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Seelze Wie lebt es sich mit sieben Ehrenämtern, Frau Stempor?
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Seelze: Heidi Stempor aus Letter setzt sich für sieben Ehrenämter ein

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18:52 14.11.2019
„Ich habe große Freude daran, den Menschen ein paar gemütliche Stunden zu bereiten“: Heidi Stempor. Quelle: Heike Baake
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Letter

Langeweile kennt Heidi Stempor nicht. Sie hat einen prall gefüllten Terminkalender. Mit Kreativität und Arbeitskraft bringt sie sich bei insgesamt sieben Ehrenämtern ein. Während sie früher im Kindergarten und in der Schule ihrer Tochter aktiv war, unterstützt sie heute unterschiedliche Einrichtungen und Vereine.

Schriftführerin bei der Schützengesellschaft

Fast 40 Jahre ist Stempor Mitglied der Schützengesellschaft Letter. Während sie anfangs nur zum Schießen den Verein aufsuchte, dauerte es nicht lange, bis sie das erste Ehrenamt übernahm. „Seit 1985 bin ich ohne Unterbrechung Schriftführerin“, erzählt Stempor. Außerdem sei sie fast genauso lange im Festausschuss tätig und bringe sich beim monatlichen Klönnachmittag mit ihrer Arbeitskraft ein.

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Wo auch immer in der Vergangenheit Hilfe gebraucht wurde, Stempor sprang tatkräftig ein. Nach dem Tod ihres Mannes vor zwölf Jahren übernahm sie dessen Amt als Schriftführer beim Kreisschützenverband Leine. „Das habe ich zwei Jahre gemacht, dann aber damit aufgehört.“ Zusätzlich unterstützte sie den mittlerweile aufgelösten Verband auch als Kreisdamenleiterin.

Schatzmeisterin beim DRK

Stempors Herz hängt aber nicht nur an den Aktivitäten der Schützen. Auch im Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes ist sie in Letter aktiv. Seit mehr als 25 Jahren bringt sie sich dort als Schatzmeisterin ein und gehört zum Vorstandsteam. Zusätzlich übernahm sie für den Seelzer Ortsverein die Mitgliederverwaltung. „In Seelze fehlte eine Vorstandsnachfolgerin, deshalb wurde die Blutspende nach Letter verlegt“, erklärt sie. Jährlich werden 13 Blutspendetermine vom Ortsverein angeboten.

Stempor kümmert sich mit einem Organisationsteam um die gesamte Abwicklung dieser Spendentermine, die mit bis zu 120 Teilnehmern immer gut besucht sind. „Manchmal bringen wir sogar den gekochten Kaffee mit“, erzählt sie lachend. Zusätzlich bietet der Ortsverein seinen Mitgliedern auch ein buntes Angebot an Veranstaltungen. Ob Faschingsfeier, Ostercafé, Grillfest oder bayerischer Nachmittag – Stempor fasst mit an und bringt sich bei Organisation oder Einkauf ein. „Ich habe große Freude daran, den Menschen ein paar gemütliche Stunden zu bereiten“, erklärt sie. Stempor stellt die Sitzpläne zusammen, hilft bei der Dekoration der Tische und steht auch mal in der Küche der Seniorentagesstätte und backt Brezeln.

Senioren als Sicherheitsbeauftragte beraten

Durchschnittlich investiert Stempor täglich zwei Stunden für ihre Ehrenämter, denn neben DRK und Schützenverein engagiert sie sich auch als Sicherheitsbeauftragte für Senioren. „Wir informieren die älteren Mitbürger mithilfe von Flyern und halten Vorträge“, sagt sie. Auch die Diabetiker Niedersachsen können auf Stempors Unterstützung zählen, denn seit 2010 leitet sie die Selbsthilfegruppe in Letter und ist als Diabetes-Lotsin unterwegs. „Ich gebe Betroffenen erste Ratschläge, was getan werden kann“, berichtet sie.

Prüfungsaufsicht bei IHK und Nizza

Stempors ehrenamtlichen Aktivitäten gehen aber auch über Letters Grenzen hinaus. Unter ihrer Aufsicht legen kaufmännische Auszubildend bei der Industrie- und Handelskammer in Hannover ihre Prüfungen ab. Beim Niedersächsischen Landesprüfungsamt (Nizza) passt sie bei Prüfungen von Medizinstudenten auf, dass alles fair und ehrlich zugeht. „Meine Aufgabe ist es, darauf zu achten, dass nicht geschummelt wird“, erklärt sie.

Viel Spaß als Simulationspatient

Ein Ehrenamt macht Stempor ganz besonders viel Spaß: Als Simulationspatientin kann sie bei der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ihr schauspielerisches Talent ausleben und angehenden Medizinern beim Diagnosegespräch ihr Leid klagen. „Da bleibt mir dann manchmal die Luft weg oder ich simuliere absolute Atemnot“, erzählt sie. Ist sie bei der MHH im Einsatz, hat sie am Ende des Tages mit 48 Medizinstudenten gesprochen. Die Krankheiten denkt sie sich allerdings nicht aus: Stempor bekommt entsprechende Vorgaben. Wie gekonnt sie diese umsetzt, bleibt ihr überlassen.

Stempor wurde bereits im vergangenen Jahr von der Region Hannover und in diesem Jahr von der niedersächsischen Landesregierung für ihr Engagement ausgezeichnet. Aus ihrem Umfeld bekommt die agile Rentnerin jedoch oft den gut gemeinten Ratschlag, etwas kürzerzutreten. Schließlich investiert sie neben allen Veranstaltungen zusätzlich täglich zwei Stunden Zeit in ihr ehrenamtliches Engagement. „Solange es irgendwie geht, bleibe ich meinen zahlreichen Ehrenämtern treu“, versichert sie.

Sie arbeiten ehrenamtlich in Vereinsvorständen, engagieren sich in Arbeitskreisen und Ortsvereinen, unterstützen Selbsthilfegruppen und sind in Kirchen aktiv. Sie investieren Zeit, bringen sich mit ihrer Arbeitskraft, Kreativität und Motivation ein, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Für sie ist ihr unentgeltlicher Einsatz selbstverständlich. In unserer Lokalserie „Ehrenamt in Seelze“ stellen wir Menschen vor, die sich mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für das Gemeinwohl einbringen. Sie berichten von ihren Erfahrungen, Aufgaben und Erfolgserlebnissen.

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Von Heike Baake

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