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Seelze Musik und mahnende Worte in der Abendkirche von St. Barbara
Umland Seelze

Seelze: Abends lässt sich Kirche anders erleben 

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19:30 27.01.2020
Für Ahed Nofal aus Syrien ist Musik die Sprache des Friedens. Quelle: Luca Wiggers
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Harenberg

In der St.-Barbara-Kirche ist am Sonntagabend die erste Abendkirche des neuen Jahres eingeläutet worden. Die Veranstaltung gibt es bereits das dritte Jahr in Folge. „Ich glaube; hilf meinem Unglauben“: Die Jahreslosung für 2020, die vielen Christen als Leitvers dient, ist auch der Leitgedanke der vier Abendkirchen in diesem Jahr. „Zur letzten Abendkirche hatten wir Superintendenten nach Harenberg eingeladen. Dieses Mal machen wir es umgekehrt. Wir haben heute zwei junge Männer eingeladen, die noch Superintendenten werden wollen“, sagte Kirchenvorsteher Knut Werner und leitete damit den Abend ein.

Theologiestudent auf dem Weg zum Traumberuf

Der junge Theologiestudent Jan Frederik Steinhauer ist einen langen Weg gegangen, bis er seine Berufung fand. Das klassische Kirchenverständnis hatte Steinhauer zunächst von einem Theologiestudium abgehalten. Durch die Jugendkirche aufgeweckt, begab er sich vor einigen Jahren dann aber doch auf den Weg zu seinem Traumberuf. Er spielt bereits seit seinem 13. Lebensjahr leidenschaftlich Orgel und begeisterte die Gemeinde in Harenberg am Sonntagabend mit seinem Klavierspiel.

Ahed Nofal ist vielseitiger Musiker

Steinhauer wurde in St. Barbara von Ahed Nofal unterstützt. Dieser kam als syrischer Flüchtling nach Deutschland. In seinem Heimatland war er Rechtsanwalt, in Deutschland wurden nur zwei Semester seines Jura-Studiums anerkannt. Nofal, der sich in Syrien für Frauen- und Menschenrechte eingesetzt hat, studiert derzeit an der Universität Hildesheim im Center für Weltmusik. Sein Musiktalent ist vielseitig. Am Sonntag spielte er außer auf dem Saxofon auch auf dem arabischen Instrument Oud. Mit viel Gefühl und Leidenschaft beeindruckte er die Zuhörer in Harenberg.

„Doch wir sind eben nicht allein“

„Jeden Tag begegnen wir schlechten Nachrichten, Leid und Schicksalsschlägen. Dadurch stellen wir uns tagtägliche bedrückende Fragen wie ,Was kann ich denn jetzt tun?’“, sagte Steinhauer. Die Nachricht von der Tötung eines iranischen Generals durch die Amerikaner sei nur eine dieser schrecklichen Nachrichten gewesen. Genau diese Nachrichten seien es, die Menschen zweifeln ließen. In seiner Predigt nannte Steinhauer die junge Umweltaktivistin Greta Thunberg als Beispiel. „Ein junges Mädchen stellt sich vor die mächtigsten Leute der Welt und kämpft für unser aller Zukunft und derer, die da noch kommen.“ Steinhauer forderte die Gemeinde auf, auf Gott zu vertrauen und an ihn zu glauben, denn alle Dinge seien dem möglich, der da glaubt. Satirisch fragte er die Gemeinde, ob sich der Beweis des Glaubens wirklich im Gebet oder in dem 45-minütigen Gottesdienstbesuch im feinen Schlips am Sonntagmorgen zeige. „Gott begegnet uns in Menschen, die uns gut tun und uns Kraft geben. Er begegnet uns auch in Momenten und zwar auch in denen, in denen wir zweifeln und uns allein fühlen. Doch wir sind eben nicht allein. Und wie wäre es, wenn wir heute alle einfach mal dafür dankbar sind?“

Möglichkeit zum Austausch

Die Veranstaltung wurde von sechs Konfirmanden und Konfirmandinnen unterstützt, die eigene Gebete zum Thema vorbereitet hatten. Authentisch beteten sie für gute Schulnoten, einen guten Abschluss und mehr Gerechtigkeit auf der Welt. Nach dem Segen baute der Kirchenvorstand Stehtische auf und bot Snacks und alkoholfreie Getränke an. Die Gemeinde hatte so die Möglichkeit für einen regen Austausch über die berührende Thematik der Abendkirche.

Von Luca Wiggers

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