Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Seelze „Wachsleichen“ auf Harenberger Friedhof: Weiter keine Lösung in Sicht
Umland Seelze

Seelze: Sanierung des Harenberger Friedhofes bleibt weiter unklar

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:19 02.12.2019
Der Friedhof in Harenberg liegt am südlichen Ortsrand. Quelle: Thomas Tschörner
Seelze/Harenberg

Ein Ärgernis, das die Harenberger schon lange umtreibt – der Grundwasserstand auf dem Harenberger Friedhof ist zu hoch. Das führt dazu, dass die Leichen nicht mehr vollständig verwesen, sondern zu sogenannten „Wachs-“ oder „Wasserleichen“ werden. Doch vorerst bleibt unklar, wann auf dem Friedhof in Harenberg die Entwässerung instand gesetzt wird. Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Seelze ist mit einem Antrag gescheitert, einen Sperrvermerk auf den Betrag von 80.000 Euro aus dem Jahr 2017 zur Wiederherstellung der Drainagefunktion sofort aufzuheben. Womit die Gelder wieder freigegeben würden. Die Verwaltung betonte, dass zuerst das derzeit in Arbeit befindliche Friedhofskonzept abgewartet werden solle.

Harenberger fordern Lösung des Wasserproblems

In der Einwohnerfragestunde verwies Walter Plümecke aus Harenberg auf die jetzt schon auf dem Friedhof vorhandenen „Wasserleichen“. Er wollte wissen, wie die „Zeitschiene für die Reparatur der Friedhofsdrainage“ aussehen könnte. Die Frage dränge auch deshalb, weil für die weiter südlich geplante neue Grundschule eine Hangwasserdrainage erforderlich sei, was möglicherweise das Problem auf dem unterhalb liegenden Friedhof verschärfe. „Wenn die Reparatur der Drainage auf dem Friedhof nochmals verschoben wird, entstehen auch zukünftig Wasserleichen.“ Ilse Plümecke monierte in der Fragestunde, dass es seit 20 Jahren keine Lösung für den Friedhof gebe. Sie kritisierte zudem, dass die Bürger nicht einbezogen würden.

An diversen Stellen misst die Stadt den Grundwasserpegel auf dem Friedhof. Quelle: Thomas Tschörner

Schallhorn: Entscheidung der Friedhofskommission abwarten

Bürgermeister Detlef Schallhorn betonte, dass die 80.000 Euro für die Reparatur der Drainage derzeit wegen eines Sperrvermerks im Haushaltsplan nicht abgerufen werden könnten. Diesen Vermerk wollte die CDU aufheben. Dann stünde das Geld sofort zur Verfügung. Grund dafür, dass der Betrag gesperrt wurde, sei das in Arbeit befindliche Friedhofskonzept der Stadt. „Die Entscheidung der Friedhofskommission steht noch aus“, sagte der Bürgermeister. Wenn die Kommission sich für den Erhalt des Friedhofes Harenberg ausspreche, könne die Stadt sofort mit der Sanierung loslegen. Die Entscheidung müsse aber noch abgewartet werden.

Fachbereichsleiterin spricht von diversen Möglichkeiten

Karin Winkler, Leiterin des Fachbereichs Bau und Umwelt, ergänzte, dass ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten für alle Friedhöfe diverse Varianten aufzeige – ohne jeweils eine Empfehlung abzugeben. Im ersten Quartal nächsten Jahres werde das Konzept auch in allen Ortsräten vorgestellt. Winkler betonte, dass es „die Drainage“ nicht gebe. Vielmehr müsse zwischen diversen Möglichkeiten mit unterschiedlich großem technischen Aufwand entschieden werden. Eventuell käme auch eine Teilschließung des Harenberger Friedhofes für Sargbestattungen in Betracht, so dass dort künftig nur Urnengräber zulässig sein könnten.

CDU will Geld zur Verfügung stellen

CDU-Fraktionschef Jens Willms warb dafür, das Geld für die Drainage freizugeben. Selbst wenn die Stadt den Friedhof aufgeben sollte, müsste er doch noch 25 Jahre weiter betrieben werden. In dieser Zeit müsse auch die Entwässerung funktionieren. „Wir wollen den Friedhof Harenberg erhalten“, betonte Willms. Ralf Marter (Die Grünen) sprach sich gegen eine Investition ohne genauere Prüfung aus. „Wird die Drainage wirklich gebraucht?“, fragte er. Letztlich wurde der CDU-Vorstoß mit 15 Ja- zu 21 Nein-Stimmen im Rat abgelehnt.

Lesen Sie auch

Keine Blindgänger: Harenberger Friedhof ist wieder freigegeben

Probleme sind noch nicht gelöst

Harenberger finden Zustände auf Friedhof untragbar

Zu hohes Grundwasser stört Totenruhe

Von Thomas Tschörner

Als letzten Höhepunkt im Jahr seines 30-jährigen Bestehens hat der Shantychor Lohnde seine zehnte CD an Bürgermeister Detlef Schallhorn überreicht. Die 19 Titel darauf sind ein Mix aus frischem Wind und alt bewährten Titeln.

02.12.2019

Schülerinnen der Musikschule Seelze ab vier Jahren haben am Sonntag Ballett, moderne und orientalische Tänze präsentiert. Im Forum des Georg-Büchner-Gymnasiums gab die Tanzabteilung Einblicke in ihre Arbeit, einige Schülerinnen tanzten sogar im Meerjungfrauenkostüm.

02.12.2019

Eine fast neun Meter hohe Tanne bringt ab sofort Weihnachtsstimmung nach Seelze: auf dem Vorplatz vor dem Alten Krug leuchten seit Freitag knapp 180 Lichter. Die Tanne kommt dieses Jahr „direkt“ aus dem Wald, erklärte Kajta Volkhardt, Leiterin der Wirtschaftsförderung der Stadt Seelze.

02.12.2019