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Seelze Neues Naturschutzgebiet ist ein Rückzugsraum für Tiere
Umland Seelze

Seelze: Neues Naturschutzgebiet Hubbelsche ist ein Rückzugsraum für Tiere

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19:20 03.06.2019
Die Luftaufnahme zeigt die von Bäumen umrahmte Hubbelsche, einige Flurgrenzen sind eingezeichnet. Quelle: Stadt Seelze
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Seelze

Die Leineaue zwischen Seelze und Garbsen ist nicht nur landwirtschaftlich genutzt. Die gut ausgebauten Wirtschaftswege sind beliebt bei Radfahrern und werden auch gern von Spaziergängern genutzt. Mit dem Naturschutzgebiet Hubbelsche („die Hügelige“) weist die Stadt Seelze ein Refugium für seltene Tiere und Pflanzen erneut aus. Denn die etwa 14 Hektar große Fläche im Bereich der Querung des Mittellandkanals über die Leine stand bereits unter Naturschutz. Nach Angaben der Landesregierung stand jedoch nur 172 der 385 niedersächsischen Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH) entsprechend den EU-Vorgaben unter Schutz, was eine Neuausweisung erforderlich machte.

Areal darf nicht betreten werden

Das Areal westlich des Kanals und nördlich der Leine hat teilweise Auenwaldcharakter mit Erle, Esche und Weide und beherbergt diverse gefährdete Tierarten wie Libellen und Falter. Der relativ unzugängliche Bereich wird zudem von Weißstorch, Rauschwalbe und Graureiher zur Nahrungssuche genutzt. Die Hubbelsche war noch im Jahr 1763 von der Leine umflossen, der Lauf des Flusses wurde jedoch 1782 begradigt. Dennoch sind noch heute Teile des Altarms der Leine erkennbar und mit Wasser gefüllt.

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Seelzes neues Naturschutzgebiet ist relativ unzugänglich und somit ein ideales Refugium für Pflanzen und Tiere.

Das Naturschutzgebiet Hubbelsche darf grundsätzlich nicht betreten werden, ist allerdings ohnehin nicht leicht erreichbar. Von der Leine im Süden führt nur ein schmaler Pfad in Richtung Hubbelsche, der zudem rutschig und voller Brennnesseln ist. Von Norden kann das Naturschutzgebiet über eine Brachfläche zwar erreicht werden, der Neugierige steht dann aber vor dem alten Leinearm. „Die Hubbelsche ist ein relativ abgeschlossener Bereich“, sagt Friedhelm Ilse, Vorsitzender der Seelzer Ortsgruppe des Nabu. Dies sei auch genau richtig so. Denn damit fänden in dem Gelände Tiere einen Rückzugsraum, den sie sonst in den landwirtschaftlich genutzten Flächen nicht mehr hätten. Rehe würden sich dort ebenso aufhalten wie diverse Falter und Libellen. In den Wasserflächen des alten Leinearms hätten auch Molche ein Revier gefunden. Wegen der schlechten Erreichbarkeit könnte die Tierwelt nahezu ungestört in der Hubbelschen leben. Während in früheren Jahrzehnten die Kopfweiden noch regelmäßig zurück geschnitten worden seien und die biegsamen Zweige von Korbflechtern als Material genutzt wurden, würden die Bäume heute sich selbst überlassen: „Die Weiden wachsen jetzt, brechen aber in der Krone schnell auseinander.“

Die Leineaue ist damit nicht nur Wirtschaftsfläche und Naherholungsgebiet, sondern zumindest in der Hubbelschen auch noch ein Stück Wildnis. Ilse hatte sich erst vor einigen Wochen erfreut gezeigt, dass auch der Biber in Seelze angekommen ist.

Von Thomas Tschörner