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Seelze Keine Blindgänger: Harenberger Friedhof ist wieder freigegeben
Umland Seelze

Seelze: Keine Blindgänger: Harenberger Friedhof ist wieder freigegeben

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10:00 14.09.2019
Auch der Friedhof Seelze wurde auf Blindgänger untersucht. Er kann seit Juli wieder genutzt werden. Quelle: Heike Baake
Harenberg

Auf dem Friedhof Harenberg kann wieder ohne Risiko gegraben werden. Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg liegen dort nicht: Die Stadt hat zwei Verdachtspunkte überprüft und grünes Licht gegeben. Das beauftragte Fachunternehmen konnte keine Kampfmittel entdecken. Seit Mittwoch ist der Friedhof wieder für alle Nutzer freigegeben.

Bereits Mitte Juli waren die Sondierungen auf dem Friedhof in Seelze beendet worden. „Blindgänger oder andere Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg konnten die Experten auch dort nicht feststellen“, sagt Carsten Fricke, Pressesprecher der Stadt Seelze. Seit November 2018 hatte die Stadt die Nutzung der Friedhöfe in Seelze und Harenberg wegen möglicher Blindgänger sowie mehrerer Bombentrichter aus der Zeit des Zeiten Weltkriegs eingeschränkt. Bei einem Bombentrichter handelt es sich um eine durch eine Bombenexplosion entstandene trichterförmige Vertiefung der Erdoberfläche.

Friedhof für Erdarbeiten gesperrt

Es durfte vor allem nicht gegraben werden. Bis zum Abschluss der Sondierungen waren mehrere Bereiche der Friedhöfe aus Sicherheitsgründen für Kraftfahrzeuge und für Erdarbeiten gesperrt. „Dies bezog sich insbesondere auf Fahrzeuge und Arbeiten von Gärtnern, Steinmetzbetrieben und Bestattern“, erklärt Fricke. Für Fußgänger seien die Friedhöfe jederzeit in fast allen Bereichen uneingeschränkt nutzbar gewesen.

Die Verdachtspunkte auf nicht explodierte Kampfmittel sowie Trichter von explodierten Sprengkörpern hatte der Kampfmittelbeseitungsdienst Niedersachsen auf Anfrage der Stadt bei einer Luftbildauswertung für das neue Friedhofsentwicklungskonzept festgestellt. Daraufhin untersuchte die beauftragte Fachfirma die Verdachtsflächen. Laut Edit Gaal von der städtischen Abteilung für Grünflächen seien keine Bomben gefunden worden.

Nicht alle Trichter werden überprüft

Die Stadt habe allerdings in Absprache mit Experten davon abgesehen, zwölf ebenfalls festgestellte Bombentrichter auf dem Friedhof Seelze und einen Bombentrichter auf dem Friedhof Harenberg technisch erkunden und räumen zu lassen.

„Im Sinne der Totenruhe und im Hinblick auf die übliche Nutzung der Flächen hat sich die Stadt Seelze mit den Fachleuten darauf geeinigt, diese Flächen nicht zu sondieren“, sagt Fricke. Im Bereich der Bombentrichter wird die Stadt jedoch keine neuen Grabstellen mehr vergeben. Bürger, die bereits eine Grabstellen in diesem Bereich gepachtet haben, können laut Angaben der Stadt auch ein gleichartige Grabstätte in einem kampfmittelfreien Areal bekommen.

Pflege ist ohne Risiken möglich

Ein Besuch der beiden städtischen Friedhöfe sowie einfache Pflegearbeiten sind ohne Einschränkungen möglich. „Die alltägliche Nutzung der Friedhöfe, also etwa das Betreten der Flächen, kleinere Bodeneingriffe, wie die Pflanzung von Staudengewächsen oder auch das Legen von Kissensteinen, ist nach den erfolgten Sondierungen unbedenklich“, versichert Gaal. Die Friedhöfe seien auch weitgehend für die Gewerbetreibenden nutzbar.

Lediglich im Kernbereich der Bombentrichter gelten Einschränkungen: Gewerbetreibende, die dort Arbeiten ausführen müssen, sollten sich 14 Tage vorher bei der Friedhofsverwaltung melden.

In zwei Faltblättern – eines für Besucher sowie eines für Gewerbetreibende – hat die Stadt alle wesentlichen Informationen zur Kampfmittelbelastung der Friedhöfe in Seelze und Harenberg und zu den Sondierungen sowie die wichtigsten Hinweise zusammengefasst. Auf der Internetseite der Stadt sind sie auch online abrufbar, zudem liegen sie bei der Friedhofsverwaltung aus.

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