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Seelze Gäste loben Stimmung und Organisation beim Shantyfestival
Umland Seelze

Seelze: So war das 25. Shantyfestival

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00:17 05.06.2019
Voll des Lobes ist der Schweizer Beda Ricklin für Rolf Zikowsky (rechts) Quelle: Remmer
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Seelze

„Ich heiße Beda, der Herr ist im Himmel“: Rolf Zikowsky erinnert sich noch ganz genau an diesen Satz, ausgesprochen von Beda Ricklin, Chorleiter der Shantycrew Tribschenhorn Luzern. Dem zuvor gegangen war ein sehr förmlicher Schriftwechsel der beiden Chorleiter, in dem die Anrede stets mit „Sehr geehrter Herr“ begann. „Das sollte aufhören“, sagte Ricklin und bot Zikowsky kurzerhand das Du an. Zugleich sagte der Chor aus der Schweiz seine Teilnahme beim Shantyfestival in Seelze zu und stand am Sonnabend bei strahlendem Sonnenschein auf der Bühne vor dem Rathaus. Die Sänger aus dem Nachbarland waren begeistert: „Hier steckt jemand ganz viel Herzblut rein“, sagte Ricklin mit Blick auf Organisator Zikowsky. Sein Chor sei zwar zum ersten, aber ganz bestimmt nicht zum letzten Mal in Seelze dabei. Beeindruckt zeigt sich der Chorleiter aus der Schweiz nicht nur von der Stimmung im Publikum, sondern auch von der Organisation der viertägigen Veranstaltung.

Gegensätze ziehen sich an: Maritimer Gesang der Shantychöre und eine Ausstellung historischer Landmaschinen haben am Wochenende tausende Besucher in die Obentrautstadt gelockt.

Hunderte Besucher am Wochenende

Seit Donnerstag stand das Seelzer Zentrum ganz im Zeichen des internationalen Festivals, das zehn Chöre aus drei Ländern in die Stadt gebracht hat. Mehr als 400 Aktive traten auf dem Rathausplatz auf – unter Beifall von mehreren hundert Besuchern. Bei sommerlichen Temperaturen waren die Sitzplätze auch am Wochenende voll besetzt. Bei dem 25. Festival feiern die Sänger des Shantychor Lohnde, der gleichzeitig Veranstalter ist, auch das 30-jährige Bestehen des Chores. Als Präsident des Fachverbands Shantychöre Deutschlands (FSD) überbrachte Hans Rodax dem ersten Vorsitzenden Zikowsky bei der offiziellen Eröffnung des Festivals am Freitagabend nicht nur Glückwünsche, sondern auch eine Bootsmanpfeife, eine Schiffsglocke und einen Kompass – „damit er weiterhin in sicherem Fahrwasser bleibt und nicht vom Kurs abkommt“, sagte Rodax. Am Freitag rockte die hannoversche Band Bäm mit rund 600 Gästen den Abend – bereits am Donnerstag hatten die Bayernstürmer für Stimmung gesorgt.

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Bei strahlendem Sonnenschein ging es am Sonnabend ähnlich gut besucht weiter: klatschende Hände, wippende Füße und so manches leise Mitsummen bei den einen, gezückte Handykameras bei den anderen. „Wir kommen jedes Jahr an beiden Tagen hierher“, sagte Rainer Hillegeist. Am Sonnabend war der Letteraner noch alleine nach Seelze gekommen, am Sonntag begleitete ihn seine Ehefrau. Ein Wermutstropfen war allerdings bei den Mitgliedern des Seelzer Brotkorbs zu finden: „Wir haben viel zu wenig Kuchenspenden bekommen“, sagte Christiane Heller. Waren es im vergangenen Jahr noch fast 100 Kuchen, zählten die Ehrenamtlichen in diesem Jahr lediglich noch 50.

Alte Trecker vor dem Alten Krug

Während auf dem Rathausplatz die Shantychöre den Ton angaben, zogen auf dem Platz vor dem Alten Krug mehr als 20 historische Trecker die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Erwin Grohne vom Verein Historische Maschinen machte es sichtlich Spaß, den Zuschauern zu zeigen, wie aus Weizen und Mehl Schrot wird – dank der Maschine aus dem Jahr 1942. Auch das Heimatmuseum nutzte die Gelegenheit für einen weiteren Öffnungstag. „Ich bin erstaunt, es kommen etliche rein“, stellte Museumsleiter Heinz Gehrke erfreut fest. Das Festival geht am Sonntagabend mit einem großen Finale zu Ende.

Von Sandra Remmer