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Seelze Hannoverschen Straße: Händler fürchten Einbußen durch Sanierung
Umland Seelze

Seelze: Händler fürchten Einbußen durch Sanierung der Hannoverschen Straße

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00:18 21.06.2019
Pia Schünke und Angelika Jaworek fürchten einen Rückgang bei den Schulbuchbestellungen. Quelle: Sandra Remmer
Seelze

Die Entscheidung, die dringend notwendige Sanierung der Hannoverschen Straße in die Sommerferien zu terminieren, haben Stadt und Region bewusst getroffen: In diesem Zeitraum sei erfahrungsgemäß nicht so viel los, viele Seelzer seien verreist, heißt es. Für die Organisatoren ist es also der ideale Termin. Die Händler an der Hannoverschen Straße sehen das allerdings anders: „Für uns ist Hauptsaison“, sagen Angelika Jaworek und Pia Schünke von Schreibwaren Petri & Waller. In den Sommerferien würden die Kunden Schulbücher bestellen und abholen. Die Sorge sei groß, dass sie das nun bei Onlinehändlern erledigen. „Außerdem wissen wir nicht, wie die Lieferanten zu uns kommen sollen. Wir bekommen fast täglich Zeitungen – zu unterschiedlichen Tageszeiten“, sagt Jaworek. „Und viele der Lieferanten verstehen kein oder kaum Deutsch. Denen können wir nicht einfach erklären, sie sollen die Umleitung über die Beethovenstraße fahren“, sagt Schünke. In jedem Fall wollen die beiden ihre Kunden darüber informieren, dass sie auch bei Petri & Waller online bestellen können.

Marc Schröder will für seine Kunden besondere Aktionen für die Dauer der Sanierung anbieten. Quelle: Sandra Remmer

Optiker plant Kundenaktionen

„So etwas ist immer doof“, findet auch Marc Schröder von Dörings Augenoptik schräg gegenüber. Aber am Ende sei die Straßensanierung notwendig und nicht zu ändern. Für ihn seien die Baumaßnahmen nicht ganz so schlimm, weil die meisten seiner Kunden ohnehin nach Terminabsprache kämen. „Wir werden unsere Kunden über die Sperrung informieren und uns witzige Aktionen einfallen lassen, um einen Anreiz zum Kommen zu schaffen“, kündigt Schröder an. Sorge macht ihm allerdings der Baustaub. „Bei der letzten Sanierung der Hannoverschen Straße mussten wir jeden Tag den kompletten Laden sauber machen“, so der Optikermeister. „Ich habe so etwas noch nie erlebt, ich bin absolut unwissend“, sagt Markus Bachhausen von Flügels Restaurant. Die beiden von der Stadt angebotenen Informationsabende haben ihm gut gefallen. „Sie sind auf alle Fragen der Anlieger eingegangen“, sagt er. „Ein bisschen ist die Sanierung wie die Probe für die Fußgängerzone.“

Kann Bauzeit eingehalten werden?

Kevin Quadt, Inhaber von Fotostudio Kurth, hält hingegen nichts von besonderen Rabatten. „Ich glaube nicht, dass jemand lange Umwege in Kauf nimmt, um einen günstigen Bilderrahmen zu kaufen“, sagt er. Durchhalten, so lautet seine Devise. Quadt hofft, dass seine Umsatzeinbußen unter 20 Prozent bleiben. Vor allem bei schnell zu erledigenden Dingen wie Passbildern und Autokennzeichen rechnet er allerdings mit Rückgängen. Beides seien Angelegenheiten, die während der Reisezeit für gewöhnlich verstärkt anfielen. Außerdem befürchtet Quadt, dass die vorgesehene Bauzeit von sieben Wochen überschritten werden könnte.

Bei der gemeinsamen Baumaßnahme von Region und Stadt sollen im ersten Bauabschnitt von Seelzes Ortsdurchfahrt auf dem Teilstück der Hannoverschen Straße zwischen Garbsener Landstraße (L 390) im Westen und der Einmündung Beethovenstraße/Humboldtstraße im Osten der Regenwasserkanal und die Straße saniert werden. Als Grund für die Straßenbauarbeiten nennt die Region die erforderliche Ausbesserung der Pflasterfläche, die teilweise abgesackt ist. Die Arbeiten seien deshalb notwendig, um die Verkehrssicherheit auf der Straße zu gewährleisten. Parallel dazu werde der teilweise nicht mehr intakte Regenwasserkanal saniert. Voraussichtlich sollen die Bauarbeiten Ende August beendet werden. Die Kosten für die Fahrbahnsanierung trägt die Region Hannover. Bis August sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Stadt will über Parkplätze informieren

Die städtische Wirtschaftsförderin Katja Volkhardt sichert zu, praktische Lösungen für verfügbare Parkmöglichkeiten zu finden. „Wir geben uns Mühe, die Kunden in Abstimmung mit den Geschäftsleuten regelmäßig darüber zu informieren, wo sie parken können“, sagt sie. Auch für bestimmte Bedürfnisse der Anlieger – wie etwa Transporte von Patienten, die nicht so mobil sind, zu den Arztpraxen sowie für die Zulieferer der Einzelhändler und Gastronomiebetriebe wollen die Stadt und die Region Hannover Lösungen finden.

Von Sandra Remmer

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