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Seelze KSG bereitet Obentrautpark für Wohnungen vor
Umland Seelze KSG bereitet Obentrautpark für Wohnungen vor
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00:22 24.02.2019
Die KSG möchte die Fläche neben dem vorhandenen Hochhaus mit Mietwohnungen bebauen. Quelle: Rebecca Hürter
Seelze

Die KSG Hannover GmbH will Ende Februar mit dem Rückbau des Obentrautparks beginnen. Dort will das Unternehmen in einem Mehrfamilienhaus 31 Wohnungen bauen, die im Herbst 2020 fertig sein sollen. Um den Teil des Parks, der der KSG gehört, für die Bauarbeiten vorzubereiten, sollen in der letzten Februarwoche einige Bäume gefällt werden. Außerdem will die KSG einige Wege zurückbauen und das Grundstück als Baufläche vorbereiten.

Der Brunnen am Rande des kleinen Parks soll erhalten bleiben. Quelle: Thomas Tschörner

Aus Gründen der Verkehrssicherheit soll die Fläche, auf der gearbeitet wird, mit Bauzäunen gesichert werden. „Der Durchgang durch den Park ist dann nicht mehr möglich“, sagt Christian von Scheven von der KSG. Selbstverständlich unangetastet blieben das Obentrautdenkmal und auch der Brunnen mit seinen Mühlsteinen. Beide würden auch weiterhin ihren festen Platz im Seelzer Stadtbild haben. Mit dem Neubau des Mehrfamilienhauses wird voraussichtlich Anfang Mai begonnen. Die KSG plant die Fertigstellung für Herbst 2020. Im Anschluss sollen zur Gestaltung der Außenflächen neue Bäume gepflanzt werden.

Der etwa 5077 Quadratmeter große Obentrautpark war in den 1980er Jahren angelegt worden. Der größere Teil der Fläche gehört der KSG. In einem Vertrag war damals festgelegt worden, dass die Stadt die Fläche als Grünanlage nutzen darf und sich um die Unterhaltung kümmert. Anfang 2017 hatte die KSG die Absicht erklärt, auf dem Gelände eine Wohnanlage zu errichten. Vorgesehen ist ein fünfgeschossiges Haus mit insgesamt 31 Wohnungen. Die Stadtverwaltung hatte den Plan unterstützt, weil der Bau von günstigen und teilweise barrierefreien Wohnungen den Wohnungsmarkt in Seelze entspannen würde. Das öffentliche Interesse an der Schaffung von Wohnraum sei in diesem Fall höher zu bewerten als ein Erhalt der Parkanlage, betonte die Verwaltung. Die Stadt betonte zudem, dass der KSG als Eigentümer das Bauvorhaben auch nicht verweigert werden könne. Gleichstellungsbeauftragte Gabriela Giesche machte sich ebenfalls für das Projekt stark, weil in Seelze bezahlbare Wohnungen dringend benötigt würden. Dies sah auch eine deutliche Mehrheit im Ortsrat Seelze und dem Rat der Stadt Seelze so, die dem Bauvorhaben zustimmte.

Kritik gab es dagegen von einigen Kommunalpolitikern, die den Verlust der Grünfläche bedauerten. Bei einem fünfgeschossigen Haus bleibe für die Allgemeinheit nichts mehr übrig, sagte damals etwa SPD-Ratsherr Heinrich Aller. Dies belaste nicht nur die Bewohner des unmittelbar angrenzenden Hochhauses an der Beethovenstraße, sondern das gesamte Wohnquartier. Das ohnehin schon dicht bebaute Viertel werde weiter verdichtet, sagte Aller. Zuletzt hatte Linken-Fraktionschef André Meyer im November das Projekt als einen Fehler bezeichnet und betont, dass seine Fraktion im Rat gegen die Bebauung gestimmt habe. Ein fünfgeschossiges Gebäude werde die Seelzer optisch erschlagen, zudem falle eine weitere Grünfläche in der Innenstadt weg. Die gleiche Kritik übte Meyer auch an der geplanten Bebauung der Fläche des inzwischen abgerissenen Altes Rathaues am Bürgermeister-Röber-Platz in Letter. Der Linken-Fraktionschef stellte klar, dass Wohnungen in Seelze fehlten, nicht zuletzt für Alleinstehende und Senioren. Die Linke sei deshalb ebenfalls für sozialen Wohnungsbau, aber nicht um jeden Preis.

Von Thomas Tschörner

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