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Seelze Buslinie zwischen Harenberg und Zentrum ist gekappt
Umland Seelze

Seelze: Buslinie zwischen Harenberg und Zentrum ist eingestellt

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18:27 19.12.2019
Seelzes Innenstadt, hier die Haltestelle Alter Krug, ist derzeit per Bus von Harenberg aus nicht erreichbar. Quelle: Thomas Tschörner
Seelze

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen schlägt Alarm: Die Regiobus-Linie 572 von Ahlem über Harenberg in Seelzes Innenstadt ist gekappt. In einem Eilantrag fordern die Grünen deshalb, dass die Stadt alle zuständigen Stellen einschalten soll, um die Erreichbarkeit des Zentrums für die Harenberger per Bus wiederherzustellen. Tatsächlich hat die Stadtverwaltung bereits reagiert. „Bei der Einführung des neuen Fahrplans ist ein Fehler unterlaufen. Wir bemühen uns, das wieder hinzukriegen“, sagt Stadtsprecher Norbert Saul.

Ältere Damen kommen nicht zum Arzt

„Erst das verzweifelte Warten von zwei älteren Frauen hat darauf aufmerksam gemacht, dass durch eine Fahrplanänderung unhaltbare Zustände herrschen“, teilt Grünen-Fraktionschef Knut Werner mit. Die Seniorinnen hätten in Harenberg auf den Bus gewartet, wie immer, wenn sie einen Arzttermin in Seelze haben. Die Frauen hätten über Ahlem in Seelzes Zentrum gewollt. Auto würden sie nicht fahren, mit dem Fahrrad sei ihnen die Tour bei den Verkehrsverhältnissen zu gefährlich. Und ein Taxi könnten sie sich nicht leisten. Doch der Bus sei nicht gekommen, er habe auch keine Verspätung gehabt. „Er wird gar nicht mehr kommen“, sagt Werner. Grund sei die Fahrplanänderung. Danach könne man Seelze über Ahlem einfach nicht mehr erreichen.

Grüne sehen weitere Folgen

In ihrem Eilantrag für die politischen Gremien sehen die Grünen für die Harenberger weitere negative Folgen. So könnten die Bewohner aus dem südlichen Stadtteil in der Kernstadt nicht mehr einkaufen, was auch Folgen für den Einzelhandel habe. Zudem könnten die Harenberger nicht mehr an Sport- und Kulturveranstaltungen teilnehmen und auch die Verwaltung nicht erreichen. „Sie werden von sozialen Kontakten ferngehalten“, sagt Werner.

Unmut auch in Seelze-Süd

Die Fahrplanänderung und ihre Folgen sind auch in Seelze-Süd auf Unverständnis gestoßen. Erst kürzlich sei in dieser Zeitung darüber berichtet worden, dass die Schulbusse in Seelze-Süd zu voll sind und ein Kind eine Panikattacke erlitten hat, sagt Anwohnerin Isabelle Huke. Anstatt die Busverbindung auszubauen sei das Angebot der entsprechenden Buslinie 572 nun deutlich geschrumpft worden. „Statt stündlich fährt nun morgens nur noch ein einziger Schulbus von Seelze-Süd nach Harenberg.“ Die Information scheine nicht gut gelaufen zu sein. Laut der Facebook-Gruppe Seelze-Süd hätten am Montag wohl rund 20 Kinder an der falschen Bushaltestelle gewartet, da auch Haltepunkte gestrichen wurden. „Für uns Bewohner aus Seelze-Süd ist nun eine Arbeitsverbindung über Ahlem nicht mehr möglich, und auch die Anreise von Oma zum Babysitten ist nicht mehr eigenständig möglich.“

Eingeschränkt worden sei auch die Verbindung zwischen Seelze-Süd und Bahnhof Seelze. „Wie kann das insbesondere in Verbindung mit dem defekten Fahrstuhl sein?“, fragt Huke. Vor allem mit Blick auf die stark gestiegenen Einwohnerzahlen, das steigende Verkehrschaos in und um Seelze-Süd und die Vorhaben der Kohlendioxidemissionssenkungen sei dies ein großes Ärgernis.

Stadtverwaltung hat reagiert

Die Stadtverwaltung habe bereits Kontakt mit Regiobus aufgenommen, sagt Stadtsprecher Norbert Saul. Das Unternehmen habe eingeräumt, dass bei der Fahrplanänderung ein Fehler unterlaufen sei. Nun werde versucht, diesen zu beheben. „Das lässt sich wegen der Verzahnung der Bustakte wahrscheinlich nicht von heute auf morgen ändern“, sagt Saul. Es sei deshalb unklar, wann die ursprünglichen Busverbindungen wiederhergestellt sein werden.

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Von Thomas Tschörner

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