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Seelze Dennis Hartmann komponiert Ode an seine Heimatstadt
Umland Seelze

Seelze: Dennis Hartmann komponiert Ode an seine Heimatstadt

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14:06 11.07.2019
Dennis Hartmann in seinem Heimstudio. Quelle: privat
Seelze/Berlin

Noch bis voraussichtlich Dienstag, 23. Juli, ist an der Grand-Couronne-Allee in der Nähe der Kristall-Therme die „Ode ohne Worte an meine Heimatstadt Seelze“ zu hören. Und zwar an der Klingenden Laterne 4. Komponiert hat den Titel Dennis Hartmann. Der 31-Jährige hat in Letter am Georg-Büchner-Gymnasium sein Abitur gemacht, lebt aber seit 2014 in Berlin. Dort ist er hauptberuflich Projektleiter in einem Medienunternehmen, schreibt aber auch Filmmusik und andere Musikstücke.

Verwandte weisen auf Klingende Laterne hin

Insgesamt spielen in Seelze und Letter acht Laternen Musik, eine Gemeinschaftsaktion des städtischen Kulturbüros und der Hörregion Hannover. „Von Verwandten aus Seelze habe ich von dem Projekt gehört“, sagt Hartmann. Also setzte er sich „ein bis zwei Tage“ in sein Studio und produzierte seinen Titel. Auch ein Making-of-Video nahm er auf und veröffentlichte es auf YouTube.

Komposition ist nachhaltiger als Videospiel

Bereits 2005 habe er mit den ersten Musiksoftwares hobbymäßig angefangen, am PC Musik zu erstellen. Während des Abiturs verteilte er seine „ersten laienhaften Beat-CDs“ an Freunde. Eine eigene musikalische Kreation zu erschaffen, habe er als dauerhafter empfunden als ein Videospiel.

Inspiriert worden sei er besonders durch die hohe Anzahl an US-amerikanischer Filmmusik sowie Pop- und Hip-Hop-Stücke, die das deutsche Musikfernsehen Ende der Neunziger- und Anfang der Zweitausenderjahre dominiert hätten. Hartmann nennt zudem Filmmusikgrößen wie Hans Zimmer oder Danny Elfman, die ihm auch orchestrale Arrangements nähergebracht hätten, und Hip-Hop-Pioniere wie Scott Storch und Dr. Dre, die unter anderem mit Streichern und Piano „neue Akzente und Grooves für wummernde Beats“ gesetzt hätten.

Hartmann hat Medienwissenschaft in Braunschweig studiert

Nach dem Abitur studierte Hartmann Medienwissenschaften im Bachelor- und Masterstudiengang an der Hochschule für Bildende Künste und an der Technischen Universität Braunschweig. Schon bald unterrichtete er selbst, etwa an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim. Es folgten Stationen bei Fernsehsendern wie NDR und Sat.1 sowie nebenberufliche Aufträge für Informationsvideos und Imagefilme.

Hartmann gewinnt Preis bei Filmwettbewerb

„Nach Abschluss des Masterstudiums wollte ich dann mal raus aus der niedersächsischen Heimat und zog nach Berlin.“ Dort war er neben seinen hauptberuflichen Tätigkeiten im Marketing sowie im internationalen Produkt- und IT-Projektmanagment über einen Studienfreund nebenberuflich für die Werbebranche aktiv. Mit seinem Freund nahm er 2012 an einem Wettbewerb des Hollywoodregisseurs Robert Rodriguez (Sin City, From Dusk till Dawn) teil, und gewann dort mit einer eigens komponierten Filmmusik den „Young Director’s Award“. Es folgten diverse Kurzfilmprojekte und Werbefilme.

Leidenschaft für Musik ist ungebrochen

Aktuell arbeite er als Projektleiter bei einer Firma in Kreuzberg und betreue Web- und Digitalprojekte. Seine Leidenschaft für Musik sei aber nach wie vor ungebrochen. Deshalb arbeite er derzeit an einer Filmmusik und diversen Soundeffekten und Klängen für den Einsatz im Bereich Film, Fernsehen und Videospielen. Die aktuellen Vertriebsmöglichkeiten seien sehr vielfältig. Dass jeder Mensch mit einfachen Mitteln Musik machen könne, sei eine der größten Errungenschaften des digitalen Wandels. Diese Entwicklung habe er als Seelzer anhand seiner Heimkompositionen in den vergangenen fast 15 Jahren, in denen er mittlerweile Musik mache, erleben können. Trotz aller Hilfsmittel denke er aber schon, dass nach wie vor Talent, eigener Antrieb sowie Schöpfungswille und Ideenreichtum notwendig und wichtig seien, um mit anhaltender Freude erfolgreich neue Musik zu kreieren.

An der Grand-Couronne-Allee kann Hartmanns Komposition gehört werden. Quelle: Thomas Tschörner

Heimatstadt etwas zurückgeben

Mit der Teilnahme an dem Projekt Klingende Laternen habe er den Seelzern etwas zurückgeben wollen. Der Ort, wo seine Komposition gespielt wird, habe eine gewisse Ruhe. „Sich einfach der Musik hinbegeben und mal lauschen, ist da für mich das Motto und Credo gewesen, die ich bei dem Projekt auch als wichtigen Teilnahmegrund erachtet habe.“ Besonders, weil der Zuhörer fernab der kontinuierlichen Beschallung durch Fernsehen und andere Medien endlich wieder draußen unter freiem Himmel unter einer Laterne verweilen und eine einzige Musikkomposition für eine gewisse Zeit erleben könne.

Er habe zunächst an moderne Klänge wie Hip-Hop oder Metal- und Trommelrhythmen gedacht. Wegen der Naturverbundenheit der Aktion, bei der Musik an frei begehbaren Orten im Frühling und Sommer zu hören ist, habe er sich dann aber schnell für eine Musik entschieden, die fröhlich sei und gleichzeitig eine Melodie enthalte. Hartmann lobt das Projekt als schönes Kulturevent, das auch die vielfältige Musikszene Seelze zeige. Es kämen so viele verschiedene Geschmäcker und Ideen zusammen, dass „man nur staunen – oder besser gesagt – hören kann und sollte“.

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