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Seelze CDU-Bundestagsabgeordnete hält Klimaschutz ohne Südlink für nicht machbar
Umland Seelze

Seelze: CDU-Bundestagsabgeordnete hält  Klimaschutz ohne Südlink für nicht machbar

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18:09 12.07.2019
Haben sich über Seelze ausgetauscht: Petra Cordes (von links), Detlef Schallhorn und Maria Flachsbarth. Quelle: Thomas Tschörner
Seelze

Bürgermeister Detlef Schallhorn rechnet nicht mehr damit, dass Seelze die Stromtrasse Südlink durch das Stadtgebiet verhindern kann. Die große Errungenschaft sei aber, dass die Leitungen nun komplett unterirdisch verlegt werden. „Für die Lebensqualität ist das ein großer Schritt.“ Die CDU-Bundestagsabeordnete Maria Flachsbarth, die gemeinsam mit Seelzes CDU-Regionsabgeordneter Petra Cordes das Rathaus besuchte, nannte die geplante ICE-Trasse und den Südlink herausfordernde Projekte. Der Südlink sei wichtig für die Umwelt: „Mehr Klimaschutz und keinen Südlink – das kriegen wir nicht voreinander.“ Das Projekt habe aber dennoch große Unruhe in den betroffenen Kommunen ausgelöst.

Unterirdische Leitungen sind teurer

Es sei aber geschafft worden, Allianzen zu schmieden und eine unterirdische Verlegung der Leitungen durchzusetzen, auch wenn dies deutlich teurer sei, sagt Flachsbarth. Für den Netzbetreiber Tennet stellen diese Mehrkosten jedoch kein Problem dar, weil sie von den Stromkunden bezahlt werden. Doch nun seien die Landeigentümer nicht begeistert, die mit Oberleitungen weniger Eingriffe zu verkraften gehabt hätten. Zwar gebe es eine Entschädigungsregelung, doch die sei nicht für alle zufriedenstellend, räumte Flachsbarth ein.

Von der Entschädigung würden die Eigentümer profitieren, sagte Schallhorn. Viele Landwirte hätten ihre Flächen aber nur gepachtet. „Wir müssen aufpassen, dass die Pächter nicht hinten runterfallen.“ Die Landwirte hätten zudem kein Interesse, das Geld in einer Summe ausgezahlt zu bekommen. Denn dann müssten sie es versteuern. Besser wären Zeiträume über 15 bis 20 Jahre. „So können wir das Landvolk kriegen.“ Cordes nannte es einen Erfolg, dass jetzt auf einen Mindestabstand zur vorhandenen Wohnbebauung geachtet werde.

ICE-Trasse ist weitere große Herausforderung

Auch in Sachen der geplanten neuen ICE-Trasse, von der Seelze ebenfalls betroffen ist, verwies Flachsbarth auf den Klimaschutz. „Wenn wir Verkehr auf die Schiene verlagern wollen, dann muss es irgendwo Schiene geben.“ Der endgültige Trassenverlauf solle im Dialog mit den Kommunen festgelegt werden. Sie rechne damit, dass dieses Verfahren Anfang nächsten Jahres beginnen werde. „Wir müssen darauf achten, dass die Interessen der Anwohner und der Umwelt berücksichtigt werden.“

Schulbauten sind für Seelze ein Problem

Bildung und Kinderbetreuung seien eine nationale Aufgabe, meinte Schallhorn. Allein in der Region Hannover würden in naher Zukunft zwei Milliarden Euro für Schulen ausgegeben. Auch Seelze sei mit millionenschweren Projekten beteiligt. So seien etwa allein 45 Millionen Euro für das Georg-Büchner-Gymnasium vorgesehen. Ein Problem sei, dass die Verwaltung zwölf unbesetzte Stellen habe. „Wir haben zu wenig Ingenieure, Techniker und und und.“ Die Verwaltung habe die Pflicht, die Schulprojekte umzusetzen. Er hätte sich dies entspannter gewünscht, durch ein Bauvorhaben nach dem anderen statt mehrere gleichzeitig. Flachsbarth sagte, dass die Entwicklung vor zehn Jahren gerade in Seelze nicht absehbar gewesen sei. Dies bestätigte Schallhorn. "Wir müssen aufpassen, dass wir jetzt nicht bauen wie verrückt."

Mehr zum Thema:

Alles zur Südlink-Trasse finden Sie
hier.

Mehr zum Südlink in Seelze finden Sie ich hier:

Februar: Seelze ist von Südlink nicht begeistert

März: Rat verabschiedet Resolution gegen Südlink

März: Tennet sieht in Westtrasse für Südlink nur Vorteile

April: BI Döteberg protestiert gegen Südlink

Juni: Stadtverwaltung fordert einen Mindestabstand für den Südlink

Von Thomas Tschörner

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