich unter Telefon (05137) 1473678 an Familie Gümüssuyu wenden. 

Von Sandra Remmer

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