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Seelze Unbekannte entsorgen immer wieder Müll auf Privatgrundstück
Umland Seelze Unbekannte entsorgen immer wieder Müll auf Privatgrundstück
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00:19 12.04.2019
"Ich will das Grundstück nicht einzäunen müssen": Immer wieder finden Heinrich Flebbe neuen Müll auf seinem Grundstück an der Harenberger Meile. Quelle: Linda Tonn
Velber

Ein wenig muss es Heinrich Flebbe vorkommen, wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ – nur dass ihn kein flauschiges Lebewesen, sondern stinkender Müll aufsucht. „Was haben wir denn da“, sagt er und fischt braune Bierflaschen aus den großen Gummireifen, die auf seinem Grundstück an der Harenberger Meile liegen. „Die sind neu.“ Flebbe gehört ein Grünstreifen parallel zu Straße – zwischen dem Englischen Friedhof und der Stadtgrenze zu Hannover. Ein wenig ähnelt die von wilden Sträuchern eingerahmte Fläche einem Parkplatz an der Straße. „Hier pausieren auch regelmäßig Busse oder Lkw“, sagt Flebbe. Doch das Areal ist Privatbesitz. Die Unbekannten, die dort in regelmäßigen Abständen Müllsäcke, Bauschutt, Autoteile, Essensreste und Kleidung entsorgen, scheint das wenig zu stören. Immer wieder hat Landwirt Flebbe den Müll mit Anhängern von seinem Grundstück abtransportiert. Doch kaum war er weg, war neuer Unrat da. Seit mehr als einem Jahr ginge das jetzt schon, sagt er.

Immer wieder entsorgen Unbekannte ihren Müll auf einem Privatgrundstück an der Harenberger Meile. Nun geht Eigentümer Heinrich Flebbe selbst gegen Autoreifen, Plastik und Essensreste vor – doch vergeblich.

Unbekannte stellen Container auf

Erst waren es nur vereinzelte Plastiktüte oder alte Flaschen, die auf dem Grundstück lagen, sagt Flebbe. Aktiv geworden sei er erst, als im April 2018 das Telefon klingelte und eine Mitarbeiterin der Stadt Seelze berichtete, das Mitarbeiter des Entsorgers Aha den Müll aufsammeln wollte und dabei von Ratten angegriffen worden seien. Flebbe ging zur Polizei. „Doch die sagte mir, dass ich Eigentümer des Grundstücks sei und selbst den Müll entfernen müsse.“ Dann waren da aber auch noch die beiden Container – einer für Schuhe, einer für Altkleider –, die Unbekannte einfach auf das Grundstück gestellt hatten. „Niemand hatte vorher mit mir gesprochen und die Telefonnummer auf den Sammelbehältern führte ins Nirvana.“ Flebbe erstattete Anzeige bei der Polizei, die den Fall an die Region Hannover weitergegeben hat. Diese ermittelt wegen der illegalen Müllablagerung – bislang allerdings ohne Erfolg. Immer wieder habe er nachgefragt, sagt der Landwirt. Immer wieder hat man ihn vertröstet. Sogar eine Kamera hat er in den Sträuchern angebracht. Sie wurde nach kurzer Aktivität zerstört.

Akribisch hat der Landwirt Fotos von den Müllfunden gemacht und jede einzelne Fuhre dokumentiert, die er von dem Grundstück an der Harenberger Meile abtransportiert hat. Am 8. Mai 2018 etwa hat er sieben blaue Säcke mit Textilien zum Wertstoffhof gebracht, zudem den Restmüll zur Deponie nach Kolenfeld. Acht Arbeitsstunden sind dabei zusammengekommen. Am 16. Mai war dann schon wieder neuer Müll da – diesmal waren es Autoteile. Immer wieder hat er den Platz freigeräumt. Doch kurze Zeit später musste er neuen Müll entdecken – darunter Großpackungen von Salzstangen und Aufbackbrötchen. Ab und zu nähmen auch die Mitarbeiter von Aha etwas von dem Müll mit. „Und manchmal verschwindet auch so etwas“, sagt Flebbe. Ein bis zwei Mal in der Woche fährt er an seinem Grundstück vorbei. Meistens ärgert er sich. „Das Ganze kostet nicht nur Arbeit, sondern auch Geld“, sagt Flebbe. Auch die Container hat er mittlerweile abtransportiert. Einzäunen und verbarrikadieren will er das Areal nicht. „Es muss eine Selbstverständlichkeit sein, dass man seinen Müll nicht einfach in der Natur entsorgt“, sagt er. Man hänge ja auch nicht an sein Haus ein Schild „Einbruch verboten“. Wegen der Lkw-Reifen, die seit Anfang April an der Straße liegen, hat Flebbe erneut Anzeige bei der Region Hannover gestellt.

Von Linda Tonn

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