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Seelze Wie Künstler Tiemann die Welt nach Kirchwehren holt
Umland Seelze

Seelze: Maler Wolfgang Tiemann macht Kirchwehren in der Welt bekannt

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00:20 26.06.2019
Bürgermeister Detlef Schallhorn (von links), Wolfgang Tiemann und Satiriker Dietmar Wischmeyer begrüßen die Gäste. Quelle: Thomas Tschörner
Kirchwehren

Zwei wichtige Dinge gibt es in Seelze: die Kristall-Therme und den Künstler Wolfgang Tiemann. Diese der Stadt zugeschriebene Selbsteinschätzung gibt der Maler und Bildhauer am Sonnabend bei seinem Atelierempfang in Kirchwehren bei der Begrüßung der Gäste zum besten. Vor 40 Jahren hatte Tiemann einen leerstehenden Laden in dem Dorf gekauft und darin sein Atelier eingerichtet. Ortsbürgermeister Jens Seegers spricht von gemischten Gefühlen, die damals im Ort vorhanden waren. „Wir waren erst mal froh, dass eine Industriebrache nicht mehr leer stand, haben aber auch zur Kenntnis genommen: Da kommt ein Künstler.“ Inzwischen sei klar, dass der Ort sich gratulieren könne. Tiemann mache Kirchwehren nicht nur in der Welt bekannt, sondern hole die Welt auch nach Kirchwehren, wie etwa bei dieser Feier.

Künstler kann bei Vernissage zahlreiche Gäste begrüßen.

„Ich freue mich, dass wir einen weltbekannten Künstler in Seelze haben“, sagte Bürgermeister Detlef Schallhorn. Er hoffe deshalb, dass Tiemann noch weitere 40 Jahre in Kirchwehren leben und arbeiten werde. „Er gehört dann zu den Ureinwohnern in Seelze.“

Im eigenen Werk geforscht

Er zeige einen Querschnitt seines 40-jährigen Schaffens in Kirchwehren, sagte Tiemann. Es habe Spaß gemacht, in den eigenen Unterlagen und Arbeiten zu forschen, berichtete der Künstler von der Vorbereitung seiner Ausstellung, die noch bis zum 7. Juli besichtigt werden kann. Er sei damals ein junger Mann mit langer Mähne gewesen, der die Welt erkunden sowie reich und berühmt werden wollte. „Der Hunger ist noch da, Künstler müssen neugierig bleiben“, sagte der 66-Jährige. Mit Ironie nahm Tiemann die Absage von Ministerpräsident Stephan Weil, der eigentlich für ein Grußwort vorgesehen war. Damit Weil sich als Mitglied einer zerrissenen Partei mit einem Stimmanteil von 12 Prozent auch wohlfühle, habe er extra seinen roten Overall angezogen und hätte dem Politiker auch seine rote Kappe für künftige Talkshow-Auftritte geschenkt.

Maler hat alles richtig gemacht

Unter dem Motto „Der Neid des Schreibers auf den Maler“ verlieh Kolumnist und Satiriker Dietmar Wischmeyer, der unter anderem als „Günther, der Treckerfahrer“ und „Der kleine Tierfreund“ des Radiosenders ffn bekannt ist, der Veranstaltung mit seiner Rede einen aktuellen Anstrich. Während Musiker und Autoren unter modernen Kopiermethoden und dabei insbesondere den Möglichkeiten des Internets zu leiden hätten, sei es dem Maler gelungen, Einzelstücke zu schaffen, und er sei damit trotz seiner altertümlichen Arbeitsweise erfolgreich, sagte Wischmeyer.

Tiemann will Lücken schließen

In einem kleinen Interview, das Veranstalter Klaus Ritgen führte, kündigte Tiemann an, noch drei bis vier Skulpturen für den Vorplatz seines Kunsthauses, das neben dem Atelier steht, schaffen zu wollen. Den Anfang hat ein weiblicher Torso gemacht, der einen Penis aus Wurzelholz abgelöst hat. „Der war marode, wie alles Männliche im Alter.“ Zu seinen nächsten Zielen gehören auch weitere Bilder. Er wolle seine Arbeit verfeinern, vervollkommnen und perfektionieren. „Ich werde weniger auf Ibiza, sondern mehr in Kirchwehren sein und die Lücken, die ich gefühlt noch habe, schließen.“

Ausstellung kann nach Absprache besichtigt werden

Tiemanns Retrospektive „Durchquerung der Welten und Zeiten“ kann noch bis Sonntag, 7. Juli, in Atelier und Kunsthaus, Neue Straße 6-8, besichtigt werden. Eine Voranmeldung ist unter Telefon (0172) 4192303 erforderlich.

Von Thomas Tschörner

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