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Seelze Unfallfluchten machen der Polizei zu schaffen
Umland Seelze Unfallfluchten machen der Polizei zu schaffen
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00:15 22.04.2019
Stellen die Unfallzahlen für Seelze vor: Simone von Barfus, Dennis Schmidt (Mitte) und Ralf Hantke. Quelle: Thomas Tschörner
Seelze

Im vergangenen Jahr hat es in Seelze mit 659 exakt so viele Unfälle wie 2017 gegeben. Dies geht aus der aktuellen Unfallstatistik hervor, die nach Einschätzung der Polizei für Seelze erneut unauffällig ist. Zu schaffen macht den Beamten aber die Zahl der Unfallfluchten, die von 2017 mit 195 auf 222 (plus 13,8 Prozent) im vergangenen Jahr gestiegen ist. „Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort ist kein Kavaliersdelikt“, sagte Kommissariatsleiter Dennis Schmidt bei der Vorstellung des Zahlenwerks. Den Fahrern drohte eine Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Zudem werde bei Schäden von 1500 Euro oder mehr auch der Führerschein eingezogen. „Nur um eine Schadensregulierung und eine eventuelle Hochstufung ihrer Versicherung zu vermeiden, wird dieses Risiko eingegangen, das ist ein wirkliches Drama“, sagte Schmidt. Allerdings steige die Zahl der Unfallfluchten ständig: 2008 wurden noch 136 Fälle verzeichnet, dies entspräche einer Steigerung in den vergangenen zehn Jahren von 63 Prozent. Die Aufkärungsquote bei Unfallfluchten liegt bei 36,94 Prozent (2017: 42,56 Prozent).

Stadt hat 2018 eine Verkehrstote zu beklagen

Im vergangenen Jahr war in Seelze eine Verkehrstote zu beklagen. Eine 20-jährige Fahrerin, die im Februar an der Einmündung zum Klärwerk Gümmerwald beim Linksabbiegen auf die B 441 die Vorfahrt eines in Richtung Wunstorf fahrenden Lastwagens missachtete und einige Tage später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlag. Im Jahr 2017 hatte es in Seelze zwei Verkehrstote gegeben, nach jeweils keinem in den Jahren 2016 und 2015.

Zahl der Verletzten geht leicht zurück

Auf das Niveau der Vorjahre hat sich die Zahl der Schwerverletzten mit 13 eingependelt. Im Jahr 2017 wurde mit 16 ein Negativrekord erreicht, den die Polizei vor allem auf einen schweren Unfall im September auf der K 252 mit einem Toten und gleich vier Schwerverletzten zurückführt. Als schwerverletzt gelten Menschen in der Statistik, die nach einem Unfall länger als 24 Stunden im Krankenhaus bleiben müssen. Die Zahl der Leichtverletzten ist von 116 im Jahr 2017 auf 108 im vergangenen Jahr gesunken.

Weniger verletzte Kinder unter 15 Jahren

Einen deutlichen Rückgang gab es bei verletzten Kindern unter 15 Jahren, deren Zahl auf sechs sank un die in der Statistik wie Senioren, junge Kraftfahrer zwischen 18 und 24 Jahren sowie Radfahrern als besondere Risikogruppe geführt werden. 2017 wurden noch 10 unter 15-Jährige leicht-, sowie 4 schwer verletzt und ein Jugendlicher getötet. „Das ist absolut positiv“, sagte Ralf Hantke, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, zu der Entwicklung. Gesondert ausgewiesen werden auch Frauen und Männer, die älter als 65 Jahre sind. Von ihnen wurden 20 leicht- und vier schwerverletzt (Vorjahr: 7, 2 und ein Verkehrstoter). Darunter waren zudem jeweils 4 leicht- und schwerverletzte Senioren über 75. Relativ unauffällig sind auch die „jungen Kraftfahrer“ von denen 18 leicht- und 3 schwerverletzt und die 20-jährige Fahrerin getötet wurde. Die Schwerverletzten hätten die Unfälle aber nicht verursacht.

Polizei rät Radfahrern zum Tragen eines Helms

Während bei den Radfahrern die Zahl der Schwerverletzten mit 5 gleich geblieben ist, ist die der leichtverletzten Radler von 37 auf 43 gestiegen. Bei den leichtverletzten Zweiradfahrern sei in 40 Fällen kein Helm getragen worden. „Auch wenn es keine Helmpflicht gibt, lässt sich das Risiko mit Helm und möglichst auch einer Warnweste oder heller Kleidung deutlich verringern“, sagte Hantke. Allerdings seien nur in 12 Fällen die Radfahrer auch die Verursacher des Unfalls gewesen.

Sechs Unfallfahrer hatten Alkohol konsumiert

Unter Alkoholeinfluss standen im vergangenen Jahr 6 Unfallfahrer (2017: 12). Die Zahl liegt damit unter dem Mittelwert von 9,29 der vergangenen Jahre. Der höchste Alkoholwert bei einem Autofahrer habe 2 Promille betragen, bei einem Radfahrer 3,05 Promille. Ohne an einem Unfall beteiligt zu sein, wurden im vergangenen Jahr 53 Fahrer erwischt (2017. 63; Mittelwert: 53,71). Unter Einfluss von Drogen, hauptsächlich Marihuana und an zweiter Stelle Kokain, waren 3 Fahrer an Unfällen beteiligt, 26 saßen berauscht am Steuer.

Kreisel könnte Kreuzung bei Lathwehren entschärfen

Ein Unfallschwerpunkt ist in Seelze der Einmündungsbereich zu Aldi, E-Center und Tankstelle an der Hannoverschen Straße, wo es 8 Unfälle mit 5 Leichtverletzten gegeben hatte. Abhilfe soll eine Reduzierung der Ausfahrtsspuren auf eine sowie eine deutlichere Markierung des Radweges schaffen. Ein weiterer Unfallschwerpunkt ist die Kreuzung der L 390/K 251 im Bereich Lathwehren. Dort ist die Zahl der Unfälle auf 5 gesunken (2017: 9). Dies führt Hantke auf verstärkte Kontrollen zurück. Abhilfe könne letztlich aber nur ein Kreisel schaffen.

Mit der gleich gebliebenen Zahl der Verkehrsunfälle liegt Seelze in etwa im Schnitt zur Polizeiinspektion Garbsen, zu der auch das Kommissariat der Obentrautstadt gehört. Im Bereich der Inspektion stiegen die Unfälle minimal um 2 von 7091 auf 7093. Im Gebiet der Polizeidirektion Hannover gingen sie von 37.324 auf 36.721 zurück.

Von Thomas Tschörner

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