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Seelze CDU will Umweltbewusstsein der Bürger stärken
Umland Seelze CDU will Umweltbewusstsein der Bürger stärken
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16:17 22.03.2019
Wollen weniger Müll in der Stadt: Guntram Wöbbeking (von links), Petra Cordes, Dorothea Plitzke und Kira Klenner. Quelle: Thomas Tschörner
Seelze

In der Obentrautstadt liegt zunehmend Müll herum. Besonders häufig seien Zigarettenkippen, Fastfood-Verpackungen und Coffee-to-go-Becher zu finden, sagt die CDU-Regionsabgeordnete Petra Cordes, die auch Ratsmitglied und Almhorsts Ortsbürgermeisterin ist. Gemeinsam mit Kira Klenner und Guntram Wöbbeking (beide Harenberg) sowie Dorothea Plitzke (Kirchwehren) hat Cordes deshalb eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich für ein sauberes Seelze einsetzen will und eine Müllkampagne entwickelt hat. „Die Müllaktion liegt uns sehr am Herzen“, sagt Cordes.

Ein Sauberkeitstag im Jahr reicht nicht mehr

Der Arbeitsgruppe sei klar, dass es bereits einen stadtweiten Sauberkeitstag gebe, bei dem in allen Stadtteilen aufgeräumt wird. Das reiche aber längst nicht mehr. Müll werde immer häufiger achtlos in der Umwelt entsorgt. „Das ärgert nicht nur viele Bürger, sondern kostet uns alle auch viel Geld“, sagt Cordes. In der Region Hannover sammele der Abfallentsorger aha jährlich mehr als 1100 Tonnen illegal entsorgten Restmüll ein. Dies verursache Kosten von 2,7 Millionen Euro, davon 1,5 Millionen Euro in den 20 Städten und Gemeinden der Region ohne die Landeshauptstadt. Im Seelzer Stadtgebiet gebe es immer mehr Stellen, an denen illegal Abfall wie leere Öl- und Farbkanister, Bauschutt, Sperrmüll oder Hausmüll abgeladen werde.

Manche Müllarten verrotten nur langsam

Viele Abfälle würden zudem lange brauchen, bis sie sich zersetzt hätten. So benötige ein Zigarettenfilter zehn bis 15 Jahre, bis er vergehe –vorausgesetzt, er ist wechselnden Witterungseinflüssen wie Sonneneinstrahlung, Wind und Regen ausgesetzt. Fastfood-Verpackungen aus beschichteter Pappe zersetzten sich in etwa drei Monaten. „Befindet sich der entsorgte Müll in einer Plastiktüte, benötigt allein die Plastiktüte 20 Jahre, bis sie sich aufgelöst hat.“ Allerdings blieben dann immer noch kleine Partikel, sogenanntes Mikroplastik, zurück und verseuchten die Umwelt. Während sich unbehandeltes Holz sich durchschnittlich in ein bis drei Jahre zersetzt habe, brauche Styropor dafür circa 50 Jahre und eine Plastikflasche bis zu 450 Jahre. Eine Glasflasche löse sich gar nicht auf. Ebenso ärgerlich seien aber Hundehaufen in öffentlichen Grünanlagen, Beeten, am Straßenrand oder direkt auf Fußwegen.

CDU hofft auf Einsatz der Seelze für eine saubere Stadt

Es müssten mehr Seelzer mitmachen, um die Stadt sauber zu halten, sagt Cordes. „Wir haben deshalb überlegt, was wir machen können.“ Die Arbeitsgruppe habe eine Müllkampagne entwickelt. Vorgesehen ist, mit Plakaten in den Ortsteilen auf die Aktion aufmerksam zu machen sowie mit Ständen auf den Wochenmärkten in Seelze und Letter zu informieren. Auf der Agenda stehen auch eine „Müll-Rad-Tour“ sowie eine Hundehaufen-Aktion in Seelze-Süd, wo es bereits Anwohner Lars Konen mit einer App auf den vielen Hundekot in dem Stadtteil aufmerksam macht. Möglicherweise müssten auch die Kompetenzen der Mitarbeiter des neuen städtischen Ordnungsdienstes ausgeweitet werden, die sich derzeit noch in erster Linie um Verkehrsdelikte kümmerten, regt Cordes an.

Städtische Mängelmelde-App ist vielen nicht bekannt

Den Christdemokraten schwebt auch vor, die App „Tellme“ bekannter zu machen, mit deren Hilfe dem städtischen Beschwerdemanagement Hinweise gegeben werden können. Die Melde-App, mit der Mängel mitgeteilt werden können, gebe es bei der Stadt schon länger, doch nicht jeder wisse davon. „Das Instrument kann jetzt schon genutzt werden, muss aber bekannter gemacht werden“, nennt Cordes ein weiteres Ziel der Arbeitsgruppe.

Von Thomas Tschörner

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