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Seelze Trauercafé im Pfarrheim an der Südstraße wird gut genutzt
Umland Seelze

Seelze: Trauercafé im Pfarrheim an der Südstraße wird gut genutzt

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15:06 17.05.2019
Marita Bernhold und Cornelia Loges setzen sich für Trauernde ein. Quelle: Heike Baake
Seelze

An jedem ersten Montag im Monat öffnet sich die Tür zum Trauercafé im Pfarrheim der Kirche Heilige Dreifaltigkeit. Trauernde sollen hier einen geschützten Rahmen finden und auf Menschen in ähnlichen Situationen. Drei ehrenamtliche Mitarbeiter sorgen für eine liebevoll gedeckte Kaffeetafel und begleiten das 90-minütige Zusammensein der Betroffenen. Im Oktober 2015 hat das Café zum ersten Mal geöffnet – seitdem kommen monatlich bis zu elf Trauernde in der Südstraße vorbei. Koordinatorin Marita Bernhold vom Malteser Hilfsdienst Hannover ist dankbar für den ehrenamtlichen Einsatz, durch den die Einrichtung erst möglich gemacht wurde. „Wir haben damals überlegt, welche Möglichkeiten wir in der Trauerarbeit haben und da entstand die Idee, in Seelze das Trauercafé zu eröffnen“, sagt sie. Nach Prüfung des Umfeldes und der ehrenamtlichen Mitarbeiter sei die Entscheidung schnell gefallen.

Ausbildung zum Trauerbegleiter

Cornelia Loges, Gabriele Rodieck und Eva-Maria Tessmann gehören zum Seelzer Team, das den Trauernden monatlich die Möglichkeit eröffnet, sich in einem geschützten Rahmen zu treffen. Sie arbeiten alle im Bereich der Hospiz- und Sterbebegleitung und bringen viel Erfahrung mit. „Das ist die Voraussetzung, um in der Trauerbegleitung zu arbeiten“, sagt Bernhold. Das allein reiche allerdings nicht – hinzu komme eine entsprechende Ausbildung, die der Bundesverband Trauerbegleitung vorschreibt. Sie besteht aus einer 100-stündigen Grundausbildung und einem 100-stündigen Aufbaukurs und soll die Ehrenamtlichen auf ihre bevorstehenden Aufgaben bei der Trauerbegleitung vorbereitet. „Wir sind aber keine Therapeuten“, sagt Trauerbegleiterin Cornelia Loges. Daher müsse man immer auch im Blick haben, dass jemand andere Hilfe benötigt. Mit viel Fingerspitzengefühl würden die Betroffenen dann auf andere Möglichkeiten der Trauerarbeit hingewiesen.

Auf die monatlichen Treffen mit den Trauernden sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter gut vorbereitet. Zur Begrüßung wird eine Geschichte vorgelesen, an die sich ein Gespräch anknüpfen kann. Loges und ihre Kolleginnen arbeiten aber auch mit vorbereiteten Karten, auf denen jeweils ein Begriff steht. „Das kann Wut sein oder Einsamkeit“, sagt Loges. Anhand dieser Wörter könnten die Betroffenen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen berichten. Koordinatorin Bernhold und die ehrenamtlichen Mitarbeiter sehen es als ihre Aufgabe an, den Menschen nicht für immer zur Seite zu stehen, sondern sie wieder ins Leben zurückzuführen. Wie lang der Weg bis dahin ist, entscheide allerdings jeder für sich selbst. „Diese Trauerbegleitung kann man nur machen, wenn man ein mitfühlender und nicht ein mitleidender Mensch ist“, sagt Loges. Immer wieder freut sie sich bei den Treffen auch über die Hilfestellung, die sich die Trauernden untereinander geben. Im Café werde auch nicht nur geweint, sondern ab und zu auch mal herzlich gelacht. Um selbst mit der Trauer zurechtzukommen, treffen sich die Begleiter einmal im Monat zu Reflexionsgesprächen. Dort haben sie die Möglichkeit ihre Erlebnisse zu verarbeiten. Loges und ihre Kolleginnen arbeiten unentgeltlich – die Kaffeetafel finanziert der Malteser Hilfsdienst allein durch Spenden.

Von Heike Baake

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