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Seelze Anwohner kritisieren den Zustand der Grachten in Seelze-Süd
Umland Seelze

Seelze: Anwohner kritisieren den Zustand der Grachten in Seelze-Süd

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07:42 07.06.2019
Während sich im unteren Teil der Grachten ein regelrechtes Biotop gebildet hat, liegt der obere Bereich im Trockenen. Quelle: Sandra Remmer
Seelze

 „Ungepflegt“, „beschämend“, „verkommen“, „eine Müllkippe“, „ein Paradies für Mücken und Unkraut“ – so bezeichnen Anwohner aus Seelze-Süd auf der Internetplattform Facebook den Zustand der Grachten in ihrem Stadtteil. Tatsächlich liegen derzeit die oberen Rinnen der eigentlich wasserführenden Grachten völlig trocken. Nicht ein einziger Wassertropfen ist zu sehen. Im unteren Bereich hat sich dagegen ein regelrechtes Biotop gebildet. Dort prägen Sumpfdotterblumen, Schilf, und zahlreiche quakende Frösche, die aus dem Wasser gucken, das Bild.

Das sei genau so beabsichtigt, sagt Stadtsprecher Carsten Fricke: „Das an der Amsterdamer Gracht und der Delfter Gracht anfallende Wasser fließt von dort aus in die benachbarten nördlichen Grachten ab, die parallel zum Schwertlilienweg und zum Trollblumenweg verlaufen.“ Dort habe man bei der Anlage der Grachten bewusst ausgewählten Wasserpflanzen gepflanzt, um ein Ökosystem mit einer möglichst stabilen Wasserqualität zu erreichen. Zudem wollte man einen naturnahen Lebensraum für Tiere schaffen. „Durch den Frühling ist dort eine kräftig wachsende Vegetation zu beobachten“, so Fricke. Die sei so vorgesehen und erwünscht. Weil in den wasserführenden Grachten neben zahlreichen Fröschen auch Teichhühner mit Nachwuchs sowie viele Libellen und weitere Insekten zu beobachten seien appelliere die Stadt Seelze an Anwohner und Spaziergänger, nicht achtlos Müll in die Grachten zu werfen.

Ständiger Wasserzufluss nicht vorgesehen

Dass Teile der Grachten derzeit komplett ohne Wasser sind, ist Angaben der Stadt zufolge ebenso vorgesehen. Der Wasserstand hänge vom Niederschlag ab. „Die Rinnen der Amsterdamer und der Delfter Gracht beziehen ihr Wasser zum einen über die Entwässerung der Straßen und weiterer befestigter Flächen“, erklärt Fricke. Zum anderen speise eine Pumpe in Intervallen zusätzliches Wasser in die Grachten, das aus der Drainage benachbarter Grünflächen stamme. Bei entsprechendem Wasseraufkommen sei an den beiden Grachten ein Wasserstand von einem bis drei Zentimetern vorgesehen. Ein ständiger Wasserfluss sei dort jedoch nicht geplant. Es sei üblich, dass die Rinnen an der Delfter und der Amsterdamer Gracht insbesondere in trockenen Sommermonaten kein Wasser führen. Der Wasserstand sei dort auch generell deshalb nicht höher, um keine Gefahr für spielende Kinder darzustellen.

Zustand der Grachten ist immer wieder Thema

Immer wieder kommt es wegen der Grachten in Seelze-Süd zu Diskussionen – häufig wegen des Mülls, der darin entsorgt wird und das Wasser trübt. 2012 plädierte zwei Regionsabgeordnete der CDU dafür, die Grachten zuzuschütten und Beete anzulegen. Damals sollten die Grachten für mehr als 60.000 Euro wieder hergerichtet werden. Zudem sollte für ein besserer Wasserdurchfluss gesorgt werden. Die Finanzierung wurde letztlich beschlossen. Einmal im Jahr feiert der ganze Stadtteil an den Grachten beim Grachtenfest.

Von Sandra Remmer

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