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Seelze Streifen Wildkatzen durch die Wälder von Seelze?
Umland Seelze

Seelze: Die Tierfotografen Sukdolak und Kesberger sind nachtaktiven Tieren auf der Spur

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00:18 12.05.2019
Max Kesberger (links) und Aiko Sukdolak suchen den Holzpflock des Lockstockmonitorings nach Haaren von Wildkatzen ab. Quelle: Patricia Chadde
Seelze

Wie weit muss man reisen, um außergewöhnliche Fotografien von wilden Tieren aufzunehmen? Aiko Sukdolak, der in Döteberg aufwuchs, und Max Kesberger fahren nur ein paar Kilometer in Seelzes Süden und laufen dann noch einen guten Kilometer, um zu ihrer gut getarnten Wildkamera zu gelangen. Das kleine Gerät, an einem Baumstamm befestigt, liefert den passionierten Tierfotografen wichtige Hinweise auf aktuellen Wildwechsel. Erste Frage bei Erreichen der Wildkamera: „Hat die Batterie gehalten?“ Sie hat, obwohl Kälte und Nässe starke Gegenspieler der technischen Tier-Observierung sind. Max Kesberger überträgt die Daten der Speicherkarte auf seinen Laptop und stellt fest: „Hier ist ja ein echter Trampelpfad“.

Aiko Sukdolak und Max Kesberger geht es nicht allein um beeindruckende Motive. „Wir erweitern unsere Perspektive und hoffen außerdem, Menschen noch stärker für Natur- und Artenschutz begeistern zu können“, formuliert es Aiko Sukdolak.

Aiko Sukdolak und Max Kesberger lichten Seelzes Wildtiere ab.

Der gelernte Fernsehtechniker Kesberger, der für sein Fotostudium von Heidelberg nach Hannover kam, betrachtet die aktuellen Wildkamera-Aufnahmen von Tauben, Dachsen, Hasen, Füchsen und Rehen. Stand bei Kesbergers Fotoprofessor Rolf Nobel die humanistische Reportage im Mittelpunkt, beeindruckte ihn Fernsehprofessor Michael Sutor beim GO-Wild-Festival mit ambitionierten Tierfilmern noch stärker. Mit dem Film „Die Wiese" wurde beispielsweise Festivalgast Jan Haft überregional bekannt.

Das Fotoduo Sukdolak / Kesberger beschränkt sich dagegen auf Standbilder und hat eine Fotofalle selbst konstruiert, die besondere Einblicke in Seelzes tierisches Nachtleben ermöglicht, die unter www.wildesnachtleben.de angesehen werden können. Eine besondere Entdeckung machten die Männer ebenfalls, denn es könnte sein, dass echte Wildkatzen durch Seelzes Süden streifen. „Wir teilen unseren Lebensraum mit vielen Wesen, die man nur selten zu Gesicht bekommt“, weiß Max Kesberger.

Gewissheit wird eine DNA-Analyse liefern. Daher kooperieren die Tierfotografen mit dem BUND und haben zu Frühjahrsbeginn einen rauen Holzpflock im Rahmen des Lockstockmonitorings aufgestellt und wöchentlich kontrolliert. Der Seelzer Pflock trägt die Nummer 150 und wird mit Baldrian beträufelt, weil sich die Wildkatzen, falls vorhanden, dann gerne an ihm reiben und Haare hinterlassen. Die Tierhaare werden mit einer Pinzette vorsichtig abgezupft, eingetütet „wie im Krimi“ und ins Senkenberg-Institut geschickt. Der Lockstock muss dagegen mit einer Lötlampe desinfiziert, also abgeflammt, und wieder mit Baldrian beträufelt werden.

Ob es sich bei den Seelze Tieren um Kreuzungen oder echte Wildkatzen handelt, erfahren die Tierfotografen in den nächsten Wochen. „Wir sind gespannt“, sagt Aiko Sukdolak. Er und Kesberger wissen, dass die Landschaftsstrukturen in Seelzes Süden zu den heimlichen und seltenen Jägern gut passen würden. Im nahen Deister gilt das Wildkatzen-Vorkommen jedenfalls als gesichert.

Von Patricia Chadde

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